Israel warnt vor "quasi-iranischer" Regierung mit Hisbollah

24. Jänner 2011, 13:49
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    foto: foto:ap/dapd

    Najib Mikati auf einem Plakat.

Mikati soll Premier werden - Hariri-Lager verweigert Beteiligung an Konsenskabinett

Beirut/Jerusalem - Nachdem sie zusammen mit ihren Verbündeten über die parlamentarische Mehrheit verfügt, kann die schiitische Hisbollah entscheidenden Einfluss auf die Bildung der neuen libanesischen Regierung nehmen. Sie setzt sich für eine "Regierung der nationalen Partnerschaft" ein und unterstützt die Kandidatur von Ex-Premier Najib Mikati (55) für den Posten des Ministerpräsidenten. Der sunnitische Politiker und Großunternehmer war 2009 auf der Liste des pro-westlichen "Blocks der Zukunft" des bisherigen Regierungschefs Saad Hariri ins Parlament gewählt worden. Hariri schloss unterdessen eine Beteiligung seiner Fraktion an einer Konsensregierung unter Führung des Hisbollah-Bündnisses aus.

Die israelische Regierung bezeichnete die Bildung einer faktisch von der Hisbollah geführten Regierung im Libanon als "große Gefahr". Damit hätte Israel eine "quasi-iranische" Regierung zum direkten Nachbarn, sagte Vizepremier Silvan Shalom am Montag im Radio. Der Libanon stünde dann unter der Kontrolle einer "terroristischen Entität". Der pro-iranischen Schiiten-Bewegung wird vorgeworfen, im Sommer 2006 durch Raketenangriffe ihrer Miliz und Entführungen den verlustreichen 34-Tage-Krieg mit Israel provoziert zu haben. Dabei starben 1200 Libanesen und 160 Israelis. Israel hat für den Fall, dass es von der Hisbollah angegriffen werden sollte, bereits gedroht, seine "ganze militärische Macht gegen die Infrastrukturen des libanesischen Staates" einzusetzen.

Präsident hat Konsultationen aufgenommen

Der libanesische Staatspräsident Michel Sleimane hat am Montag in Beirut die Konsultationen mit allen Parlamentsfraktionen aufgenommen, bevor er den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt. Die Koalition "Kräfte des 8. März", in der die Hisbollah mit der ebenfalls schiitischen Amal von Parlamentspräsident Nabih Berri und der christlichen "Freien Patriotischen Bewegung" (CPL) von Ex-Armeechef Michel Aoun zusammengeschlossen ist, hat den Sunniten Mikati für das Premier-Amt nominiert. Dieser gehört zu Hariris Allianz "Kräfte des 14. März". In einer am Montag veröffentlichten Erklärung Hariris hieß es, Mikati sei kein "Konsenskandidat": "Es gibt einen Kandidaten, der Saad Hariri heißt, und einen anderen, der der Kandidat des 8. März ist." Das Gerede von einem "Konsenskandidaten" sei "Sand in die Augen".

Mit den elf Abgeordneten der Sozialistischen Fortschrittspartei (PSP) des Drusenführers Walid Joumblatt hält der "8. März" 68 der 128 Sitze, das Hariri-Lager nur 60. Damit sind die Verfechter einer Zusammenarbeit mit dem UNO-Sondertribunal zur Aufklärung des Mordes an Hariris Vater, Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri, 2005 in der Minderheit. Joumblatt beschuldigte das in den Niederlanden eingerichtete Tribunal, zu einem "Werkzeug der Zerstörung" und einem "Ort des Kuhhandels" geworden zu sein. Der PSP-Chef hatte am Freitag Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah aufgesucht und erklärt, sein Platz sei auf der Seite des "Widerstandes". Mit Syriens Staatschef Bashar al-Assad, mit dem er vor einigen Tagen in Damaskus Gespräche geführt hatte, stimme er darin überein, dass sich die künftige libanesische Regierung von dem Tribunal distanzieren müsse. Aus Joumblatts Umgebung war verlautet, der Drusenführer habe keine andere Wahl, als sich auf die Hisbollah-Seite zu schlagen, weil er als Vertreter einer religiösen Minderheit jede Konfrontation mit den Schiiten, der zahlenmäßig stärksten Bevölkerungsgruppe des Landes, vermeiden wolle.

Das Bündnis "Kräfte des 8. März" war vor knapp zwei Wochen aus Hariris Allparteienregierung ausgeschieden, weil es jede Kooperation mit dem UNO-Tribunal ablehnt. Es wird damit gerechnet, dass in der Anklageschrift Mitglieder der Hisbollah, die in dem Tribunal ein gegen die Schiiten eingesetztes "amerikanisch-zionistisches Instrument" sieht, als Drahtzieher des Attentats beschuldigt werden. Israelische Medien hatten ohne Quellenangabe gemeldet, das Tribunal wolle den Hisbollah-Funktionär Mustafa Badr al-Din als Hauptverdächtigen anklagen, einen Schwager des 2008 in Damaskus vermutlich vom israelischen Geheimdienst Mossad getöteten früheren Hisbollah-Militärchefs Imad Moughniyah.

Rafik Hariri war am 14. Februar 2005 bei einem Sprengstoffanschlag in Beirut mit 22 weiteren Personen ums Leben gekommen. Zuerst hatte sich der Verdacht auf eine syrische Urheberschaft konzentriert. Der Anschlag hatte wochenlange Massenproteste ("Zedernrevolution") ausgelöst und eine Dynamik in Gang gesetzt, die zum Abzug der syrischen Truppen aus dem Libanon nach 29-jähriger Präsenz führte.   (APA/AFP)

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FANTASIE HOCH 10
32
25.1.2011, 11:28
Israel warnt vor "quasi-iranischer" Regierung mit Hisbollah

um es geschichtlich zu zehen....Iran hat immer den mittleren Osten regiert. Vor und nach Israel....da kann jeder sagen was die wollen....sogar in der Israelischen Regierung sitzen Iraner die im Iran geboren sind!

Ich verstehe die Aufregung nicht

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00
20.6.2011, 21:50
noch was

das Mullah-Regim ist im Iran so verhasst, dass es nur mehr eine Frage des Wann ist, nicht des Ob, dass eine neue Revolution kommt.

77 88
00
20.6.2011, 21:49
Immer?

Ich würde mal sagen, das Perserreich war in biblischer Zeit sehr einflussreich, in den letzten Jahrhunderten würde ich es als eher unbedeutend sehen. Da waren die Osmanen vorherrschend. Erst seit Schah Reza wurde es wieder ein ernstzunehmender Machtfaktor und nach der islamischen Revolution sowieso.

insertnamehere
 
00
25.1.2011, 12:46
"um es geschichtlich zu zehen....Iran hat immer den mittleren Osten regiert."

Das is jetzt der Iran, der niemals einen Angriffskrieg geführt hat? ;-)

cupertino
01
25.1.2011, 09:47
syrer & israeli

sollen sich schleichen. der libanon gehoert den libanesen.

</wunschtraum>

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00
20.6.2011, 21:55
Die Misere ...

... des Libanon ist eine interne. Man hat der PLO die Möglichkeit geboten, vom Südlibanon aus Israel zu bekämpfen. Das führte direkt in den Einmarsch Israels. Jetzt bietet man der HisbAllah diese Möglichkeit und es kam 2006 zum Krieg und wahrscheinlich in Zukunft erneut.
Das Machtgefüge ist dermaßen fragil im Libanon, dass solche Gruppen leichtes Spiel haben, die politischen Parteien gegeneinander zu missbrauchen.

Roter Baron
31
25.1.2011, 09:31
der war gut

bringen selber keinen frieden zsam
und mischen sich auch noch bei den nachbarn ein

roter baron

King David
32
25.1.2011, 09:20
Gerechtigkeit

"... das Tribunal wolle den Hisbollah-Funktionär Mustafa Badr al-Din als Hauptverdächtigen anklagen, einen Schwager des 2008 in Damaskus vermutlich vom israelischen Geheimdienst Mossad getöteten früheren Hisbollah-Militärchefs Imad Moughniyah."

Interessant, der eine Mord wird von der UN untersucht, der andere nicht. Warum das?

Andreas S.
12
25.1.2011, 12:15

'untersuchen' was ist dir im fall Moughniyah unklar? Da gabs ja keinen streit wie es abgelaufen ist. Im krieg der seit 1948 laeuft gab es eine verletzung des waffenstillstandes und es starb ein h. warlord.

Im fall Hariri ist der libanon selber an die uno herangetreten um die sache von unbeteiligten untersuchen zu lassen. Die drei grossen lib. gruppen hatten sich geinigt einen aussenstehenden zu beauftragen.

King David
00
25.1.2011, 15:28

"Warlord"? Ist das jetzt der offzielle Ausdruck der israelischen Regierung? Er war ein Funktionär einer offiziellen libanesischen Partei, genau gleich wie es zu dem Zeitpunkt des Mordanschlages auch Hariri war.

Andreas S.
00
25.1.2011, 19:04

lieb wie du naiv bist. 'funktionaer'. so what? Das sind viele. Herausgehoben aus der masse hat er sich durch andere dinge. Informier dich vor dem posten.

King David
00
26.1.2011, 08:44

Schon interessant wie Morde an Politikern schön geredet werden, wenn es nicht der eigenen Ideologie entspricht. Tatsache ist, dass beides Morde waren und untersucht werden sollen.

Andreas S.
00
26.1.2011, 11:31

und ich dachte du bist naiv, nein du so einer der sympatisiert mit denen die bomben und wenn was zurueckkommt jammert 'ich bin zivilist'. So feig war nicht mal Moughniyah, der schaemte sich nicht seiner taten, du schon.

'untersucht': Der fall Moughniyah wurde ja untersucht, passt dir das ergebnis nicht, oder haellst du 'arabische behoerden' fuer unfaehig?

Im fall Hariri haben sich die libanesen beschlossen einen ausenstehenden zu beauftragen zwecks innenpolitischer NPOV.

anyway den lib. PM mit einem hisb. warlord zu vergleichen zeigt deine uninformiertheit.

insertnamehere
 
11
25.1.2011, 11:26

Weil der eine ein ehemaliger Regierungschef eines Mitgliedslandes war und der andere ein simpler Warlord?

reich und schön
31
24.1.2011, 19:54

hoffentlich haben bald alle beteiligten atombomben, dann herrscht für immer grabesruhe da unten!

weil's wahr is!

seek+destroy
10
24.1.2011, 19:43

israels drohung hilft wohl eher den gegnern israels als den 'pro westlichen'

Freigeist78
00
25.1.2011, 11:09

Das ist schon egal. Die Hisbollah will gestützt durch Iran und Syrien den Krieg gegen Israel. Und sie ist offensichtlich in der Lage den Libanon zu dominieren. Also wird sie ihr Ziel wohl erreichen - auf Kosten der libanesischen Bevölkerung.

der Rabe
310
24.1.2011, 18:34
Mein Vorschlag

Israel bestellt seine Regierung,
und der Libanon bestellt seine Regierung.

Zwei souveräne Staaten müssen einander nicht befreundet sein, aber sie anerkennen nachbarschaftliche Regeln und das Völkerrecht.

Und sie mischen sich nicht ein in die Angelegenheiten der Nachbarn.

insertnamehere
 
00
24.1.2011, 21:21
"Zwei souveräne Staaten müssen einander nicht befreundet sein"

Was bei souveränen, miteinander im Krieg befindlichen Staaten eh ziemlich bizarr wäre.

sestrelevante
68
24.1.2011, 18:26
Israel soll zuerst die UN Resolutionen erfüllen,,,

Auch wen es vom Standard zensuriert wird wahrheit bleibt wahrheit,,,

Freigeist78
22
24.1.2011, 19:10

Welche wären das denn in Bezug auf den Libanon?

Stephan Schaefer
 
31
25.1.2011, 09:39
Noch immer verletzen die Israelis täglich den libanesischen Luftraum,

während durch die Eingliederung: Alle Parteien ssprachen sich für das recht der Verteidigung der Hib Allah aus die Hisb Allah somit zum Bestandteil der Landesverteidigung wurde die res. 1701 erfüllt ist!

Mfg

insertnamehere
 
01
25.1.2011, 11:24
Ahja.

Wenn also die Hisbollah das nächste Mal irgendwas Explosives über den Grenzzaun schmeisst, dann schmeisst der offizielle Libanon?

Sprich, die Isis könnten ihren Gegenschlag in dem Fall dann genauso gut auf eine Kaserne der offiziellen lib. Armee klatschen, was den Vorteil hätte, dass man weniger leicht Kollateralschäden hat.

Tower Hill
00
25.1.2011, 12:14
Naja, sehr viel zu klatschen hätte die IDF da nicht:

http://www.ynetnews.com/articles/... 14,00.html

Stephan Schaefer
 
10
25.1.2011, 12:23
Zahlenmässig ist die lib. Armee überlegen, aber

in der Ausbildung und Bewaffnung hoffnungslos unterlegen.

Da also die reguläle lib. Armee den Libanon nicjt verteidigen kann, die Hisb Allah aber sehr wohl ist die Existenz der Hisb Allah mehr als berechtigt!

Mfg

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