Weshalb Google-CEO Eric Schmidt tatsächlich zurücktrat

24. Jänner 2011, 16:23
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The New Yorker spricht von Konflikten wegen China und "lustlosem" Führungsstil

Ab April 2011 wird Google-Mitbegründer Larry Page an die Spitze des Konzerns treten und Langzeit-CEO Eric Schmidt ablösen. Offiziellen Angaben nach sei der Führungswechsel bei Google einvernehmlich und in aller Freundschaft von statten gegangen. Wie The New Yorker erfahren haben will, dürfte allerdings doch nicht alles eitle Wonne gewesen sein.

"erwachsene Aufsichtsperson"

Schmidt, der sich selbstironisch als "erwachsene Aufsichtsperson" und Manager zweier "Genies" bezeichnete, soll nach Streitigkeiten über die Konzernstrategie bezüglich des Suchmaschinenangebots in China eine "lustlose" Führung an den Tag gelegt haben. Hierbei hätten sich Page und Brin gegen Schmidts Wille dazu entschieden, sich nicht den Zensurmaßnahmen der chinesischen Regierung zu beugen und künftig lieber ungefilterte Suchergebnisse über ausgelagerte Server in Hong Kong anzubieten.

Talente nicht gehalten 

Danach habe Schmidt der Antrieb gefehlt und etwa nicht verhindern können, dass zahlreiche talentierte Entwickler und Werbeverkäufer zu Facebook abwandern. Rund 10 Prozent der Facebook-Belegschaft sind ehemalige Google-Mitarbeiter. Gleichzeitig mehrten sich die Probleme mit Regierungen wegen möglicher Datenschutzverstößen und die Klagen über langatmige Entscheidungsabläufe, so The New Yorker.

Der Wechsel an der Konzernspitze habe sich jedenfalls schon längere Zeit abgezeichnet. Page solle Google wendiger machen und für den Kampf mit jüngeren Mitbewerbern wie Facebook, Twitter und Co. rüsten. Schmidt wandert in den Aufsichtsrat und werde sich angeblich nach einem Jahr neuen Herausforderungen widmen. (zw)

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    Noch-Google-CEO Eric Schmidt

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