Paris setzt auf neue Freundschaft mit Damaskus
Paris - Die Libanon-Krise, die zu einem
parlamentarischen Mehrheitswechsel zugunsten des Lagers um die
schiitische Hisbollah geführt hat, ist nach Einschätzung des
französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ein "Kollateralschaden" der
"unannehmbaren Blockierung" des Nahost-Friedensprozesses und soll
auch die Aufmerksamkeit von heiklen Fragen wie dem iranischen
Atomprogramm ablenken. Von der Krise in Beirut profitierten die
"Extremismen", und Frankreich verurteile jegliche
"Instrumentalisierung des Libanon im Dienste äußerer Interessen",
sagte Sarkozy am Montag vor Medienvertretern in Paris.
"Die Libanesen haben ein Recht auf die Unabhängigkeit ihres
Landes", sagte Sarkozy. Frankreich - zwischen den beiden Weltkriegen
Mandatsmacht im Libanon - werde alles tun, um die "legitimen
Institutionen" im Libanon zu unterstützen, und dazu beitragen, dass
"die wunderbare Vielfalt des Libanon" erhalten bleibe. Der Präsident
verteidigte zugleich die Annäherung zwischen Frankreich und Syrien.
Gerade diese Freundschaft ermögliche es Frankreich, Syrien zu sagen,
dass der Libanon unabhängig bleiben und das UNO-Tribunal zur
Aufklärung des Mordes an Ex-Premier Rafik Hariri seine Arbeit machen
müsse, sagte Sarkozy.(APA)