Autos mit "Keyless Entry"-System nicht sicher

26. Jänner 2011, 12:37
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Forscher zeigen massive Sicherheitsmängel auf - Modelle von 8 Herstellern geknackt

So genannte "Keyless Entry"-Systeme für Autos ermöglichen, dass sich Türen automatisch öffnen, sobald der Schlüsselträger sich in der Nähe des Fahrzeuges befindet. Zusätzlich muss der Schlüssel nicht mehr zur Zündung ins Zündschloss gesteckt werden - ein Knopfdruck reicht. Forscher des ETH Zürich haben nun im Rahmen eines IT-Security-Symposiums in San Diego eine Studie vorgestellt, wonach das bequeme System Sicherheitsrisiken birgt.

Manipulation möglich

Insgesamt haben die Wissenschaftler zehn Automodelle von acht Herstellern überprüft und dabei massive Mängel festgestellt. So ließ sich jedes Fahrzeug knacken und nach Manipulation des Funksystems auch starten. Wie das Branchenportal Technology Review erklärt, nutzten die Experten dazu die sogenannte Relay-Methode, die über zwei Antennen und eine Signalweiterleitung funktioniert und eine Fernöffnung aus bis zu 100 Meter erlaubt. So mussten auch keine Verschlüsselungssysteme geknackt werden. Für ausgefeiltere Angriffsmethoden werden Materialien im Wert von 100 bis 1.000 US-Dollar benötigt.

Angriffsszenarien

Zum Abfangen des benötigten Funksignals müssten Angreifer lediglich Schlüsselträger abpassen, die sich noch in der Nähe ihres Fahrzeugs befinden (etwa auf einem Parkplatz) und auf die unbemerkte Synchronisation der drahtlosen Signalübertragung abwarten.

Die Forscher wollen Autobesitzer mit ihrer Studie allerdings nicht verunsichern. Viel mehr ginge es darum, der Autoindustrie Denkanstöße und Verbesserungsansätze zu liefern. (zw)

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    Symbolfoto: "Keyless Entry"-Systeme für Autos bergen Sicherheitsrisiken

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