Roll-Models für die schöne Stadt

24. Jänner 2011, 17:14
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    foto: screenshot www.wienerradlchic.com

Radfahren ist schön. Radfahrerinnen und Radfahrer sind schön. Das sieht eine ganze Community im Internet so

Bei allem Ärger, dem der urbane Radfahrer und die städtische Radlerin ausgesetzt sind, meint Leser B., zipfe ihn das ständige Rad-Trübsalblasen doch an: Radfahren, schreibt er, sei schließlich nicht nur ökologisch korrekt und gesund, sondern auch schön. Sowohl als Tätigkeit, als auch als Anblick. Er, betont Leser B., meine da keine dümmlich-sexistische sondern eine ästhetische Perspektive.

Er, schreibt Leser B., sei da nicht alleine: Auf der ganzen Welt gäbe es mittlerweile "Cycle Chic"-Seiten. Um schöne Rad-Bilder auszutauschen - und zur Schöner-Strampeln-Ermutigung. In Wien finde man dieses Community auf www.wienerradlchic.com.

Dort sieht man: Bei den Cycle-Chic-Aktivisten zwischen Kopenhagen, L. A. oder Barcelona steht nicht das teure, den letzten Stand der Technik repräsentierende auf- (oder auch runter)gebrezelte Designrad im Fokus: Im Schönrad-Netz sieht man Menschen auf dem Rad, die zwei zentrale Mottos sichtbar leben: "Style over Speed" und "100 % Lycra-free".

Logisch, dass es auf den Seiten der Ästhetik-Biker elegant und stylish zugeht: Radler im Anzug und mit genagelten Schuhen vor dem Café Landtmann finden sich hier neben hippen Bohemiens auf Beachcruisern am Ring-Radweg oder feinen Damen in hochwertigem Kostüm und Mantel, die mit fast madonnenhafter Anmut ruhig durch hektische Kreuzungsszenen fahren.

Beim Klicken zeigt sich, dass Leser B. recht hat: Radfahren ist schön – und Radfahrer sind schön. Doch das täuscht fast über einen kleinen Schönheitsfehler der Seite hinweg: Ob tatsächlich alle hier Abgebildeten auch gefragt wurden, ob es ihnen passt, sich im Web in voller Schönheit wiederzufinden, ist nämlich zumindest fraglich. Um es in schönen Worten auszudrücken. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/21.1.2011)

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was ist bitte daran original?

ich finde das ganze sogar peinlich. das Original nämlich, Copenhagen Cycle Chic, gibt es seit mehreren Jahren im Weg und es zeigt wirklich, was der Begriff "cycle chic" heißt. Die Wiener Abkupferung kann dagegen nur dem Zweck dienen, der ganzen Welt zu zeigen, wie öde es hier ist.

Was daran ist chic? Die Leute sind alle hundsordinär angezogen, kein einziges Bild, bei dem ich mal ein wenig überrascht gewesen wäre.

Wie schaut's eigentlich mit dem Persönlichkeits- / Bildrecht aus? Werden die Leute um ihr Einverständnis gebeten, bevor da ihre Portraits veröffentlicht werden?

Ich denke mal, die Seite wird es nicht so lang geben.

Guter Kontrapunkt zur Gefahrenhysterie mit Helmen, Warnwesten etc..

Als Radler soll man sich auch weiterhin wie ein ganz normaler Mensch kleiden dürfen.

Dürfen eh.
Aber es ist ein bissi auch eine Intelligenzfrage, ob ich mich bei diesigem grauen Wetter in Tarnfarben oder etwas greller aufs Rad setze.
Naja, natürliche Auslese.

Mit Intelligenz hat das nicht zu tun. Der Vorwurf kommt nur immer von den Sicherheitsfanatikern, die aber grundsätzlich die Probleme bei den falschen suchen.
Es sollte wieder selbstverständlich sein, das man als Fußgänger oder Radfahrer sich kleiden kann wie man will, ohne mit solch depperte Vorwürfen angepöbelt zu werden.
Wenn Sie im Auto zu wenig sehen, dann müssen Sie eben langsamer und vorsichtiger fahren. Das ist die Pflicht desjenigen, der ein gefährliches Fahrzeug bewegt, insbesondere in der Stadt.

für mich ist es intelligenter - weil mit helm am kopf kann eben der birne weniger passieren als ohne.
und wenn sie von einem autofahrer früher oder gar überhaupt wahrgenommen werden - ist es ein intelligentes plus an sicherheit. zwingen kann sie eh keiner dazu.
zum helm: damenrad, stadtfahrerin: über autotür geflogen, schwere kopfverletzungen, jahrelang krankenhaus/rehab - hätt vielleicht gar nicht sein müssen mit helm.

was vermeiden hätte werden können, wenn der autofahrer angemessen geschaut hätte -

nach hinten nämlich, bevor er seine tür aufreißt.

ich hofffe, der typ zahlt schmerzengeld und verdienstentgang bis zu seiem tod.

wir sind in österreich - da wird man nicht reich durch sowas - und welches geld der welt kann das leid ausgleichen?
und was wenn der gar nicht schuld ist, oder nur tlw.?

bei drastischen strafen wie etwa führerscheinentzug kommen wir schon an die sozialen grenzen - was bringt es wenn 2 leben "ruiniert" sind. hab da mal einen artikel über frankreich gelesen wo die ohne führerschein um zu überleben dann einfach ohne gefahren sind.
mein ansatz wäre den menschen möglichst viel durch maschinen/elektronik abzunehmen - denn menschen sind nun mal fehlerhaft.

Sie denken einfach nicht weit genug und nur kurzfristig. (kurz gesagt: dümmer statt intelligenter)
Wenn der Druck für mehr Aufmerksamkeit dorthin verlagert wird wo er hingehört (auf den Kfz-Fahrer) dann wird das wesentlich mehr Menschen helfen als ein Helm oder andere Schutz-Kleidung. Insbesondere der Helm wird massiv überschätzt in seinen Möglichkeiten.

Wer in ein Wettrüsten einsteigt mit übertriebener Beleuchtung, knallgelben Warnwesten etc. der trägt eine Mitschuld daran, das Autofahrer sich nur noch auf solche Personen konzentrieren und erst recht alles andere übersehen.

http://myhome.iolfree.ie/~hardshell/

2. teil

ideal wäre wenn wir die sicherheitsausrüstung erhöhen, aber so vorsichtig fahren als ob wir keine hätten.
denn bei autofahrern hat sich angeblich gezeigt dass ja besser die sicherheit und fahreigenschaften sind, desto schneller und riskanter viele fahren - fazit: die unfälle sinken nicht wie sie sollten.
abhilfe kann sowieso nur eine automatisierung bringen - also autos die automatisch bremsen bevor sie in etwas reinfahren - wird hoffentlich bald realität. über andere massnahmen wie strafen mach ich mir keine hoffnungen.

2.

Natürlich kann man für mehr Sicherheit der Radler sorgen. Über sichere Radverkehrsinfrastruktur, über bauliche Veränderungen in 30er Zonen (so dass dort auch wirklich 30 und nicht 50 gefahren wird) über bessere Verkehrsüberwachung etc..
Ist aber mühsam und kostet, während Warnwestenpflicht und Helmpflicht nur die Radler kostet und nervt.
Durch die ständige Panikmache halten viele Leute Radeln inzwischen für hochgefährlich und lassen sich deshalb davon abschrecken.
Auch ein Teil der Radler selbst glaubt er hätte das wesentliche für seine Sicherheit getan, wenn er einen Helm aufzieht. Leider ein Trugschluss. Ein Radhelm hat nur eine sehr geringe Schutzwirkung und kann in manchen Fällen sogar schädlich sein.

1.

Das mit der Risikokompensation stand auch kürzlich im Spiegel:
http://www.spiegel.de/wissensch... 48,00.html

Ich bin auch nicht gegen Sicherheitsausrüstungen, mein Fahrrad ist auf neuestem Stand (Edelux-Scheinwerfer, Standlicht, Nady, Reflexbereifung, Speichenstrahlstäbchen etc.) und da ich technische Kleidung beim Radeln bevorzuge sind dort ebenfalls Reflektoren dran und meine Sommerjacke ist sogar knallrot.

Trotzdem ist das derzeitige Diskussionsklima sehr schädlich. Die Politiker (Bezirksvorsteherin vom 1. z.B.) tritt im Sommerloch eine Warnwestenpflichkampagne los. Damit schiebt sie die Probleme den Radfahrer zu und zieht sich untätig aus der Affäre anstatt für mehr Sicherheit der Radler zu sorgen.

fehlt nur noch der helm - und keine frage autofahrer müssen aufpassen, egal was der radler anhat sonst sind sie schuldig bei einem unfall - nur als radler haben wir halt keine knautschzone.
ob man schutzkleidung vorschreiben sollte - hat ein für und ein wider - letztlich eine politische entscheidung.

Trügerische Scheinsicherheit mit Helm

Wenns im Sommer warm ist, dann habe ich natürlich auch keine Reflexkleidung mehr an und ein schweißtreibenden Helm erst recht nicht.

Das eine Helmpflicht insgesamt massiv nachteilig ist, dass ist längst erwiesen, siehe Australien.

Knautschzone im Auto und Helm, da liegen Welten dazwischen. Deshalb ist es so immens wichtig, sich nicht mit Helm- und Warnwestendiskussionen von den wirklich wichtigen Dingen abzulenken zu lassen.

Sehr schön wurde das hier zusammengefasst:

http://forum.spiegel.de/showthrea... ost6551342

http://forum.spiegel.de/showthrea... ost6551345

eva K - irgendwie sind frauen für mich da verdächtig - die tragen oft keinen helm um sich die frisur nicht zu zerstören - und versuchen das mit anderen argumenten zu rechtfertigen (im raucherforum gibts auch viele die mit studien beweisen dass rauchen weder schlacht, ja sogar gut sein soll!). das sollte man ersnst nehmen - nach dem helmtragen schaut man wirklich merkwürdig aus. lösung?

also wenn es um meine haut, meinen schädelknochen oder gar um mein leben geht bin ich egoistisch. wenn sie sich als märtyrer opfern wollen - hut ab. grundsätzlich haben sie zwar recht - nur das prinzip der natur ist "wettrüsten" - tarnen und täuschen, tlw. mit grellen farben sagen: vorsicht. oft ist es auch eine verkettung von ereignissen, tlw. auch mit mitschuld des schwächeren - aber dem hilfts wenig wenn er unterm auto liegt.
das helmbeispiel zeigt dass es ohne schnellfahredes auto geht - mich hat am radweg eine andere radlerin abgeschossen - bin nach kurzer ohnmacht aufgewacht und hab auf einen ausgebauten kanaldeckel der 20cm neben meinem kopf lag geschaut - wär ich damals (noch ohne helm) dort draufgedonnert würd ich nix mehr posten.

Das von Ihnen geschilderte Helmbeispiel zeigt

vor allem, das sie relativ unreflektiert an den Helm glauben, so wie irgendwelche Eingeborenen an ihren Talisman glauben.
Ob der Helm Ihnen gegen den Kanaldeckel wirklich geholfen hätte wissen Sie nicht. Wenn man sich die Prüfnormen für Radhelme durchsieht, kommen starke Zweifel über die Schutzwirkung auf. Der Radhelm hat auch noch das Problem, das er mit seinen vielen Schlitzen und der Form, die den Kopf nur halb umschließt (und nicht ganz wie ein Mofahelm) beim rutschen über den Boden eine enorme Hebelwirkung auf den Kopf ausüben kann, was z.B. beim Schlittern über einen eingebauten Kanaldeckel oder abgesenkten Randstein dazu führt, das man dort mit dem Helm einhakt und sich das Genick bricht. (ohne Helm oder mit Mofahelm dagegen nicht)

schützen und sich sichtbar machen, nach dem misstrauensgrundsatz fahren

ja und wenn man mit dem auto in den tiefen see fällt wärs besser man ist nicht angeschnallt...
ich kenn viele radler die mit helm gestürzt sind und ausser einem defekten helm nix am kopf hatten. und ich kenn halt welche die ohne helm schwerste und mittelschwere verletzungen hatten. auch in der eigenen familie - eine styroporpackung hilft bei jedem werentransport gegen beschädigungen - wieso sollte sie just am kopf gar nix bringen? unverwundbar wird man - nona dadurch sicher nicht.
alle übersehen etwas - auch ich, einer der umsichtigsten autofahrer den ich kenn hat eine strassenbahn übersehen - sowas passiert, unvermeidlich! erst wenn das automatisiert wird wirds etwas besser werden (je nach deren zuverlässigkeit).

Wenn man die Leute (selbst ohne Gesetz) nötigt, sich bei harmlosen Tätigkeiten Schutzkleidung und Warnkleidung anzuziehen, dann meiden sie diese.

Das hat die Helmpflicht in Australien sehr deutlich gezeigt.

Der Vergleich mit dem See hinkt. Ein stürzender Radler rutscht fast immer über den Boden, so dass dort der Helm auch nachteilige Wirkung entfalten kann.

Das er gar nichts bringt, würde ich nicht behaupten. In manchen Situationen kann er etwas helfen. Wie viel, das zeigt in etwa die Bedienungsanleitung, die vorschreibt, den Helm zu ersetzen, wenn er auf den Boden gefallen ist (ohne Kopf). Raten Sie mal wie oft z.B. Kinder den Helm derart unsanft behandeln...

ich setz auch beim baumschneiden einen helm auf, und in der werkstatt trag ich sicherheitsschuhe und beim rasenmähen feste schuhe - auch wenn sie mich nun als weichei bezeichnen :-)

Dann aber konsequent sein, den Helm kann man überall tragen.
http://autohelm.ch/

warum nicht - wobei dank airbag gibts da eh guten schutz. bei mir wär die körpergrösse tlw. ein problem.
für radfahrer kann ich mir auch eine helmpflicht vorstellen - ich fühl mich ohne richtig nackt, so wie ohne gurt im auto.
ich trag immer mb helme mit kleinem schirm - gegen etwaigen schmutz und auch mehr sonnenschutz. dank lüftungsschlitzen sind die radlhelme auch im sommer kein problem für mich.
bei den autofahrern ist ein mehr an sicherheit begehrt, statussymbol ect. - warum bei radlern eigentllich nicht?

und sie glauben wenn man mit "affenhaut" über den asphalt rutscht wäre es besser als wenn ein helm aus styropor und schale dazwischen ist.
können sie ausprobieren: auf allen vieren den kopf (stirn) fest auf den boden drücken und 1m weit grinden - zuerst mit helm, dann ohne. ich vermute ersteres ist angenehmer. keine angst, die helme halten schon einiges aus, hab erfahrung mit vielen kinder und erwachsenenhelmen. bei meinem gabs nur warnung dass man ihn nach einem sturz austauschen soll (eine zeitlang war das gratis - dann hats giro zurückgenommen, leider)

autolenker die alle vorsichtig genug fahren .. das nenn ich kür. pflicht ist nicht über den haufen gefahren zu werden.
ich möcht nicht der sein der einem einzelnen autolenker nachhaltig beibringt dass er zukünftig besser schauen muss.

Dazu reicht bereits ein Fahrrad mit der gesetzlich vorgeschriebenen Beleuchtung und den Reflektoren, insbesondere in einer hell beleuchteten Stadt wie Wien.
Der Fahrer sollte sich ganz normal kleiden und nicht versuchen alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Manche Autofahrer übersehen übrigens auch eine Bimm, gegen die ist Hopfen und Malz verloren.

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