Anwalt: Auer-Welsbach zeigt sich voll geständig

24. Jänner 2011, 15:58
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"Es tut ihm alles so leid, er sieht ein, dass er Fehler begangen hat"

Wie ORF-Kärnten berichtet, wird sich Wolfgang Auer-Welsbach im Sinne der Anklage vollinhaltlich schuldig bekennen. Der neue Anwalt von Auer-Welsbach, Franz Großmann, bestätigte dies gegenüber dem ORF. Die Anklage lautet auf Untreue und schweren gewerbsmäßigen Betrug. "Es tut ihm alles so leid, er sieht ein, dass er Fehler begangen hat", sagte der Verteidiger von Auer-Welsbach.

Der Anwalt begründet den Meinungsumschwung damit, dass bei seinem Mandanten ein "Bewusstseinsbildungs-Prozess" durchgesetzt habe. "Es fällt ihm nicht leicht, aber er hat im Zuge des Verfahrens jetzt festgestellt, dass er doch einiges zu verantworten hat. Der Bewusstseinsbildungsprozess hat sich jetzt langsam, aber sicher durchgesetzt. Er hat den Kopf hinzuhalten", sagte Großmann laut dem Bericht. Im Zuge des Verfahrens habe Auer-Welsbach gesehen, dass immer mehr Geschädigte kommen und er Menschen in ihrer Existenz getroffen habe. Dies habe laut Anwalt offenbar einen Nachdenkprozess ausgelöst, der nun in diese Entscheidung gemündet sei.

Reuemütiges Geständnis als Milderungsgrund

Auer-Welsbach drohen bis zu zehn Jahren Haft. Anwalt Großmann rechnet aber damit, dass das zu erwartende Geständnis zu einer Strafmilderung führen werde. Einer der wesentlichen Milderungsgründe sei ein reumütiges Geständnis, so Großmann.

Auf die Frage, ob es sich nach dem Anwaltswechsel Auer-Welsbachs nun um eine neue Verteidigungsstrategie handle, streute Großmann seinem Vorgänger Michael Sommer Rosen: "Ich möchte sagen, dass der Kollege Sommer ein hervorragender Verteidiger ist und dass die Schriftsätze, die er eingereicht hat, Hand und Fuß haben und von hervorragender Qualität sind. Wenn sich im Zuge eines Verfahrens aber herausstellt, dass die Zeugen den Beschuldigten derart massiv belasten, wie es hier der Fall ist, muss man nachdenken, wann und wo und was dem Beschuldigten nützt."

Laut Anklage fehlen 37 Millionen Euro. Großmann dazu: "Diese 37 Mio. Euro, die fehlen, da müssen wir schauen, wie das wirklich ist. Heute sind zwei Kisten mit Material aus Liechtenstein gekommen. Da werden wir morgen oder übermorgen wissen, ob auf den Konten noch etwas liegt."

Kein Cent auf der Seite

Auer-Welsbach habe ihm gegenüber betont, dass er keinen Cent auf der Seite habe, so Großmann laut dem Bericht. Deshalb sei er ja zum Verfahrenshelfer bestellt worden. Im Zuge der Schadensmilderungspflicht von Auer-Welsbach werde er laut Großmann mithelfen, um den Schaden für die Anleger möglichst gering zu halten.

Großmann hatte erst in der vergangenen Woche als Pflichtverteidiger die Vertretung Auer-Welsbachs übernommen, nachdem dieser seinem bisherigen Verteidiger Michael Sommer das Mandat entzogen hatte. Der Angeklagte begründete diese Entscheidung damit, dass er mittellos sei und sich den Wahlverteidiger nicht mehr leisten könne.

Allgemein wird nun damit gerechnet, dass der bis Anfang März angesetzte Prozess bereits am kommenden Montag mit einem Urteil zu Ende gehen wird. (red)

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    Wolfgang Auer-Welsbach (Bild) wird sich voll geständig zeigen, so sein Anwalt, Franz Großmann.

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