Gribkowsky stritt mit Ecclestone

24. Jänner 2011, 17:28
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Sazburger Justiz stellte Verfahren im März 2007 ein

Wien - Die BayernLB will Ernst machen und acht Exvorstandsmitglieder auf 200 Mio. Euro Schadenersatz klagen. Hintergrund ist der Erwerb der Hypo Alpe Adria 2007, der BayernLB und deutschen Steuerzahlern 3,7 Mrd. Euro Verlust beschert hat.

Einer der Betroffenen (die die Vorwürfe bestreiten) ist Ex-Risiko-Vorstand Gerhard Gribkowsky. Der 52-Jährige sitzt in München in U-Haft. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, er habe beim Verkauf der Formel-1-Rechte durch die Landesbank 2006 rund 50 Mio. Dollar genommen. Es geht um den Verdacht der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung, es gilt die Unschuldsvermutung.

Kurze Rückblende: Nach der Pleite von Medienunternehmer Leo Kirch waren der Bank dessen Formel-1-Rechte zugefallen. 2005 organisierte Gribkowsky den Verkauf an CVC; sie und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bestreiten Verwicklungen in die Causa.

In Österreich, wo in Gribkowskys Privatstiftung Sonnenschein rund 25 Mio. Euro liegen und eingefroren werden sollen, war die Causa (oder ein Teil davon) jedenfalls bereits bei der Justiz anhängig. Das Verfahren der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Geldwäscheverdachts wurde aber am 1. März 2007 eingestellt.

Am 4. August 2006 erstattete der Raiffeisenverband Salzburg Anzeige wegen Geldwäscheverdachts; es ging um ihren Kunden, die Salzburger GG Consulting GmbH Gribkowskys. Zunächst war dort er Geschäftsführer, später der Münchner Steuerberater Agamar Kühnel; liquidiert wurde sie im Herbst 2008. Verdächtig erschien die Überweisung von 21,196 Mio. Dollar, die zwischen 26. Juli und 25. September 2006 im Namen der First Bridge Holding Ltd. an die GG erfolgte. Die Zahlung kam über Mauritius; auch die Genfer Banque Privée Rothschild war involviert.

Laut Salzburger Justiz konnte der Verdächtige Gribkowsky, von Anwalt Gerald Toifl vertreten, damals alle Verdachtsmomente ausräumen. Er habe Formel-1-Beratungsverträge zwischen First Bridge und GG vorgelegt; die Leistungen seien "nachvollziehbar und im Einklang mit den Dokumenten" gestanden, heißt es.

Was sich aus den Dokumenten auch erschließt: Mit Bernie Ecclestone hat es damals rechtliche Streitigkeiten gegeben. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.1.2011)

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    Formel-1-Chef Bernie Ecclestone

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