Alte Kasernen

"Ich will nicht nur über Wohnbau reden"

24. Jänner 2011, 14:30
  • Artikelbild
    foto: apa

    Auch Areale des Arsenals sollen abgestoßen und verkauft werden.

VP-Landesgeschäftsführer Hoch will aufgelassene Standorte für Unternehmen bereitstellen - Auch eine Fachhochschule sei möglich

Günstige Büros für Start-Ups, "Schnupperbüros" für Nonprofit-Unternehmen, Standorte für die Kreativwirtschaft oder Bildungseinrichtungen - VP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch wüsste viel mit den Wiener Kasernen und Amtsgebäuden des Bundesheeres anzufangen. Daher hält er auch die Pläne von Verteidigungsminister Norbert Darabos, sich in Wien auf eine Großkaserne und ein Verwaltungsgebäude zu beschränken und damit zahlreiche andere Standorte aufzulösen, für "keine schlechte Idee". "In Wien gibt es nicht allzu oft die Chance, innerstädtisch Großprojekte zu erwerben oder durch stadtplanerische Maßnahmen tätig zu werden", so Hoch bei einer Pressekonferenz am Montag.

ÖVP will Mehrfachnutzung

Dem Vorschlag des Ministers zufolge würden neben der Radetzky-Kaserne in Ottakring auch die Amtsgebäude Franz-Josefs-Kai, Vorgartenstraße, Straußengasse und Schnirchgasse veräußert werden, so der VP-Politiker. Auch nicht mehr benötigte Teilflächen wie etwa Areale des Arsenals, der Theodor-Körner oder die Marinekaserne Tegetthoff sollen abgestoßen werden. Verkaufspläne und -verhandlungen würden bereits von der Gebäudeverwertung SIVBEG durchgeführt werden.

Die Amtsgebäude in der Vorgartenstraße im zweiten Bezirk und am Franz-Josefs-Kai würden sich besonders für "aufstrebende Unternehmen" eignen. Dabei könne die Stadt Wien "entweder als Käufer oder durch stadtplanerische Maßnahmen gestaltend tätig werden", meint Hoch. Er fordert von der Stadtregierung Konzepte zur Mehrfachnutzung bei denen auch Stadtentwicklungsexperten und Bezirksentwicklungs-Kommissionen eingebunden werden. "Die Stadtregierung darf diese Chance nicht durch weitere Untätigkeit und Säumigkeit verpassen", kritisiert Hoch.

Marinekaserne Tegetthoff als Hotel

"Ich will nicht nur über Wohnbau reden", meint Hoch am Montag. Dafür würde es freie Bereiche in innerstädtischer Lage geben. Besonders die Marinekaserne Tegetthoff soll - wie dies die SPÖ bereits angekündigt habe - nicht für sozialen Wohnbau verwendet werden. Diese  "Traumimmobilie" stellt sich Hoch viel eher als Hotel vor. Auf den Arealen könnten auch Bildungseinrichtungen entstehen. Eine Fachhochschule wäre dabei eine Möglichkeit, so Hoch. Auch die Kasernenstraßen sollen später genutzt werden.

Die SPÖ Wien weist den Vorwurf der Säumigkeit zurück. "Es kann keine Rede davon sein, dass die Wiener Stadtplanung hier untätig ist, vielmehr zeugen diese Vorwürfe der ÖVP von Desinformiertheit", kontert Ausschussvorsitzende und grüne Planungssprecherin Sabine Gretner am Montag in einer Aussendung auf die Kritik der ÖVP. Die Regierung plane durchmischte Stadtteile "mit einem ausgewogenen Verhältnis von Wohnen, Arbeiten und Freizeit - wie etwa Allgemeinflächen für Gemeinschaftsgärten oder leistbare Räume für kulturelle Aktivitäten", teilt Gretner mit.

"Ein paar Gemeinschaftsgärten sind bei dem gewaltigen Entwicklungspotential sicherlich zu wenig. So viel 'Phantasie' hätte eine SPÖ-Alleinregierung auch gehabt", meint dazu FPÖ-Planungssprecher Toni Mahdalik.

ÖVP zur Heeresreform

"Eine Heeresreform, bei der zukünftig mit weniger Soldaten ausgekommen werden muss, würde diese Pläne noch beschleunigen", meint Hoch. Mehr will er zur aktuellen Debatte über die Reform allerdings nicht sagen. Kritik an dem Minister bleibt trotzdem nicht aus: Darabos' überraschende Pläne, Standorte aufzulassen und zu einem zusammenzuziehen, würden für "große Verwirrung sorgen" und seien "ein Beispiel offensichtlicher Unsicherheit des zuständigen Ministers", so Hoch. (Daniela Neubacher, derStandard.at, 24. Jänner 2011)

Kommentar posten
20 Postings
blubb66
00
25.1.2011, 16:57
Bundesimmobilien-Verhökerung Teil 2?

...

gaisbock
00
25.1.2011, 16:19
Echt suuper:

Günstige Büros für Start-Ups, "Schnupperbüros" für Nonprofit-Unternehmen, Standorte für die Kreativwirtschaft oder Bildungseinrichtungen.
....des fehlt wirklich.

Spar Gourmet
10
25.1.2011, 13:24
armenhäuser!

die luft wird immer dünner für den sog. mittelstand. nicht alle sitzen in eigentums-gemeinde-friedenskronenwohnungen und können sich spätestens bei pensionsantritt ihre mieten nicht mehr leisten. die sind ja dank faymann in den 90ern nach oben hin freigegeben worden, der sozi als wohnbaustadtrat der der schwarzen gier in die hände gespielt. ich frage mich schon lange, wohin mit solchen wie zb mir in ein paar jahren? also bitte die kasernen in armenhäuser umzuwidmen!

the comedian
 
34
25.1.2011, 11:48
typisch oevpdoof

die spatzen pfeiffens von den dächern, dass der büromarkt in wien rückläufig ist.
http://derstandard.at/129337108... delt-dahin
stattdessen braucht die stadt dringendst leistbaren wohnraum, um dem abzug in die speckgürtel um wien endlich einen riegel vorzuschieben. keine staus mehr.
natürlich kann man sich an leistbarem wohnraum, der endlich wohnen als verfassungsrechtlichem grundrecht entgegenkommen würde, nicht dumm und dämlich verdienen. und das stößt dem övpabschaum natürlich sauer auf.
und noch eine fastdoofschule, womöglich wieder von der wirtschaftskammer, braucht wien auf gar keinen fall. schon gar nicht wenn glz. die unis kaputtgespart werden.

blubb66
00
25.1.2011, 16:58
das ist egal

hauptsache es wird saubillig an einen ÖVP-nahen spekulanten verkauft...

Lappe ohne Rentier
00
25.1.2011, 11:25
Ich habe aufgrund des Bildes schon befürchtet,...

...die Zacherl-Fabrik sei gemeint...

Herzelichst
Ihr Lappe

Regis 1
04
25.1.2011, 10:05
Ich will nicht nur über Wohnbau reden

warum? lässt sich da zu wenig schmie****, pardon, ich meinte natürlich beraterhonorar, lukrieren?

Roter Baron
00
25.1.2011, 10:01
klar, dass

die övpler geil drauf sind

roter baron

BearT
00
25.1.2011, 09:20
Wir haben Platz. Lass uns eine FH bauen.

Irgendwie kann ichs jetzt langsam nicht mehr hören. Es gibt FHs für jeden noch so spezialisierten Spezialbereich (was ja nicht schlecht ist) und dann kommen solche Aussagen auch noch. Wir haben gerade Platz. Da könnten wir doch eine FH reinbauen. Eine bestehende hinsiedeln? Gar eine neue gründen? Worum soll's denn gehen auf der FH? Naja, FH halt, wir tun halt was für die Bildung.

Jo H
02
25.1.2011, 09:19

hauptsach gratis kriegen sie die liegenschaften.
schwarze kraum.

Roter Baron
00
25.1.2011, 10:02

na 1 symbolischen euro werdens schon bezahlen müssen...

roter baron

Jo H
00
25.1.2011, 11:45

genau. und wenns bankrott gengan, dann verstaatlichen wirs halt wieda.

Ex Tempore!
00
25.1.2011, 08:35

Auch Areale des Arsenals sollen abgestoßen und verkauft werden.
ich kann mir nicht helfen, aber das Foto erinnert irgendwie an eine Moschee (sogar mit Minarett!)... vielleicht gibt es ja islamische Interessenten? ;)

österix
31
24.1.2011, 19:01
Der Wechsel zu Hoch scheint der Wiener ÖVP gut zu tun.

Sachliche und vernünftige Vorschläge als Alternative zur Ankündigungs- und Stammtischpolitik Häupls.

Zinnmo
 
00
24.1.2011, 17:59

Hoch hat schon recht. Die Nutzung soll an den Standort angepasst werden, nicht umgekehrt. Nicht überall ist Wohnnutzung sinnvoll.

Und ja, die "kämpfenden Einheiten" sollen raus aus der Stadt rein ins Gemüse. In Wien sollte nur der Generalstab bleiben, alles andere sollte in höchstens 4-5 Standorte in ganz Österreich gebündelt werden. Das hiesse aber auch, dass Darabos' Kasernenneubau im Burgenland sofort gestoppt werden muß! Keine der dort bestehenden Kasernen bietet sich für eine sinnvolle Schwerpunktnutzung an.

xxx...yyy...
00
25.1.2011, 02:32
die garde müsste aber schon da bleiben

und nein, dass sind nicht nur die braven exerzierkünstler...

Clemo
01
24.1.2011, 20:00

Ob 4 oder 5, ich weiß nicht. Aber ja, international spricht man von eher über 500 Soldaten pro Standort. Bei ca 15.000 - 20.000 (Zivilbedienstete...) macht das 25 bis 35 Standorte. Einzelne Standorte (Zeltweg, Salzburg) sind ja deutlich größer. Und wenn du sogar 1.000 pro Standort ansetzt, dann sind wir bei einem guten Dutzend Standorten. Wobei man dann natürlich die Standorte massive ausbauen müsste, und zwar rein militärisch, aber auch mit Soldatenwohnungen (die können auch in der Nähe sein). Und das wird sicher nicht gemacht, wir investieren ja nix. Also wird weiter gepfuscht...

Zinnmo
 
00
24.1.2011, 23:15

Es hatt keinen Sinn, Truppen übers ganze Land zu verteilen, wenn man den Raum nicht vertidigen will/kann. Da wären Einheiten von 3000+ sinnvoller. Die großen Ausbildungskasernen, die es jetzt noch gibt, z.B. die Schwarzenbergkaserne in Salzburg, die beiden in direkter Nachbarschaft liegenden Grazer Kasernen zusammen (Belgier, Gablenz liegen an einer Straße keine 300m auseinander) wären schon in dieser Größe. Andere Standorte wie der Auslandseinsatzstützpunkt in Straß sind ähnlich groß.

Alles andere gehört zugedreht. Vor allem kann man die Standorte zumachen, die sich auch gewinnbringend verwerten lassen. Das sind nunmal die Wiener Standorte.

Clemo
00
24.1.2011, 15:19

Das Bild zeigt das Heeresgeschichtliche Museum. Das soll nicht aufgelassen werden, das wäre mir neu.

Soweit ich weiß, soll es in Wien einen Verwaltungsgroßstandort geben - richtig. Aber all die anderen Kasernen, sollen die mittelfristig auch geschlossen werden? Das wäre mir neu. Namentlich aufgeführt werden diese im Beitrag nämlich nicht. Obwohl man sicher einige zusammenlegen sollte (Starhemberg-Kaserne etc) bzw das wenigsten überlegen sollte. Aber wenn man jeden m*m um eine Kaserne, der derzeit als Reservefläche da ist, verkaufen will (wie beim Spital), dann wird man schwer in Wien zusammenlegen können, dann wird alles nach Niederösterreich müssen. Dort ist auch der Grund billiger, nur ob das dem Land Wien gefällt?

Toto Wien
00
24.1.2011, 17:01
Das Heeresgeschichtliche Museum wird schwer zumzusiedeln sein,

aber im Arsenal gibts noch einen weiteren durch das Bundesheer genutzten Bereich, sieht dort richtig grauslich aus und verschandelt das Arsenal nur.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.