Finanz prüft Grassers Penthouse-Kredit

25. Jänner 2011, 18:34
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Falter: Verdacht der Steuerhinter­ziehung durch günstige Finan­zierung über Liechtenstein-Stiftung

Wien - Neuigkeiten aus Karl-Heinz Grassers Finanzstrafverfahren berichtet das Magazin "Falter" in seiner aktuellen Ausgabe. Laut dem Vorausbericht ermitteln Staatsanwaltschaft und Finanzamt in einem Firmengeflecht rund um Grassers Stiftungen in Liechtenstein, "Silverland" und "Waterland". Es bestehe der Verdacht, dass er "dem Inland zurechenbare Einkünfte aus ausländischen Gesellschaften bezogen" und diese nicht versteuert habe. Dabei gehe es um einen günstigen Millionenkredit an Grasser zur Finanzierung seines Wiener Penthouse. Der frühere Finanzminister hat alle Vorwürfe von Steuerhinterziehung entschieden zurückgewiesen.

"Waterland" und "Silverwater"

Eine der Stiftungen Grassers in Liechtenstein trage den Namen "Waterland". In diese habe er seinen Drittelanteil an der Meinl Power Management Ltd. eingebracht, der mehr als drei Millionen Euro wert sein soll. Als Stiftungsräte fungieren laut Magazin Anwälte der Vaduzer Kanzlei Marxer. Diese "Waterland"-Stiftung habe wiederum Tochtergesellschaften, nämlich die "Silverwater Invest and Trade Inc." sowie die "Man Angelus Ltd." mit Sitz in Zypern.

Die zweite Grasser-Stiftung heiße "Silverland" und habe ebenfalls Tochtergesellschaften, wie die "Levesque-Holding Ltd", die wiederum eine Tochtergesellschaft namens "Gemain-Ltd." habe. Diese Gemain wiederum sei Treugeberin für die Firma "SMW OG", an der Grasser und sein Vertrauter Burkhard Graf beteiligt seien. Die SMW OG habe namens der Stiftung die Villa am Wörthersee erworben, die von Grasser bewohnt werde.

Die Levesque-Holding habe Grasser ein Darlehen über 3,7 Mio. Euro zum Zinssatz von zwei Prozent gewährt, rückzahlbar in 20 Jahren. Mit diesem Geld habe Grasser sein Penthouse in der Babenbergerstraße in Wien erworben. Als Besicherung habe er seine Mietrechte verpfändet. Diesen Wohnungsdeal soll Grasser den Finanzbehörden bei seiner "Offenlegung" im Jahr 2008 nicht verraten haben. Die Finanz prüfe, ob er durch den günstigen Kredit nicht ein zu versteuerndes Einkommen bezogen habe, so der "Falter", der sich auf Ermittlungsakten in dem Fall beruft.

Fiona verteidigt Ehemann

Auch die Tageszeitung "Österreich" hat in der Dienstag-Ausgabe einen Beitrag zum Thema KGH. Wegen des medialen und politischen Dauerfeuers gegen ihren Ehemann Karl-Heinz Grasser in Sachen Buwog und Co ist Ehefrau Fiona Pacifico Griffini-Grasser offenbar der Kragen geplatzt. "Dieser ganze Gossip, gegen den sich Menschen wie mein Mann mit Anwälten verteidigen müssen, ist doch verrückt. Das ist wie im Fall Silvio Berlusconi - ob der jetzt mit drei oder fünf Mädchen Sex gehabt hat oder nicht, das ist doch egal, solange die Politik im Lande in Ordnung ist", befand sie in einem Interview.

"Man sollte sich auch bei uns mehr auf die Politik konzentrieren und auf die Wirtschaft", so Fiona Grasser, "diese Hetzjagden bringen doch nichts." Den Einwand, dass nicht jede Voruntersuchung gleich eine Hetzjagd sei, quittierte sie so: "Es ist auch richtig, dass untersucht wird. Im Fall meines Mannes soll aber endlich ein Abschluss herbeigeführt werden." ... "Ich liebe ihn, stehe zu ihm. Bei den Untersuchungen wird nichts rauskommen."

Die Attacken belasteten die Familie sehr, sagte Fiona Grasser. "Es ist eine politische Verfolgung gegen ihn im Gange. Jeden Tag bewundere ich ihn dafür, wie er mit dem fertig wird. Ich würde das nicht schaffen, das sage ich ganz ehrlich. Mit diesen Beschuldigungen würde ich nicht fertig werden. Man hat ihn geliebt als Finanzminister, man hat ihn gelobt, jetzt zerstören sie ihn. Leider passiert das auch vielen Filmstars, deshalb gibt es so viele, die sich das Leben nehmen. Weil sie mit der Verfolgung durch die Medien einfach nicht fertig werden. Marilyn Monroe etwa - zuerst gelobt, dann zerstört."

Zu Unrecht beschuldigt

Ihr Mann werde zu Unrecht beschuldigt, sagte die Swarovski-Erbin. Die Vorwürfe gegen ihren Mann seien gemein. "Was hier geschieht, ist so ungerecht. Ich kenn meinen Mann jetzt schon sechs Jahre und alles was man ihm vorwirft, stimmt nicht". (APA)

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