Vonn holt Cortina-Double

23. Jänner 2011, 12:43
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US-Amerikanerin gewinnt auch zweiten Super-G - Mader als beste Österreicherin auf Platz sechs

Cortina d'Ampezzo - Vonn, Riesch und zum Abschluss wieder Vonn: Auch in den drei Speedrennen 2011 in Cortina d'Ampezzo hat kein Weg an Lindsey Vonn und Maria Riesch vorbeigeführt. Die US-Amerikanerin gewann trotz ihrer in der Abfahrt erlittenen Innenband-Zerrung am Sonntag auch den zweiten Super-G unter der Tofana knapp vor Riesch, die am Vortag erstmals die klassische Cortina-Abfahrt für sich entschieden hatte. Regina Mader rettet als Sechste mit ihrem besten Weltcup-Resultat überraschend die Ehre der ÖSV-Damen.

Am Freitag hatte Riesch (9.) im ersten Super-G gepatzt, am Samstag Vonn trotz einer haarsträubenden Situation in der Abfahrt noch Platz drei gerettet. Am Sonntag kamen beide erstmals ohne gröbere Probleme durch und fanden sich am Ende fast gleichauf an der Spitze wider. Nur fünf Hundertstel trennten Vonn von Riesch, die drittplatzierte Schweizerin Lara Gut lag schon 0,88 Sekunden zurück.

"Es war nicht leicht, denn die Schmerzen waren sehr groß", sagte Vonn, die nach ihrem Beinahe-Crash am Samstag sowohl Pressekonferenz als auch die abendliche Siegerehrung "gespritzt" hatte, um ihr Knie wieder fit zu bekommen. "Trotzdem ist mir heute ein sauberer, fehlerfreier und aggressiver Lauf gelungen", meinte die Weltcup-Titelverteidigerin, wirkte aber sehr gedämpft. Ihre Knieprobleme zwingen sie nun in der wichtigsten Weltcup-Phase zu einer mehrtägigen Therapie. Skifahren ist bis auf weiteres abgesagt.

Während Vonn mit ihrem fünften Sieg unter der Tofana mit Isolde Kostner gleichzog und dort jetzt nur noch Renate Götschl (10 Siege) vor sich hat, schraubte sie ihre Zahl an Weltcupsiegen auf 39. Nur noch zwei fehlen der nun sechsfachen Saisonsiegerin damit auf die in der ewigen Bestenliste viertplatzierte Anja Pärson (41).

Speedlastiges Restprogramm

Riesch war hingegen sehr zufrieden, denn in den drei Speedrennen von Cortina hat die Slalom-Olympiasiegerin lediglich 51 Zähler auf Vonn verloren und liegt noch immer 145 Punkte voran. Vonn hatte ja vor Cortina angesichts des speedlastigen Restprogramms einen Generalangriff in der Gesamtwertung angekündigt. Den ersten hat Riesch souverän abgewehrt. "Bis auf Freitag war das hier richtig gut von mir", stellte die Deutsche zufrieden fest.

Dass die veränderte Situation immer deutlicher zu einer Belastungsprobe für die jahrelange Freundschaft zwischen den beiden wird, wurde auch in Cortina offensichtlich. Nach der Abfahrt war Vonn eher reserviert, auch zur Pressekonferenz am Sonntag erschien sie alleine. Sie hoffe aber sehr, dass ihr Vonn nun auch in der veränderten Situation den gleichen Respekt entgegenbringe wie zuvor, betonte Riesch.

Österreichs Damen vermieden knapp eine deutliche Niederlage, weil neben Olympiasiegerin Andrea Fischbacher auf dem trickreichen Kurs auch Anna Fenninger, Nicole Hosp und Margret Altacher ausschieden. So wurde Mader unmittelbar vor Elisabeth Görgl ("Wirklich zufrieden wäre ich nur gewesen, wenn hier in allen drei Rennen weiter vorne gewesen wäre"), überraschend zur besten Österreicherin.

Ob sie damit endgültig ihr WM-Ticket gelöste habe, wollte die 25-jährige Tirolerin aus Erpfendorf bei Kitzbühel nicht diskutieren. "Mir sind vor allem gute Weltcuprennen wichtig. Alles andere müssen sowieso die Trainer entscheiden", winkte die leidenschaftliche Taucherin, die vor kurzem schon als Achte in Zauchensee gefallen hatte, ab. Dass sie mit bald 26 Jahren erst beginnt, sich in der Weltspitze herumzutreiben, hat einen einfachen Grund: "Ich bin spät in den Weltcup gekommen, weil vor fünf Jahren kaum Platz für Nachwuchsfahrerinnen war."

Weiter geht der Damen-Weltcup am kommenden Wochenende mit einer weiteren Abfahrt und einer Super-Kombination in Sestriere. Vor der WM steht dann nur noch ein Technik-Wochenende in Zwiesel an. (APA)

  • Lindsay Vonn macht sich das Siegen derzeit eigentlich nur mit Maria Riesch aus.
    foto: epa/ettore ferrari

    Lindsay Vonn macht sich das Siegen derzeit eigentlich nur mit Maria Riesch aus.

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    Regina Mader, eine Spätstarterin im Weltcup-Zirkus.

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