Deutsche Forscher ließen "Mikrosonne" im Labor aufgehen

24. Jänner 2011, 15:07
15 Postings

Hochleistungslaser erzeugt an der Hochschule Emden/Leer mehrere Millionen Grad heißes Plasma

Die Laserforschung im Nordwesten Deutschlands erlebte vor kurzem einen Durchbruch: In Emden sind Wissenschafter nun in der Lage, eine "Mikrosonne" zu produzieren. Mithilfe von kurzen Pulsen aus einem Hochleistungslaser erzeugten die Forscher ein mehrere Millionen Grad heißes Plasma.

Die Mikrosonne ist genau genommen bereits vor einem Jahr in einem Labor am Institut für Lasertechnik Ostfriesland (ILO) der Hochschule Emden/Leer "aufgegangen", doch erst jetzt wurde sie durch die Entwicklung der entsprechenden Detektoren erstmals eindeutig nachgewiesen. "Die Energie unseres Lasers wird räumlich und zeitlich extrem stark konzentriert", erläutert Ulrich Teubner, der die Arbeitsgruppe Lasermikrotechnik/Ultrakurzzeitoptik leitet.

1.000 Laserblitze pro Sekunde

Für das Plasmas feuert der Emder Gigawatt-Laser EGIL pro Sekunde etwa 1.000 Pulse ab. Diese Energie kann nur in einem Vakuum durch Fokussierung auf eine winzige Fläche vollständig gebündelt werden. Darüber hinaus verhindert das Vakuum, dass die sehr kurzwellige Strahlung des Laserplasmas von der Luft absorbiert wird. Die erforderliche spezielle Vakuumkammer wurde am ILO des Fachbereichs Technik selbst entwickelt.

Eine zukünftige Anwendungsmöglichkeit der Mikrosonne von Teubner und seiner Arbeitsgruppe ist die Erzeugung von äußerst kleinen Strukturen, wie sie beispielsweise auf noch leistungsstärkeren Chips für Computer zu finden sind. (red)

  • Mehrere Millionen Grad heißes Plasma in einem Labor am Institut für Lasertechnik Ostfriesland (ILO) der Hochschule Emden/Leer.
    foto: v. braun/ilo

    Mehrere Millionen Grad heißes Plasma in einem Labor am Institut für Lasertechnik Ostfriesland (ILO) der Hochschule Emden/Leer.

Share if you care.