WEF: Österreich als Drehscheibe für Zentralasien

24. Jänner 2011, 13:17
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Weltwirtschaftsforum in Davos startet am Mittwoch und richtet den Blick auf Zeiten der "Postglobalisierung"

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, das am kommenden Mittwoch startet, will sich Österreich als Drehscheibe zwischen Europa und dem Kaukasus bzw. Zentralasien präsentieren. Dieser Schwerpunkt sei die natürliche Folge der bisherigen Schwerpunktsetzung der österreichischen Außenpolitik in Richtung Donauraum und Schwarzmeerregion, erläuterte Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) am Montag. Österreich dürfe "nicht mit sich selbst beschäftigt sein und Mauern um sich hochziehen", warb der Außenminister für Offenheit und Zusammenarbeit. "Wir müssen bereit sein, über den Tellerrand hinauszuschauen".

Den Rahmen bietet ein Österreich-OECD-Luncheon am Donnerstag, zu dem Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) und Spindelegger in den Schweizer Skiort reisen. Diskussionsgrundlage ist eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Länder Zentralasiens. Kanzler und Vizekanzler werden am 26. und 27. Jänner in Davos sein, der Außenminister bleibt bis zum Abschluss am 28. Jänner.

Spindelegger verwies auf die Bedeutung der Länder im Osten als Wirtschaftspartner und als Partner der Europäer bei der Energieversorgung. Zugleich machte er klar, dass Fragen der Menschenrechte und der Demokratiepolitik aus dem Dialog keinesfalls ausgespart würden.

Medwedew eröffnet

Eröffnet wird das 41. Weltwirtschaftsforum Mittwochabend vom russischen Präsidenten Dimitri Medwedew. Aus der Gruppe der Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten haben auch der britische Premierminister David Cameron, der französische Präsident Nicolas Sarkozy sowie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Teilnahme angekündigt. Außerdem sagten für die USA Finanzminister Timothy Geithner und für China Handelsminister Chen Deming zu.

Bei den informellen Kontakten am WEF dürfte die Euro-Schuldenkrise ein wichtiges Thema sein. Erwartet werden der griechische Premierminister Giorgos Papandreou, sein geschäftsführender belgischer Amtskollege Yves Leterme oder die spanische Finanzministerin Elena Salgado. Sie treffen in Davos auch auf neue Geldgeber: So wird mit Gao Xiqing der Präsident der China Investment Corporation (CIC) erwartet, dem Staatsfonds, der einen großen Teil der Devisenreserven des Landes verwaltet.

"Postglobalisierung" im Fokus

WEF-Gründer Schwab will den Blick auf das Zeitalter der "Postglobalisierung" richten, das eben erst begonnen habe. Er stellte das diesjährige WEF unter das Motto "Gemeinsame Normen für eine neue Realität", denn die politische und wirtschaftliche Macht verlagere sich von West nach Ost und auch von Nord nach Süd. Insgesamt sind 2500 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aus 100 Ländern nach Davos eingeladen. (red/APA)

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