Wie aber führt man Frieden?

    24. Jänner 2011, 16:00
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    Die Jugendbuchautorin Anna Melach porträtiert in ihrem neuen Werk bekannte Persönlichkeiten, die sich für einen gewaltfreien Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung einsetzen

    Der Begriff "Friede" hat vielschichtige Bedeutungen. Friede heißt nicht nur, die Waffen nieder zu legen und nicht Krieg zu führen, er bedeutet auch, Lösungen für Unterdrückung, Ungleichheit und Ausbeutung zu finden. Friede bedeutet Gewaltlosigkeit, die Achtung der Menschenrechte wie auch die Beharrlichkeit im Kampf gegen Ungerechtigkeit.

    All diese möglichen Definitionen des Friedensbegriffs finden in Anna Melachs neuem Buch Platz. "...wie aber führt man Frieden?" ist eine Sammlung von siebzehn Porträts bekannter Persönlichkeiten, die sich für den Frieden einsetzen oder das in der Vergangenheit getan haben. Melach erzählt auf lockere Art und Weise über das Leben und Wirken bereits verstorbener Größen wie Mahatma Gandhi, Bertha von Suttner oder den Geschwistern Scholl, widmet sich aber auch Persönlichkeiten der heutigen Zeit wie Daniel Barenboim mit seinem israelisch-palästinensischen Orchester oder Wangari Maathai, die mit dem Pflanzen von Bäumen gegen den Landraub in Kenia auftritt.

    Kampf mittels strikter Gewaltlosigkeit

    Die Porträts erzählen nicht nur deren Lebensgeschichten nach, sie dokumentieren entscheidende Erlebnisse, markante Begebenheiten und Erfolge, die nachvollziehbar machen, warum sich diese Personen derart für ihre Sache einsetz(t)en. Die Darstellungen lassen aber auch nicht aus, dass einige, die sich eindeutig gegen jegliche Art von Gewalt positionierten, selbst Opfer derselben wurden. Martin Luther King etwa wurde auf dem Balkon seines Hotels in Memphis aus dem Hinterhalt erschossen, die Geschwister Scholl wurden aufgrund ihrer Aktivität gegen den Nationalsozialismus hingerichtet, auch Mahatma Gandhi blieb nicht verschont - er wurde auf dem Weg zu einer Gebetsversammlung ermordet. Der Aufruf, mittels strikter Gewaltlosigkeit zu kämpfen, scheint eine so knallharte Wirkung zu zeigen, dass er einen Gegenschlag der anderen Seite wie magisch anzieht.

    Sich der Lethargie widersetzen

    Anna Melach möchte speziell junge LeserInnen ansprechen und sie mit den Porträts dieser besonderen Persönlichkeiten ermutigen, sich der Lethargie der Masse zu widersetzen und für Überzeugungen einzusetzen - auch wenn es manchmal so scheint, als wäre jede kleine Tat nur ein Tropfen auf den heißen Stein und hätte keine nachhaltige Folgen. Viele der von ihr beschriebenen AktivistInnen haben klein angefangen, ohne die Aussicht auf die große Welle, die auf weite Teile der Gesellschaft überschwappen könnte, und doch wurden daraus weitreichende Projekte, die etwas bewirken konnten und oft weltweit Anerkennung und Anhängerschaft fanden. (Jasmin Al-Kattib, 24. Jänner 2011, daStandard.at)

    * "Wie man Krieg führt wissen wir. Wie aber führt man Frieden?"
    Zitat von Walter Ludin, Schweizer Journalist, Buchautor und Kapuzinerpater

    Anna Melach
    ... wie aber führt man Frieden?
    Menschen, die die Welt verändern
    160 Seiten, Tyrolia Verlag

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      foto: tyrolia
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