Ritter von der traurigen Gestalt

23. Jänner 2011, 18:24

Norbert Darabos demontiert sich in einem Kampf, der nicht seiner ist

Man kann Norbert Darabos unterstellen, dass er ein guter Mensch ist. Das macht noch keinen guten Politiker aus. Im Gegenteil. Einem Politiker, der sich grundsätzlich um Redlichkeit in seinem Handeln bemüht, merkt man umso deutlicher an, wenn er sich verbiegt, wenn er Entscheidungen vertreten muss, die nicht seine sind, wenn er das Fähnchen im Wind gibt, das er eigentlich nicht sein will.

Jetzt muss er das sein. Und er ist es in aller Öffentlichkeit. Nicht gerne.

Norbert Darabos gibt den Ritter von der traurigen Gestalt.

Als Verteidigungsminister tritt Darabos gerade dafür ein, die allgemeine Wehrpflicht abzuschaffen und stattdessen ein Berufsheer einzuführen. Vor einem halben Jahr war Darabos noch ganz anderer Ansicht, die Wehrpflicht war für ihn "in Stein gemeißelt", wie er damals befand. Seitdem ist einiges geschehen, was Darabos nicht beeinflussen konnte: Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl brauchte in der Schlussphase des Wahlkampfes noch ein Thema und fand es in der Wehrpflicht. Dass diese abzuschaffen sei, befand dann auch Kanzler Werner Faymann. Also musste Darabos einen Schwenk um 180 Grad vollziehen und tat es auch.

Mit der Eile, die ihm vorgegeben ist, wird er selbst nicht glücklich sein. Noch gibt es nicht einmal ein Sicherheitskonzept, geschweige denn, dass sich die Regierungsparteien darauf geeinigt hätten, wo sie überhaupt hinwollen, da wird bereits das Instrument dafür geformt. Aber der Bundeskanzler will das halt rasch haben, und darum macht es der Darabos, völlig überhastet und nicht bis in die Details durchdacht.

Experten und Betroffene beklagen den Pfusch, und mit seiner Drohung gegen Kritiker, vor personellen Konsequenzen nicht zurückzuschrecken, hat sich der Minister nun Rücktrittsforderungen eingehandelt, die an die Substanz gehen.

Als Politiker ist Darabos schwer beschädigt - und sein politisches Ausgedinge, als Landeshauptmann zurück in seine Heimat, das Burgenland, zu wechseln, ist in weite Ferne gerückt.

Dabei kann man Darabos eine Tugend nicht absprechen: Loyalität. Nur dankt ihm das keiner. Seine Loyalität ist so sprichwörtlich, dass sie von seinen Chefs als völlig selbstverständlich vorausgesetzt wird. Der damalige SPÖ-Chef machte Darabos nicht wie besprochen zum Innenminister, sondern tat ihm das Verteidigungsressort an. Darabos schluckte seinen Ärger runter und folgte. Gusenbauer machte sich darüber auch noch lustig.

Auch Darabos' aktueller Chef, Kanzler Faymann, höhnte ihn in aller Öffentlichkeit, als er in der Neujahrsansprache darüber räsonierte, was denn alles in Stein gemeißelt sei - und was eben nicht. Darabos nimmt solche Scherze auf seine Kosten widerspruchslos hin. Stärke versucht er dagegen gegenüber den "eigenen" Leuten zu zeigen, wenn er etwa den Offizieren mit Maßnahmen droht, sollten sie Kritik äußern. Das zeugt nicht unbedingt von Größe und Autorität.

Darabos sollte öfter widersprechen und seine Meinung sagen. Nicht seinen Untergebenen, sondern seinen Chefs, den Gusenbauers, Häupls und Faymanns oder wer sich sonst auf seine Kosten profiliert. Das würde ihm Respekt bringen, und wahrscheinlich täte er sich in der Früh beim Rasieren leichter, wenn er in den Dialog mit seinem Spiegelbild träte. Man würde ihm dann wieder leichter glauben wollen und seine Redlichkeit schätzen. (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 24.1.2011)

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Mir tuts immer weh wenn ich dem Darabos zuhören muss

Unglaublich, dass jemand mit solchen sprachlich-legasthenischen Defiziten in eine Leitungsfunktion eines Ministeriums rutschen kann. Darabos dürfte mehr Zeit damit verwenden, das "wie" dessen was er zu sagen gedenkt zu überlegen als das "was". Und dann kommt trotzdem ein teilweise unverständliches Gwirx raus. In der Sache hat er ja recht - aber technisch macht er ALLES kaputt. Bitte Reload! Ein Minister muss auch vekaufen können!

Traurige Gestalt ?

Nach der Abberufung Entacher´s der Herr Zivildiener offenbar nicht.

Von Gestalt kann man bei einer

Amöbe ja eh nicht mehr reden.

Darobos

Darabos und der Berlakovits ,ab ins Burgenland und das übrige Österreich in Ruhe lassen,bitte.Und Größenwahn ist keine Schande sondern eine Krankheit.

auf dem glatten wiener Parkett ausgerutscht

die alten Seilschaften wie Fischer, Häupl und neuerdings auch Faymann haben schon manchen Parteifreund über die Klinge springen lassen.
z.B. Faymann: er läßt seine Ministerin im Regen stehen, da ist ihm Bildung egal, da zählen nur seine Interessen.

soso

Der Häupl hat unqualifiziert diese Sache losgetreten, Der Zivi-Burgenländer muß sie nun ausbaden.

Eigentlich ein Wahnsinn, was die da aufführen!

also mir war nicht klar dass der häupl ein chef vom darabos ist...

...und das mit dem respekt hat er schon vor einiger zeit verloren - als "zweiter offizier" wird er noch einige jahre einen wahrscheinlich relativ guten job machen, aber mehr auch schon nicht.

Häupl ist der reale Vorgesetzte von Darabos sowie Erwin der Vorgesetzte von Pepi Pröll ist.

ein typischer österreicher eben ...

nach oben buckeln, nach unten treten.

eine jämmerliche figur, sonst nichts, als lh würde dieser rückgratlose opportunist ein noch grösseres trauerspiel abgeben, KEIN burgenländer hätte sich das verdient.

wahrscheinlich waren nur frau forstinger und herr krüger in den letzten 20jahren als minister deplazierter in ihrem amt als herr darabos, bloß haben erstere nicht so lange zeit bekommen, ihre unfähigkeit länger zu beweisen. bei herrn darabos muss man ja schon seit der völlig mißratenen ef-vertragsänderung von einem gewaltigen sicherheitsriskiko für ö sprechen.

rücktritt, jetzt.

der zweck, der hinter dem steht..

macht sinn. ich geb darabos recht, es ist eine gute idee. wehrpflicht ist überholt und ich schlage den militärs vor, sich zwecks befriedigung ihrer macht- und chargengelüste vielleicht mal in therapie zu begeben.
bei einem freiwilligenheer gäbe es willkür wohl nur mehr in etwas abgeschwächterer form, und die bereitschaft zum dienst wäre naturmässig höher. ich meine jetzt aber katastrophenschutz, andere hilfsdienste und vielleicht noch grenzschutz. denn eine bewaffnete auseinandersetzung wirds wohl nicht mehr spielen.

"denn eine bewaffnete auseinandersetzung wirds wohl nicht mehr spielen."

recht so!
keine ahnung, aber eine meinung - haben.

ich finds ja lustig

wie tief die meinung verankert das, wenn jemand einer partei nahesteht er deren vorschläge doch nicht öffentlich kritisieren darf ... schönes verständis von demokratie das manche hier haben

wie verstiegen und/oder ahnungslos muß man sein,

um herrn darabos auf eine stufe mit don quijote zu hieven?

Darabos war ein guter Parteimanager...

... für das Verteidigungsministerium fehlen ihm aber alle Voraussetzungen. Das muss man jedoch Gusenbauer und Faymann vorwerfen.
Dass er Beamte, die öffentlich Kritik üben, nicht akzeptieren kann, ist hingegen normal. Man stelle sich vor, ein Beamter des Finanzministeriums würde dem Vizekanzler Pröll via Profil ausrichten, dass das Budget ein Schmarrn ist.

man stelle sich vor, ein finanzminister nützt seine position, um verfolgung der steuerhinterziehung seiner freunde

zu verhindern, um sich beim verscherbeln von volksvermögen bestechen zu lassen, um..............................
bitte keine wie immer gearteten vergleiche von grasser und co mit darabos!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

"Man stelle sich vor, ein Beamter des Finanzministeriums würde dem Vizekanzler Pröll via Profil ausrichten, dass das Budget ein Schmarrn ist."

Na, genau das ist doch das Problem, dass das nicht gemacht wird. Denn jeder weiß, dass das Budget ein Schmarrn ist.

"...wenn er das Fähnchen im Wind gibt, das er eigentlich nicht sein will."

Muss er nicht.
Er könnte ja auch sagen "ohne mich" und sein Amt zur Verfügung stellen.

Obwohl die meisten unserer Politiker ohnehin einen Rückfahrschein haben (bei AMS, Gewerkschaft etc. karenziert) tun sich unsere Politiker damit besonders schwer.

Zwischenzeitlich ist es allerdings schon so, dass das im Prinzip auch gar keiner (mehr) von einem Politiker erwartet...

Gaal wäre ein geeigneter Nachfolger

"Loyalität"

So kann man Rückgratlosigkeit auch nennen.

Oder : dass jemand ALLES tut, um in der Partei Karriere zu machen.

Opportunismus ist wohl die passendere Bezeichnung als "Loyalität".

Sie meinen die Loyalität des

Herrn Völker seinen Herren gegenüber?

gemeinsame europäische Armee!

Ein Europa, eine Währung, eine Armee!
Allgemeine Wehr-, Zivildienst-, Technischeshilfswerkpflicht für Männer und Frauen. Mindestens die hälfte der Dienstzeit (ein Jahr gesamt) muss in einem anderen europäischen Land geleistet werden. Der Oberbefehl muss beim Europaparlament liegen. Natoausstieg. Neutralität. Das wäre gescheit.
Im übrigen bin ich für das europäische Generalabonnement.

natürlich geht das. wenn mans a bisserl g'schickt anstellt und sein wissen nicht aus wikipedia bezieht.
diskutierens mal mit an verfassungsrechtler...

Red DU doch einmal mit einem Verfassungsrechtler

Der wird dir flüstern, dass es IN KEINEM LAND EUROPAS einen solchen Zwangsarbeitsdienst gibt.

Und zwar aus oben genannten Gründen (EMRK)!

whow, noch einer der es geschafft hat das kürzel emrk in wikiirgendwas einzugeben.
wieviele meinungen hättens denn gern zum thema?
reichen die österr. parade-vf-rechtler: mayer, öhlinger und funk? von denen schliesst das was sie zwangdienst nennen nämlich keiner aus. was heute unter wehrpflicht läuft is ja auch nix anderes. noch dazu völlig gleichheitswidrig.
als vereinbar mit der emrk gilt auch die sogenannte allgemeine bürgerpflicht.
nochmal: es muss natürlich intelligent verankert werden, und dazu braucht es mit sicherheit polititschen konsens (was ich nicht glaub dass passieren wird)
und natürlich geht das ganze nur unter beachtung von parametern wie "angemessenheit" oder "ausreichender entlohnung"

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