Ein Vorzeigemodell für den Islamunterricht

23. Jänner 2011, 17:07

Studenten lernen, Verantwortung für die Bildung und Ausbildung muslimischer Kinder zu übernehmen

Wien - Die Glocke läutet, die Schüler stürmen in die Klasse hinein. Hedija Hadzic betritt den Klassenraum. "Schritt für Schritt lebt man sich in den Schulalltag hinein. Je öfter man unterrichtet, desto besser fühlt man sich", berichtet die 23-Jährige von ihrer schulpraktischen Zeit. Denn schon vom ersten Semester an musste die Lehramtsstudentin im Zuge des privaten Studiengangs für Islamische Religion an Pflichtschulen schulpraktische Studien absolvieren.

Hedija war 18, als sie sich kurzfristig für die Ausbildung entschied. Jetzt steht sie kurz vor ihrer Bachelorprüfung. "Ethik im Religionsunterricht" ist der Titel ihrer Abschlussarbeit, die sowohl theoretische als auch praktische Elemente dieser Thematik behandelt. Das hat sie bewusst so entschieden, denn "es soll für die Religionslehrer im Unterricht nützlich und umsetzbar sein. Wir haben noch lange nicht ausreichende Materialien."

Über den privaten Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien (früher Islamische Religionspädagogische Akademie) weiß sie nur Gutes zu berichten: "Diese Ausbildung hat uns darin unterstützt, uns in diesem Land heimisch zu fühlen und Verantwortung für die Bildung und Ausbildung muslimischer Kinder zu übernehmen. Die Schüler sind begeistert, wenn wir mit ihnen über den Sinn des Lebens diskutieren und wenn wir im Unterricht moderne Unterrichtsmethoden anwenden."

Der staatlich anerkannte Studiengang existiert seit mehr als zehn Jahren und widmet sich derzeit ausschließlich der Ausbildung von Religionslehrern. Dass die Ausbildung seit 2007 in deutscher Sprache stattfindet, war für die bosnischstämmige Hedija eine weitere Motivation, das Studium zu absolvieren.

"Es wurde Zeit für die angehenden Religionslehrerinnen und Religionslehrer, in angemessenen Räumlichkeiten eine professionelle Lehrerausbildung zu erhalten", sagte die aktuelle Leiterin des universitären Studiengangs, Amena Shakir, am Freitag bei der Eröffnung des neuen Gebäudes in Wien-Liesing. Die Entwicklung des Islamischen Religionsunterrichtes in Österreich habe trotz vieler Herausforderungen Modellcharakter für Westeuropa, betonte sie. Shakir konstatierte eine Verstärkung des Bekenntnisses zur Republik Österreich, welches sich durch einen gleichberechtigten Umgang mit Muslimen ergebe. Ihre Studenten vermitteln den zukünftigen Schüler, dass sie als Muslime zugleich Österreicher sein können und dass dies kein Widerspruch sei. (Nermin Ismail, DER STANDARD, Printausgabe, 24.1.2011)

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13 Postings

Zu schade das Kinder nicht das Recht erhalten vor den Mythen ihrer primitiven Vorfahren geschützt zu werden, anstelle werden hier die Rechte einer Grp über die Rechte des Individuums gestellt

Ehrlich gesagt,

hielt ich bis vor kurzem nichts von dieser IRPA. Doch seit einigen Jahren hat sich viel verändert. Ich schätze mal, dass es etwas mit der neuen Leiterin, dieser Shakir, zu tun hat. Auf jeden Fall bin ich stolz darauf, sagen zu können, dass WIR Vorreiter in diesem Fall sind und nicht die Schweiz und vor allem nicht Deutschland!

toll!

es ist schön, zu lesen, dass es in der moslemischen community doch auch positive beispiele gibt, die ihren weg in die medien finden. komisch eigentlich, dass da gerade in österreich eine vorreiterrolle übernommen wird...

Na fein,

dann brauchen wir uns um unsere Zukunft ja keine Sorgen zu machen, wenn der Islam jetzt auch mit Ethik verknüpft wird.

Solange Schiiten, Aleviten, Ismailiten, Sufis, Ba'hai usw. trotz aller unterschiedlichsten Ansichten alle einheitlich als "Moslems" mit demselben Unterricht (!!!) bedacht werden, der von den Saudiarabischen Wahabiten (fanatische Sonder-Sekte der Sunniten) und dem IGGIÖ kontrolliert wird, kann das wohl kein ausgewogener und fairer Unterricht sein, oder?

achso, die ismailiten und aleviten und bahai müssen den

islamischen unterricht besuchen, also sie sind dazu gezwungen?
das die iggiö wahabiten sind wundert mich, wo doch der chef von denen nicht mal einen bart hat und seine frau kein kopftuch. das paßt jetzt aber nicht zum wehabismus.

Das kanns ja nicht sein:...

..."Ethik im Religionsunterricht"!!!
Was ist das für ein Schwachsinn !!!
Religionen gehören nicht in die Schule !!!
Ethikunterricht in der Schule hingegen, JA !!!
Aber Bitte nicht "Ethik im Religionsunterricht" !!!

meine praxisbetreuungslehrerin

hat damals alle immigrantenkinder automatisch in die 3. leistungsgruppe eingestuft. ich dachte mir, dass man das nicht machen könne. im laufe der jahre näherte ich mich ihrer einstellung an und heutzutage ist das eh obsolet, da alle in der gleichen klasse in der so fortschrittlichen nms sitzen müssen.

"als Muslime zugleich Österreicher sein können .."

Alleine dieser Teil-Satz ist entlarvend. Wenn man als Österreicher irgendeiner Religion anhängt, dann darf das keinen Einfluß haben, in erster Linie Staatsbürger zu sein. Falls doch ist in der Bildung etwas schiefgelaufen. Schlussfolgerung: Religion hat in der Schule nicht verloren, egal welche und sollte gegen einen wertneutralen Ethikunterricht ersetzt werden.

Solange es so zahlreiche Österreicher gibt, die finden, der Islam habe hier nichts verloren, ist es eben nicht selbstverständlich gleichzeitig Moslem und Österreicher zu sein.

Sie sollten Ihren Vorwurf also an bestimmte Österreicher adressieren.

"wertneutraler Ethikunterricht"

Sie fordern vermutlich auch einen "grammatikneutralen Deutschunterricht".

LOL!

hmmm

also ihre schlussfolgferung versteh ich nicht.

trotzdem gebe ich ihnen recht -
der satz "als Muslime zugleich Österreicher sein können .." ist nicht nur entlarvend sondern bezeichnend. hier besonders weil der satz ja von jemandem stammt der so einen satz gar nicht sagen dürfte ...

"daham statt islam", schon mal gehört/gelesen

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