Max-Ophüls-Preis: Erfolg für Barbara Eder

23. Jänner 2011, 08:33
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Spezialpreis der Jury für "Inside Amerika" - Hauptpreis beim Saarbrückener Filmfestival ging an Johannes Naber

Saarbrücken - Der Regisseur und Drehbuchautor Johannes Naber (39) ist für seinen Film "Der Albaner" am Samstagabend in Saarbrücken mit dem "Max Ophüls Preis" ausgezeichnet worden. Der Film über die Reise eines Albaners nach Deutschland sei "stringent, glaubwürdig und emotional", hieß es in der Begründung der Jury. Der Preis ist mit 18.000 Euro dotiert. Mit dem Ophüls-Preis werden Nachwuchs-Regisseure aus dem deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Zur Jury gehört unter anderen die Schauspielerin Cosma Shiva Hagen.

Die österreichische Regisseurin Barbara Eder wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Ihr Langfilmdebüt "Inside America" war der einzige österreichische Beitrag unter insgesamt 16 Filmen, die in der Hauptkategorie Langfilm liefen. Der Spielfilm mit dokumentarischen Elementen porträtiert das von Drogen und Gewalt bestimmte Leben von sechs Jugendlichen an einer High School in Brownsville, der südlichsten Stadt im US-Staat Texas an der Grenze zu Mexiko.

Der mit 13.000 Euro dotierte Drehbuchpreis des Filmfestivals, vergeben vom Saarländischen Rundfunk und vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), ging zu gleichen Teilen an Verena S. Freytag (37) und Nick Baker-Monteys (46). Freytag werde für ihren Film "Abgebrannt" und Baker-Monteys für seinen Streifen "Der Mann, der über Autos sprang" geehrt. Freytag sei es gelungen, mit einer realitätsnahen Milieustudie das Klischeebild von der "Sozialhilfeempfängerin mit Migrationshintergrund" ins Wanken zu bringen, hieß es seitens der Jury. Überraschende Wendungen zeichnen laut Jury das poetische Road-Movie von Baker-Monteys aus: Vier Menschen werden unerwartet zu Reisegefährten, dabei erfahren sie viel über ihre Wünsche und über die Macht des Glaubens.

Der Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten ging an "Fliegende Fische müssen ins Meer", eine deutsch-schweizerische Koproduktion der Regisseurin Güzin Kar.

Die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken hatte das Filmfestival 1980 ins Leben gerufen und nach dem international bekannten Saarbrücker Regisseur Max Ophüls (1902-1957) benannt, der 1933 nach Frankreich flüchten musste.

2009 war der österreichische Regisseur Thomas Woschitz mit seinem Film "Universalove" zum Sieger gekürt worden, vergangenes Jahr wurde die Wiener Schauspielerin Nora von Waldstätten für ihre Rolle in "Schwerkraft" als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. (APA)

 

Preisträger des 32. Filmfestivals Max Ophüls Preis:

- Max Ophüls Preis: "Der Albaner", Regie: Johannes Naber.
- Spezialpreis der Jury: "Inside America", Regie: Barbara Eder.
- Lobende Erwähnung: "Tage die bleiben", Regie: Pia Strietmann.
- Lobende Erwähnung: "180 Grad", Regie: Cihan Inan.
- Preis des saarländischen Ministerpräsidenten: "Fliegende Fische müssen ins Meer", Regie: Güzin Kar.
- Preis für den besten Kurzfilm: "Zwischen Himmel und Erde", Regie: York-Fabian Raabe.
- Lobende Erwähnung: "Armadingen", Regie: Philipp Käßbohrer.
- SR/ZDF-Drehbuchpreise: "Abgebrannt", Regie: Verena S. Freytag. "Der Mann der über Autos sprang", Regie: Nick Baker Monteys.
- Förderpreis der Defa-Stiftung: "Anduni - Fremde Heimat", Regie: Samira Radsi.
- Preis für den besten Dokumentarfilm: "The Other Chelsea", Regie: Jakob Preuss.
- Lobende Erwähnung: "Hüllen", Regie: Maria Müller.
- Preis für den besten mittellangen Film: "Halbe Portionen", Regie: Martin Busker.
- Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin: Sarah Horváth.
- Preis für den besten Nachwuchsdarsteller: Burak Yigit.
- Publikumspreis: "Der Sandmann", Regie: Peter Luisi.
- Preis der Schülerjury: "Stationspiraten", Regie: Michael Schaerer.
- Interfilmpreis: "Silberwald", Regie: Christine Repond.

 

  • "Inside America"
    foto: festival/ b. eder

    "Inside America"

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