Wer die Autozukunft plant

23. Jänner 2011, 17:08
  • Artikelbild
    foto: guido gluschitsch

    Was spricht deshalb dagegen, den Individualverkehr künftig cleverer und umweltfreundlicher zu gestalten, auch wenn damit gröbere Veränderungen innerhalb der Strukturen der Autohersteller verbunden sind?

Darf man das Auto aus der Klimadiskussion rausrechnen, fragt Rudolf Skarics

Es ist naturgemäß ein Unterschied, ob ich eine Statistik dazu nutze oder gar in Auftrag gebe, um ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, oder ob ich sie unvoreingenommen dazu verwende, aus ihr zu lernen, also daraus für möglichst viele die jeweils günstigsten Maßnahmen abzuleiten. Da Statistiken fast immer mit konkreten Interessen verknüpft an die Öffentlichkeit kommen, wissen wir ja, was von ihnen zu halten ist: nicht viel.

Besonders heikel wird das natürlich beim Thema Klima. Selbstverständlich hat es in der Erdgeschichte immer wieder grobe Klimaschwankungen und auch Klimakatastrophen ohne menschlichen Einfluss gegeben. Das ist aber keine Rechtfertigung, die Probleme, die auf uns zukommen, herunterzuspielen oder zu negieren. Denn die Versicherungen arbeiten schon seit vielen Jahren mit konkreten Schadensszenarien in Dollar und Euro. Dort lebt man längst von und mit der hausgemachten Katastrophe.

Aber es existieren noch immer gesellschaftspolitisch maßgebliche Institutionen und Personen, sogar Universitätsinstitute, die das Auto aus der Klimadiskussion rausrechnen wollen. Selbstverständlich gibt es viele andere Klimaverantwortliche auch, aber was spricht deshalb dagegen, den Individualverkehr künftig cleverer und umweltfreundlicher zu gestalten, auch wenn damit gröbere Veränderungen innerhalb der Strukturen der Autohersteller verbunden sind?

Die Autoindustrie hat jedenfalls längst kapiert, wohin sich die demografischen Datenströme der Weltbevölkerung bewegen. Die Politik schafft es nicht einmal, das österreichische Pensionssystem zu bändigen. Die Frage ist: Wollen wir wirklich jedwede Mobilitätsfrage allein von der Autoindustrie beantworten lassen? (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/21.1.2011)

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
socratimp
00
25.1.2011, 13:07
und wo ist der eigentliche artikel?

dachte bei der überschrift, es ginge um eine analyse, wer wie viel einfluss auf die autoentwicklung ausübt. quasi ein blick hinter die kulissen... schade!

Mariothereal
02
24.1.2011, 14:14
Quelle: Brand Eins 09/2010 Die Welt in zahlen

"Jährlicher Ausstoß an schädlichen Schwefeloxiden durch alle 760 Millionen Autos weltweit,
in Tonnen 76.760
Jährlicher Ausstoß an schädlichen Schwefeloxiden durch die 15 größten Schiffe der Welt,
in Tonnen 78.000"

Leider keine Angabe zu weiteren Quellen.

Aber ich bin eh fürs fahrradfahren

Raymond Domenech
00
24.1.2011, 14:35
Schweröl ist kein Zuckerwasser

Da soll sich mal einer wegen den Autoabgasen beschweren, der am Hamburger Hafen stand :)

Raymond Domenech
01
24.1.2011, 08:13
Bitte die Politik nur das machen lassen, was sie kann.

Die Autoindustrie arbeitet per se an Alternativen, sie wollen ihr Zeug ja verkaufen - ob da jetzt CO2 oder Lollipops hinten rauskommt ist denen doch wurscht, da geht es um Gewinn.

Das Gscher mit den fossilen Treibstoffen reguliert sich in den nächsten paar Jahren sowieso von selbst, siehe die progonstizierten Preisanstiege in den kommenden Jahren.

Als ob sich dann noch jeder ein Auto (oder Heizung) leisten könnte.

Von daher haben VCÖ&Co eh schon längst gewonnen, da brauchen wir unsere Bundespeppis bitte nicht auch noch reinwurschteln lassen.

Parkschwein
02
24.1.2011, 08:42

witzig in dem zusammenhang finde ich auch immer wieder dass groß wegen dem co2 geschrieen wird aber die problematik der endlichkeit des öls in der politik kaum ein thema ist. es kommt einem so vor als würde das eine problem als ein anderes verkauft werden. kann aber auch nach hinten losgehen.
der ölpreis wird sich weiter oben ne ganze zeit einpendeln, wegen den großen mengen an schwerer förderbarem öl.
letztlich sind das probleme die durch einsparungen nicht lösbar sind, dafür gibts entweder eine technische lösung oder garkeine.

Helmut Jiranek
00
24.1.2011, 12:07

Auch wenn das Rohöl aus geht werden unsere Autos weiter fahren. Treibstoff wird auf längere Sicht gesehen wohl aus Biomasse (Zellulose, Raps, etc.) hergestellt werden. Bei sinnvoller Herstellung ermöglich Biosprit angeblich sogar eine Reduktion von CO2: http://de.wikipedia.org/wiki/Biotreibstoff

Dennoch halte ich Massnahmen zu Schadstoffreduktion von Kraftfahrzeugen für sehr sinnvoll um die Schadstoffbelastung vor allem in Städten weiter zu reduzieren (Abgasnormen, zunehmende Elektrifizierung). Und die müssen von der Politik kommen.

Ne Si
00
bei der herstellung von biosprit

werden unmengen an trinkwasser verbraucht (hab eine zahl von 4.000 liter im kopf aber nicht in welchem verhältnis).idealerweise verwenden wir in zukunft etwas, bei dem grundrohstoffe nicht mit viel energieaufwand von a nach b und zur verarbeitung nach c und dann nach d transportiert werden müssen.

kapitän nemo
01
24.1.2011, 16:02

biotreibstoff ist leider keine gute allgemeinlösung.
weil wir die enormen anbauflächen nicht haben, bzw würden die zulasten der lebensmittelproduktion in unserer überbevölkerten erde gehen, und /oder es würde noch mehr regenwald gerodet.
einzig die sonne bietet nachhaltig umweltverträgliche energie, und das noch dazu im überfluss.

solange aber einige technische probleme , die sonnenenergie kostengünstig zu speichern und zu transportieren, noch nicht gelöst sind, muss vor allem der verbrauch fossiler treibstoffe reduziert werden; sei es nun durch mehr effizienz, oder durch persönliche einschränkung.
Erdöl wird auch als rohstoff für kunststoffe dringend benötigt, und ist daher eigentlich viel zu kostbar um verbrannt zu werden

Parkschwein
01
24.1.2011, 16:21

biosprit ist eine möglichkeit, die sonnenenergie kostengünstig zu speichern und zu transportieren. das geht prinzipiell auch ohne konkurrenz zum nahrungsmittelanbau. und natürlich brauchts da noch forschung und es gibt noch genug technische probleme.

kapitän nemo
01
24.1.2011, 16:59
wir haben jetzt 7 milliarden menschen auf der erde, die bereits sehr viel fläche bloß für landwirtschaft verbrauchen (aus diesem grund sind ja auch viele wildtiere vom aussterben bedroht, die wie zb tiger große waldreviere brauchen, die von menschen

die von menschen zunehmend zerstört werden.
auch unsere landwirtschaft ist ja schon in vielen regionen nicht nachhaltig ( kunstdünger, bewässerung mit grundwasser)
ein auto verbrennt aber deutlich mehr biomasse als ein mensch, und wir haben bereits über 1milliarde autos auf der welt, und es werden noch mehr.
das erdöl und die kohle sind ja biomasse die über millionen jahre gespeichert wurde, und nun innerhalb eines jahrhunderts nahezu aufgebraucht wird.wie soll das alles jetzt im selben tempo nachwachsen?
natürlich betrifft das nicht nur die autos sondern auch die industire- zb auch die autoindustrie. an die energie und die ressourcen, die in die produktion eines autos gesteckt werden, denkt man leider viel zu selten

Parkschwein
02
24.1.2011, 12:11

phu, dann kauf ich mir doch beruhigt einen lf-a. oder einen v12 vantage.
;-)

spaß beiseite, biosprit hat leider aufgrund einer recht erfolgreichen negativimagekampagne vor kurzem einen schlechten ruf. aber das potential halte ich für sehr gut.

in der ganzen e-auto-diskussion wird nämlich die tatsache ausgelassen dass man eine energiequelle nicht durch einen energieträger ersetzen kann.

ad luft in städten: euro5 benziner sind schon seeehr sauber. irgendwo muss man auch ne grenze ziehen. ist halt schwierig zu entscheiden, wo.

Raymond Domenech
00
24.1.2011, 14:38
Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose

und bevor er dort hinausfliegt, wartet er im Kabel.

Parkschwein
00
24.1.2011, 14:46

deswegen brauchen wir auch keine bösen atome.

Raymond Domenech
00
24.1.2011, 14:50
Da bin ich sowie dagegen. Und gegen Gene auch.

Presumption of Innosence
31
24.1.2011, 08:02
Ohne Ölindustrie kann auch die Autobranche nichts ausrichte

die kaufen alle Antriebs-Patente, die vom Öl loskommen!

Die Erde wird sich mal schütteln und die Flöhe sind im Meer mitsamt ihren Milliarden-Gewinnen.

Parkschwein
12
24.1.2011, 08:38

du weißt schon dass patente nix geheimes sind sondern irgendwo zur einsicht aufliegen?
na dann zeig mal her die super alle probleme lösenden antriebspatente die von der bösen ölindustrie in irgendwelchen schubladen gehortet werden ... ich bin gespannt!

immer wieder amüsant ..

oblomow II
01
24.1.2011, 18:39
net haltens

... die poster hierorts mit wirklichkeit auf in Ihrem streben ...

WBR
01
24.1.2011, 13:30

Hmm... Einerseits immer wieder amüsant, andererseits bedenklich, weil es entsprechend gepolte Menschen noch in ihrem Wahn bestärkt.

Erwähnenswert wäre hier auch noch das Druckluftauto.
http://www.youtube.com/watch?v=LlEGp_VkTGg
Zwar kein allzu vernünftiges Prinzip (ineffizient, sehr beschränkte Reichweite), dafür aber wenigstens kein Perpetuum mobile.

Parkschwein
07
24.1.2011, 07:51

ich finde, wenn man schon statistiken kritisiert könnte man die zahlen auch aus einer anderen sicht darstellen.
es wird ja immer so getan als wäre der pkw-verkehr der co2-verursacher schlechthin.
zahlen aus D:
43% kraftwerke
25% industrie
13% privathaushalte
12% pkw
7% übriger verkehr
(2007 lt umweltbundesamt)

unter diesem gesichtspunkt erscheint das durch das hier beliebte suv- und starke-autos-bashing erreichbare einsparungspotential ja tatsächlich endenwollend :-)

poledo2
 
00
24.1.2011, 15:03
Ja, es ist endenwollend,

...aber mit der Strategie "Ich mach nix, weil mein Beitrag ja eh nur wenig ausmachen würde" bzw. "Die anderen dürfen auch, deswegen will ich auch" geht letztlich gar nix weite. Auch nicht Sinn der Sache, oder?

Parkschwein
00
25.1.2011, 09:57

klar, aber wenn man aus purer solidarität jede noch so kleine bequemlichkeit aufgibt bleibt am ende auch nicht mehr viel übrig ... es gibt keine absolute wahrheit darüber welches verhalten angemessen ist und welches nicht.

poledo2
 
00
26.1.2011, 14:26
poledo2
 
00
26.1.2011, 14:21
Natürlich gibts keine absolute Wahrheit...

...aber von der spricht ja hier auch niemand.

Ich glaube aber, dass die Relationen ihrer Sichtweise nicht stimmen. Auch wenn ich die Annahmen für überteiben halte: Geschätzte 70% Einsparungspotential im Verkehr sind nicht nur eine "noch so kleine bequmlichkeit".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.