"Gorch Fock"

Rekrutin beklagt unhaltbare Zustände

23. Jänner 2011, 08:42
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    foto: reuters/christian charisius

    Dienst auf der "Gorch Fock": Harter Drill und Aufentern unter Zwang.

Harter Drill und Schlafmangel hatten offenbar System - Untersuchungen beginnen am Donnerstag

Berlin - Eine ehemalige Rekrutin der "Gorch Fock" hat unhaltbare Zustände an Bord des Segelschulschiffs der Deutschen Marine beklagt. Drill, Einschüchterung und Schlafmangel hätten offenbar System gehabt, sagte die Offizieranwärterin Maria S. (Name von der Redaktion geändert) am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. "Da wurde gebrüllt, da wurde gedrillt. Das war systematisches Schleifen wie in einem schlechten Film." In der Ausbildungszeit von S. auf dem Schulschiff war im November eine junge Kadettin durch einen Sturz aus der Takelage ums Leben gekommen.

"Wer nicht spurt, der fliegt"

Nach den Worten von S. sei selbst das Hinaufklettern auf die Masten letztlich erzwungen worden. "Wenn Aufentern befohlen ist, dann musst du in die Takelage. Alles andere ist Gehorsamsverweigerung", sagte die Soldatin. Überhaupt seien die Kadetten von den Vorgesetzten systematisch unter Druck gesetzt worden: "Der Druck war ständig da. Es ist vom ersten Tag an klar: Wer nicht spurt, der fliegt. Zuerst nach Hause, dann aus der Offizierausbildung."

Kritik äußerte die Offizieranwärterin auch am Dienstablauf und den Zuständen an Bord. Diese seien "vorsintflutlich". Die Rekruten müssten nicht nur in Hängematten schlafen und auf jegliche Privatsphäre verzichten. Reinigungsarbeiten hätten sie zum Teil mit Zahnbürsten erledigen müssen. Und in der "Hackordnung" an Bord seien die Kadetten das letzte Glied, sagte die junge Frau, die von "übertriebener Härte und Männlichkeitsgehabe" auf dem Schiff sprach.

Schlafmangel das größtes Problem

Schlafmangel sei für die Offizieranwärter "das größte Problem" auf den Ausbildungsfahrten. Der fehlende Schlaf könne auch in Verbindung mit den letzten tödlichen Unfällen an Bord stehen, mutmaßte sie. 2008 war eine junge Marinesoldatin bei ihrer Ausbildungsfahrt auf der "Gorch Fock" gestorben. Sie war während der Wache an Deck von Bord gestürzt und ertrunken.

Die Zustände auf dem Segelschulschiff seien vor allem für weibliche Offizieranwärter schwierig, erzählte S. weiter. Es habe während der Fahrt an sexuell "eindeutigen und übereindeutigen Angeboten wahrlich nicht gemangelt", erzählte sie. "Manche Frauen haben das auch als bedrängend empfunden." Die Bark werde deshalb in Marinekreisen als "größter schwimmender Puff Deutschlands" bezeichnet.

Untersuchungen auf der "Gorch Fock" beginnen am Donnerstag

Das Segelschulschiff "Gorch Fock" befindet sich zur Zeit in einem argentinischen Hafen, von wo aus die Bark inzwischen auf Anordnung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) umgehend in die Heimat zurückbeordert wurde. Zuvor sollen die Vorfälle aber ab kommenden Donnerstag von einem vierköpfigen Bundeswehrteam untersucht werden. Begleitet wird die Kommission von zwei Mitarbeitern des Wehrbeauftragten, wie ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums am Sonntag in Berlin mitteilte. An Ort und Stelle werde dann entschieden, wann das Schiff nach Deutschland zurückkehre. Für die Rückfahrt werden vier Wochen veranschlagt.

Auf dem Schiff war es nach dem Tod einer Offiziersanwärterin im November zu einem schweren Zwischenfall gekommen, der mehreren Soldaten den Vorwurf der Meuterei einbrachte. Am Wochenende hatte Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Kommandanten des Schiffes von seinen Pflichten entbunden. Derzeit liegt die "Gorch Fock" vor dem argentinischen Hafen Ushuaia vor Anker. (APA/dapd)

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Posting 1 bis 25 von 1054
Der Ruhestifter
 
00
12.2.2011, 19:10
Vielleicht wird der nostalgie-unsinn jetzt eingestellt?

Moderne kriegsschiffe sind mit high-tech-waffen bestückte, schwimmende computersysteme. Deren besatzungen auf segelschiffen zu drillen, hat soviel sinn wie das training von jet-piloten im umgang mit römischen streitwagen. Und wenn die stammbesetzung des schmierentheaters sich noch dazu schlecht benimmt - weg damit!

hans hansson
01
25.1.2011, 11:58
gorch fuck

Kiki Novak
07
24.1.2011, 14:29
Gorch-Löcher

Im "Spiegel" war mal vor einigen Monaten ein Interview mit einem deutschen U-Boot-Kapitän abgedruckt, der seine Ausbildung seinerzeit auf der Gorch Fock absolviert hatte. Darauf befragt, wie er sich denn an seine Ausbildungszeit auf dem Schulschiff der deutschen Marine erinnert, meinte er unmißverständlich: "Wenn mir die Gorch Fock eines Tages vors Rohr kommt, dann versenk ich den Scheißkahn." (sic)

Jürgen Rembremerding
00
25.1.2011, 11:04
"... und Segelschiffe

Es gibt keine schöneren Linien als die von Segelschiffen!"

http://www.youtube.com/watch?v=ATEjQhdfA8U

Tomas T
15
24.1.2011, 14:02

Sorry, sind das Grundwehrdiener? Wenn ja, dann ist es untragbar, aber wenn es freiwillige sind, die in der marine dienen wollen, dann ist es m.M.ok.

Die werden doch unter anderem darauf vorbereitet, auf Menschen zu schießen (Armee=Marine). Ich finde deswegen ist der Job nicht mit dem normalen zivilen Regeln 1 zu 1 meßbar.

Stephan T.
 
02
26.1.2011, 00:41

Na sicher, schließlich unterschreibt man bei der Freiwilligenmeldung dass man auf all seine Grundrechte verzichtet und sich wie Scheiße behandeln lässt.
Was regt sich das Weib auf? Wenn's in einen Männerberuf will, dann hat sie sich auch gefälligst an den Arsch fassen zu lassen!

(Und ja, das ist Sarkasmus. Nicht dass es da zu Missverständnissen kommt.)

Nein Danke!!!
00
26.1.2011, 23:36

Es gibt angeblich Rekruten auf dem Schiff, die unter der Hand erzählen, dass sie die männlichen Soldaten sexuell belästigt haben soll.
Aber keiner traut sich, das zuzugeben.

Nevim
00
25.1.2011, 02:22

Unsinn. Ich habe mir meinen Job auch selber ausgesucht, aber wenn Leute hier systematisch gemobbt und/oder sexuell belästigt würden, dann würd ich mich auch aufregen (obwohl ich natürlich auch statt dessen kündigen und mir einen anderen Job suchen könnte) - warum sollte das bei der Armee anders sein? Normale moralische Wertvorstellungen für Soldaten und Soldatinnen außer Kraft zu setzen halte ich für höchst gefährlich.

Franz Klug
00
24.1.2011, 22:34
Verantwortung gibts auch beim Militär

Ich bin für die Abschaffung aller Militärs weltweit: fodert übrigens schon Immanuel Kant vor über 200 Jahre und trotzdem denke ich, dass das Militär auch Verantwortungspflichten hat. Gegenüber den eigenen Leuten und gegenüber der Zivilbevölkerung.
Und auch im Kampfeinsatz gibt es Regel.

Bei normalen Sicherheitsvorkehrungen hätten von den 6 Toten auf der Gorch Fock 5 verhindert werden können:das sagt eigentlich alles.

Psychotic
61
24.1.2011, 14:00
was geschah mit Kapitän Bligh?

wurde er nicht auch von seinem Kommando entbunden?
er hatte danach wieder ein Schiff zu kommandieren und verlor es wieder durch Meuterei
einige können nunmal nicht Kommandieren

exilkaerntner
03
24.1.2011, 15:44
man sollte gemeinhin

nicht jedes ammenmärchen glauben!
auch der ehrenwerte richter lynch war keineswegs grausam! und kam posthum unverdienter weise zu der ehre namensgeber der lynchjustiz zu sein!
ebenso verhält es sich mit dem ehrenwerten capt. bligh

Cpt. Bligh
04
24.1.2011, 14:50
lernens geschichte!!

Benno Berghammer2
00
26.1.2011, 09:54
Geschichte..

Uih Kreisky lebt....

Frankensteins Fekternich
20
24.1.2011, 13:41

Dazu ein Artikel im Spiegel:
http://www.spiegel.de/politik/d... 38,00.html

Besser wäre es, wenn die männlichen Soldaten auf dem Schiff temporär chemisch kastriert würden.

fahrenheit 451
00
24.1.2011, 14:22

wie wäre es mit einem eigenen frauenschiff?

Nein Danke!!!
14
25.1.2011, 00:13

Das würde schon am ersten Tag untergehen oder gegen einen Berg segeln!

exilkaerntner
00
25.1.2011, 17:18
das nennt man riff in der seemannssprache!!

;)

Armitage
04
24.1.2011, 13:33

Im Artikel geht es offensichtlich um ein Schulschiff, auf dem es in zwei Jahren zu zwei Todesfällen gekommen ist.

Und was haben die etlichen Bundesheeranekdoten damit zu tun, die in den Kommentaren zum Besten gegeben werden? Ich meine, ich habe ja auch schlechte geschlafen an der Ungarn Grenze und bei der Fla generell; aber wtf hat das mit diesem Fall zu tun?

Franz Klug
01
24.1.2011, 22:20
Das Bodenputzen mit Zahnbürsten

scheint inzwischen in international anerkanntes Schleifmittel zu sein.

War auch bei meiner Militärzeit in Götzendorf so.

Drughi
13
24.1.2011, 13:39
die todesfälle sind zwar bedauerlich !

nur sie verwechseln hier , rekruten die präsenzdienst ableisten mit berufssoldaten die auf einer ganz anderen stufe der ausbildung sind . wenn die normale rekruten die wehrdienst leisten auf so ein schiff zwingen würden wäre es was anderes , aber hier sind diese leute quasi beim perfektionieren von fähigkeiten. und auf grund der anforderungen und der verhältnisse werden fehler härter bestraft als wenn, eine bürokraft ein email an die falsche firma sendet.

Franz Klug
00
24.1.2011, 22:23
Warum müssen OA Anwärter und Anwärterinnen, dass

perfektionieren von Segel setzen eines Dreimasters übern, wenn sie diese Perfektion anschließend nie mehr brauchen werden?

Nein Danke!!!
00
26.1.2011, 23:40

Es geht ja nicht um das Segel setzten, sondern um Pflichterfüllung auch unter widrigen und gefährlichen Umständen.

Wenn die Lady am Schiff Urlaub machen will, kann sie ja mit der "Queen Elizabeth" fahren!

Squarerigger
02
25.1.2011, 01:14

seemannschaft lernt man am besten auf trad.geriggten Segelschiffen und nicht beim Rostklopfen auf Maschinenschiffen

Franz Klug
00
25.1.2011, 08:41

Genau und deswegen müssen auch alle Kapitänanwärter der zivilen Schiffahrt auf Segelschulschiffe Dienst tun, bevor Sie ihr Kapitänspatent bekommen.

Nein Danke!!!
11
25.1.2011, 00:14

Warum fallen Frauen runter und Männer nicht?

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