Jawoll, Herr Minister!

24. Jänner 2011, 18:22
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Minister Darabos will seine Kritiker disziplinieren - Zumindest dort, wo er darf - Sind seine Argumente so schwach?

Ist ja irgendwie verständlich. Wer ständig auf Zuruf von mächtigen Parteifreunden handeln muss (muss er?), will selber auch einmal anschaffen. In einer Organisation, die in ihrer Struktur bisher so ziemlich das Gegenteil von Demokratie ist, hat das ja durchaus seine Logik. Also: Mund halten, die Herren Offiziere, und wie gewohnt Befehle ausführen?

Minister Darabos will seine Kritiker disziplinieren. Zumindest dort, wo er darf. Sind seine Argumente so schwach, dass er zu diesem Mittel greifen muss?

Das ist der persönliche Aspekt. Der grundsätzliche greift weiter. Ob unser Land mit einer Armee auf Basis der allgemeinen Wehrpflicht, mit einer Mischung aus Freiwilligen- und Berufsarmee oder mit einem reinen Berufsheer besser fährt, ist eine Frage, deren Beantwortung eine möglichst breite und vor allem sachkundige Debatte voraussetzt. Davon mit einem Quasi-Denkverbot ausgerechnet die Insider mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung auszuschließen ist - aus welchen Motiven auch immer - nicht besonders klug und weitsichtig.

Schon bei existenter Wehrpflicht tut sich die Republik schwer, viele junge Männer vom Sinn des Dienstes mit Waffe zu überzeugen. Darabos aber möchte für sein bevorzugtes Modell ja Freiwillige motivieren. Mit der Botschaft, dass Mundhalten vor Mitdenken geht, wird er dabei nicht besonders erfolgreich sein. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, Printausgabe, 25.1.2011)

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