Niki, eisenhart

24. Jänner 2011, 19:42
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Homo Lauda - Von Karl Fluch

Niki Lauda kennt man als Mann klarer Worte. Etwa als er anlässlich seines ersten Rücktritts von der Formel 1 meinte, ewig im Kreis zu fahren wäre nur etwas für Trottel. Dass er ein paar Saisonen später gegen die eigene Einsicht handelte - geschenkt.

Zuletzt amüsierte er uns in einem Werbespot mit Selbstironie, als seinem Kapperl ein Satz entfuhr, der auf die ihm nachgesagte Knausrigkeit anspielte: "Ich hab ja nix zu verschenken."

Nun hat er uns etwas geschenkt, und das wollen wir nicht: eine Wortspende.

Dem Buntblatt Österreich gab er ein Interview, in dem er sich darüber erregte, dass Alfons Haider bei der ORF-Show Dancing Stars mit einem männlichen Partner tanzen wird. Nikis klare Worte lauteten hier, das sei eine "quotengeile Schwulennummer" .

Für einen Mann, der sein halbes Leben in einem sogenannten Cockpit verbracht hat, erscheint diese Reaktion interessant.

Bislang dachten wir, der lange, eisenharte Niki-Flieger am Firmament sei als Zeichen zu lesen, dass alles möglich sei. Anscheinend haben wir uns da getäuscht.

Das ist ärgerlich. Noch schlimmer ist aber, dass Niki uns damit in die Situation bringt, Alfons Haider in Schutz nehmen zu müssen. Danke, Niki.

Was kommt als Nächstes? Beleidigt er Mirjam Weichselbraun auch noch unsachgemäß? (Karl Fluch, DER STANDARD - Printausgabe, 25. Jänner 2011)

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