Großmufti verurteilt Selbstmord
Riad - In Saudi-Arabien haben die staatlichen Medien
das Motiv der Selbstverbrennung vom Freitag verschwiegen. Ein
Sprecher des Zivilschutzes wurde am Samstag mit der Aussage zitiert,
der Mann, der in den 60ern gewesen sei, habe sich in Brand gesetzt
und sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der Großmufti des
Königreichs, Abdelaziz al-Sheikh, hat Selbstmorde verurteilt, selbst
wenn sie eine Reaktion auf unerträgliche Lebensbedingungen sein
sollten.
Begonnen wurde die Serie von Selbstverbrennungen in der
arabischen
Welt von dem jungen Tunesier Mohammed Bouazizi im Dezember. Seine
Aktion löste die schweren Unruhen aus, die schließlich zum
Zusammenbruch des autoritären Regimes von Zine el-Abidine Ben Ali
führten, der sich nach Saudi-Arabien absetzte. In Mauretanien starb
am Samstag ein Mann, nachdem er sich am 17. Jänner aus Protest gegen
die Regierung in Nouakchott angezündet hatte. Ein Angehöriger sagte,
der 43-Jährige habe Verbrennungen an 90 Prozent seines Körpers
davongetragen. (APA/dapd)