Alexandr Dolgopolow schlägt auch Söderling

24. Jänner 2011, 10:41
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Ukrainer setzte Siegeszug fort - Ukrainer trainierte als Kind viel mit Muster - Raonic out

Melbourne  - Zwei Australian-Open-Debütanten hatten es überraschend bis ins Herren-Achtelfinale in Melbourne geschafft, am Montag schaffte immerhin einer noch den Aufstieg ins Viertelfinale. Der 22-jährige Alexandr Dolgopolow lieferte gar die bisher größte Sensation der diesjährigen Auflage des ersten Majors des Jahres. Der Weltranglisten-46. rang in seinem erst vierten Grand-Slam-Turnier den Weltranglisten-Vierten Robin Söderling (SWE) mit 1:6,6:3,6:1,4:6,6:2 nieder. Für den kanadischen Qualifikanten Milos Raonic endete hingegen der Lauf gegen David Ferrer (ESP) in vier Sätzen.

Dolgopolow trifft nun im Viertelfinale auf Melzer-Bezwinger Andy Murray (GBR-5). Der 22-jährige Ukrainer geht mit dem Selbstbewusstsein des ersten Sieges über einen Top-Ten-Spieler in dieses Duell. Er ist erst der zweite Ukrainer überhaupt nach Andrej Medwedew, der bei einem Major die Runde der letzten Acht erreicht hat. Sein Vater, der ihn lange Zeit trainiert hat, war früher auch Trainer von Medwedew.

Dolgopolow, der erste Melbourne-Debütant im Viertelfinale seit dem Franzosen Nicolas Escude 1998 ist, hat seinen Fünfsatz-Sieg über Jo-Wilfried Tsonga (FRA-12) eindrucksvoll bestätigt. Der Youngster, immerhin schon Nummer 46 der Welt, kennt die Tour von Kindesbeinen an. Schon mit vier Jahren war er quasi "Mitglied" der ATP-Tour, weil er seinen Vater begleitete. Schon früh durfte er mit vielen Größen Bälle schlagen.

Überraschend ist wohl, mit wem er am meisten gespielt hat. "Sicher hat Thomas Muster am meisten mit mir gespielt und auch Marc Rosset. Aber ich habe ziemlich alle Spieler kennengelernt. Wenn da ein Kind auf der Tour ist, versuchen alle Spieler mit ihm zu spielen. Ich hatte eine nette Zeit", erinnerte sich Dolgopolow zurück.

Ob er sich von Söderling, der Nummer vier der Welt, mehr erwartet hätte? "Nicht wirklich. Er hat gut gespielt. Wahrscheinlich habe ich gut returniert, dass hat mir geholfen, das Match zu gewinnen", sagte Dolgopolow, der freilich gleich auch zusätzliche Fans auf den Tribünen gewonnen hat, weil man durchgesagt hat, dass er mit Jack Reader einen australischen Coach hat.

"Meine zwei größten Waffen sind mein Aufschlag und meine Vorhand. Die waren heute keine Waffen", begründete Söderling, der wegen Blasen am Fuß behandelt worden war, sein Ausscheiden. "Aber er ist gut. Er hat eine großartige Rückhand, bewegt sich sehr gut und ist ein toller Konterspieler", zollte der Schwede seinem Bezwinger Lob. Andy Murray, der schon gegen Dolgopolow gespielt (und gewonnen) hat, ist vor dem Aufsteiger gewarnt. "Er hat ein sehr unorthodoxes Spiel, sehr anders im Vergleich zu den meisten anderen."

David Ferrer ließ sich von Milos Raonic nicht überraschen - außer im ersten Satz. Der ging mit 6:4 an den Außenseiter, der in Montenegro geboren wurde, 1994 aber nach Kanada emigrierte. Dann bekam die Nummer 7 der Welt die Nummer 156 aber immer besser in den Griff. Für Raonic, der aus der Qualifikation kam, war es jedoch auch schon das siebente Match en suite. Nach 2:36 Stunden hieß es 4:6,6:2,6:3,6:4 für Ferrer. Raonic kann nach Siegen über Michael Llodra (FRA-22) und den Weltranglisten-Zehnten Michail Juschnij (RUS) aber mit stolzer Brust aus Melbourne abreisen.

Der topgesetzte Spanier Rafael Nadal hat mit einem Dreisatzsieg über Marin Cilic das Viertelfinale der Tennis-Australian-Open komplettiert. Der Weltrangliste-Erste setzte sich gegen den als Nummer 15 gesetzt gewesenen Kroaten 6:2,6:4,6:3 durch, trifft nun am Mittwoch auf seinen heuer noch ungeschlagenen Landsmann Ferrer. Zum Abschluss des Tages kürte sich Kim Clijsters zur letzten Viertelfinalistin im Damen-Bewerb, sie gab Jelena Makarowa mit 7:6(3) und 6:2 das Nachsehen. (APA)

 

 

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    Alexandr Dolgopolow

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