Investoren reißen sich um Irland-Anleihe

25. Jänner 2011, 18:47
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Mehr als 500 Gebote von institutionellen Investoren - Ordervolumen von insgesamt 43 Milliarden Euro

Frankfurt - In Rekordgeschwindigkeit hat der Euro- Rettungsfonds EFSF seine ersten Mrd. für das hoch verschuldete Irland eingesammelt. Investoren aus aller Welt rissen sich um die erste Irland-Anleihe des Fonds mit einem Gesamtvolumen von 5,0 Mrd. Euro, die von den Euro-Staaten garantiert wird. Aller Voraussicht nach werden mindestens 3,3 Mrd. Euro davon direkt für Kredite an Irland genutzt, der Rest sind Sicherheiten.

Mehr als 500 Gebote mit einem Ordervolumen von insgesamt 44,5 Mrd. Euro gingen ein, wie der Fonds am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zu den Bietern für das Papier mit einer Laufzeit von fünfeinhalb Jahren gehörten Zentralbanken - vor allem aus Asien und Südamerika - sowie Staats- und Pensionsfonds.

"Die Nachfrage war überwältigend", sagte der Chef des Krisenfonds EFSF, Klaus Regling. Dass die Anleihe fast neunfach überzeichnet war, sei rekordverdächtig. Binnen 15 Minuten sei am Dienstag das Orderbuch geschlossen worden, berichtetet der Geschäftsführer der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur, Carl Heinz Daube.

Asiatische Nachfrage hoch

Vor allem die Nachfrage aus Asien war sehr stark: 37,4 Prozent und damit mit weitem Abstand der Löwenanteil der mehr als 500 Gebote kamen aus der Region, wie der Fonds mitteilte. Letztlich übernahm die japanische Regierung von der erste Tranche mehr als 20 Prozent. Die Kosten für die Kreditaufnahme bezifferte der Fonds auf 2,89 Prozent pro Jahr.

Irland war im November als erstes und bisher einziges Euro-Land unter den Rettungsschirm von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) geschlüpft. Den Iren wurden 85 Mrd. Euro Unterstützung zugesagt. 17,5 Mrd. davon übernimmt der Euro- Rettungsfonds mit dem Namen "Europäische Finanz-Stabilitäts- Fazilität" (EFSF).

Um diesen Beitrag zu stemmen, will der Fonds insgesamt 26,5 Mrd. Euro am Markt aufnehmen: 16,5 Mrd. in diesem Jahr und 10 Mrd. im nächsten Jahr. Im ersten Halbjahr ist eine weitere Irland-Anleihe geplant. Zum genauen Zeitplan sagte Regling: "Im Moment haben wir das Geld zusammen, das wir Irland zugesagt haben. Jetzt warten wir bis zum zweiten Quartal und entscheiden dann, was als nächstes zu tun ist."

Dass die erste Anleihe deutlich überzeichnet war, wurde als Signal dafür gewertet, dass Investoren Vertrauen in die Handlungsfähigkeit Europas fassen. "Es ist immer schwierig, vorherzusagen, was an den Märkten in der nächsten Woche passieren wird. Aber ohne Zweifel ist das ein wichtiger Schritt. Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen, dass Investoren ihre Haltung gegenüber dem Euro verändern", sagte Regling. (APA)

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