Vielversprechender TBC-Impfstoff entwickelt

24. Jänner 2011, 11:42
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Präparat bekämpft Tuberkulose vor und nach der Infektion

Kopenhagen - Ein neuer Impfstoff kann Tuberkulose vor und nach der Infektion bekämpfen. Wissenschaftler des Statens Serum Institut (SSI) gehen davon aus, dass er einen viel längeren Schutz bieten kann als derzeit möglich ist. Tuberkulose ist weltweit ein großes Problem. Betroffen sind vor allem Entwicklungsländer, in denen der Zugang zu Antibiotika nur eingeschränkt möglich ist. Der neue Impfstoff, der bis jetzt an Tieren getestet wurde, wird erstmals in Nature Medicine vorgestellt.

Jahrelang inaktiv

Bei weniger als fünf Prozent der Infizierten entstehen die Krankheitssymptome unmittelbar nach der Infektion. In mehr als 90 Prozent der Fälle verändert Mycobacterium tuberculosis nach dem Eindringen in den Körper seine chemische Signatur und bleibt vorerst latent vorhanden. Bei rund zehn Prozent wird es wieder nach Jahren oder Jahrzehnten aktiv und führt zu schweren Symptomen.

Impfungen wie die BCG-Impfung helfen nur wenn sie vor dem Kontakt mit dem Krankheitserreger verabreicht werden. Eine Infektion wird nicht verhindert, sondern nur akute Symptome und das Ausbrechen. In ihrer latenten Form ist die Bakterie immun gegen den Impfstoff. Ist der neue Impfstoff bei Tests mit Menschen erfolgreich, sollte dieses Problem gelöst sein.

Langanhaltender Schutz

Der neue Impfstoff kombiniert Proteine, die eine Immunreaktion bei den aktiven und den latenten Formen des Mycobacterium hervorrufen. Der leitende Wissenschaftler Peter Lawætz Andersen erklärte, es sei denkbar, ältere Kinder oder junge Erwachsene zu impfen und sie damit bis ins Erwachsenenalter zu schützen.

Tuberkulose kann zwar mit Antibiotika behandelt werden. Die notwendigen Medikamente sind jedoch vor allem in Entwicklungsländern oft nicht leicht zugänglich. In diesen Ländern hätte der neue Impfstoff die größten Vorteile. Andersen betonte gegenüber der BBC, dass man in diesen Regionen einfach nicht mehr als die Hälfte der Bevölkerung behandeln könne. Es werde zum Beispiel angenommen, dass in Kapstadt mehr als 60 Prozent der Menschen infiziert sind. (pte)

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