Chef-Wechsel

Die Google-Boys fürchten das Microsoft-Schicksal

22. Jänner 2011, 10:38
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    foto: dapd

    Nach zehn Jahren Erziehungsarbeit räumt Ziehvater Schmidt (Mi.) den Chefsessel für Larry Page (re.), Sergey Brin bleibt Stratege.

Google-Schreckgespenst Microsoft: groß und reich, aber bei neuen Entwicklungen nur mehr von marginaler Bedeutung

Es hätte ein ganz normales Bilanzgespräch werden sollen, zu dem das Google-Triumvirat Eric Schmidt, Larry Page und Sergey Brin Donnerstagnacht (europäischer Zeit) eingeladen hatten. Aber Schlagzeilen machte nicht die stattliche Gewinnsteigerung von 29 Prozent auf 2,54 Mrd. Dollar (1,9 Mrd. Euro) oder der 26-prozentige Zuwachs beim Umsatz auf 8,44 Mrd. Dollar. Für die Sensation sorgte die Ankündigung eines Führungswechsels: Nach zehn Jahren räumt Eric Schmidt im April den Chefsessel für Page, den 38-jährigen Kogründer des Konzerns.

Klare Aufgabenteilung

"In den vergangenen zehn Jahren haben wir Entscheidungen auf gleichberechtigter Basis getroffen", erklärte Schmidt den Wechsel. Das habe den Vorteil "gemeinsamen Wissens" gebracht, aber Googles Wachstum "hat Managen komplizierter gemacht", jetzt sei "klare Aufgabenteilungen" nötig.

Während Page als CEO für die Entwicklung der Google-Produkte zuständig ist, soll Brin der Stratege, quasi "Unternehmer im Unternehmen" sein. Schmidt zieht sich als "Executive Chairman" in die Rolle des Elder Statesman zurück, Berater von Page und Brin und Chefdiplomat, der für gute Beziehungen mit Googles Partnern und Regierungen sorgen soll.

Wachsende Konkurrenz

Als Motiv für den überraschenden Führungswechsel - kurz nach Bekanntgabe des krankheitsbedingten Rückzugs Steve Jobs' bei Apple - gilt die wachsende Konkurrenz des Online-Giganten mit Facebook, Twitter, Groupon und anderen erfolgreichen Online-Start-ups. "Eines meiner Hauptziele ist, dass Google ein großes Unternehmen mit der Bescheidenheit, der Seele, der Leidenschaftlichkeit und dem Tempo eines Start-ups ist", erklärte Page der New York Times.

Größter Internetkonzern

Obwohl Google nach Börsenwert mit Abstand größter Internetkonzern und seine Handysoftware Android ein Shootingstar ist, zeigt das Unternehmen bei jüngeren Onlineentwicklungen Schwächen. Facebook entwickelt sich zur veritablen Konkurrenz bei Online-Werbung, Twitter ist bei Messaging und Suche in Googles Stammdomänen eingedrungen, Location-Dienste wie Foursquare naschen am Kartengeschäft. Erst vor kurzem scheiterte ein Übernahmeangebot für Groupon, ein Schnäppchenportal.

Abwanderung zur Konkurrenz

Äußerer Ausdruck des Wandels vom innovativen Angreifer zum gesettelten Platzhirschen ist die Abwanderung von Technikern und Managern zur Konkurrenz: So wurde Sheryl Sandberg als Chief Operating Officer zu Facebook gelockt und übernimmt dort quasi die Mutterrolle, die Schmidt bei Google als Ziehvater für Page und Brin gab. Das Google-Schreckgespenst heißt Microsoft: Als Konzern groß und reich, aber bei neuen Entwicklungen nur mehr von marginaler Bedeutung.

Konflikte

Halb zog es ihn, halb sank er hin: Das dürfte wohl dem Geist der Übergabe am nächsten kommen. Zehn Jahre seien eine lange (sprich: anstrengende) Zeit als Silicon-Valley-CEO, sagte Schmidt. Insider berichten, dass es trotz aller Übereinstimmung auch wiederholt Konflikte im "Triumvirat" gegeben habe, schreibt das Journal. Auch nach dem Rollenwechsel haben alle drei kontrollierende Anteile an Google. Page und Brins Vermögen wird auf je 15 Mrd. Dollar geschätzt, das von Schmidt auf 5,5 Mrd. Dollar. (spu/ DER STANDARD Printausgabe, 22. Jänner 2011)

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Posting 1 bis 25 von 36
1 2
geek!
01
24.1.2011, 18:13
"Die Google-Boys fürchten das Microsoft-Schicksal"

Bullshit! Grad der Führungswechsel von einem, der sich als "erwachsene Aufsichtsperson" sieht zu zwei dynamischen und innovationsliebenden geeks ist wohl genau das Gegenteil von der Geldmaschine MS.

Gerade die Gründe des Führungswechsels zeigen das ja, da der Eric sich der Zensur in China beugen wollte und der Sergey und Larry ned

hp12c
00
24.1.2011, 11:32
naja

man darf nicht vergessen das eric mit knapp 10% der google aktien - so oder so ein gewichtiges wörtchen mitzureden haben wird...

Kompromissloser Querdenker
00
24.1.2011, 10:11
hat Brin da ein Radl-Leiberl an?

Mathias
 
03
23.1.2011, 19:52
Die Google-Boys fürchten das Microsoft-Schicksal

Naja, solange die keine neuen Manager vom Schlag eines Steve Ballmer einstellen ... ;-)

Walter J. Ferstl
06
23.1.2011, 11:54
Frage an die Red.:

Gibt es für Sätze wie
"Die Google-Boys fürchten das Microsoft-Schicksal" und
"Das Google-Schreckgespenst heißt Microsoft" irgendwelche Anhaltspunkte - in der realen Welt nämlich - oder sollte das nur so flockig wie möglich dahingeschrieben sein?

Das zusammenhanglos daherkommende Klassiker-Zitat am Schluss "Halb zog es ihn, halb sank er hin" rundet das Bild nur noch ab. Warum nicht gleich ein Zitat aus dem "Faust"? Irgendeins, weil es ja "eh wuascht" ist?

somethingbeautiful
02
23.1.2011, 15:04

normale "qualität" des schreiberlings, lesens mal andre artikel von ihm ...

JosyH1
00
23.1.2011, 11:58
Schlecht geschlafen heute ?

Papa.Geno73
00
24.1.2011, 02:52

nein, ich find da hat er recht. Ein Absatz ueber welche Entwicklungen MS denn verschlafen hat waer erforderlich, um eine so starke Ansage ueber eines der wertvollsten Unternehmen der Welt ein bissl zu stuetzen. Gebietet die intellektuelle Redlichkeit. (Ich habe mit MS nix zu tun und auch kein MS).

Runkelrübe
00
23.1.2011, 23:48

Nee, das ist die klare Indikation des PBS (Post-Bashing-Syndrom), eine Art Trauma nach dem Ansichtigwerden einer unangenehmen Wahrheit.

Peter W1
 
00
23.1.2011, 07:04

Das de fakto einzige IT-Unternehmen am Markt sein. Oft kann das Schicksal dermassen grausam sein ;) .

Walter KURTZ
 
04
22.1.2011, 20:29

Microsoft-Schicksal - drei Jahrzehnte quasi Monopolist und mehr Geld, als man jemals ausgeben kann. Was für ein Albtraum!

werwolfi
01
23.1.2011, 12:56

das war aber auch nur wegen der aus historisch einzementierten monopolstellung so (IBM-PC + MS-DOS und später Win).

heutzutage wirds das nich mehr spielen, egal für wen.

Mathias
 
00
23.1.2011, 19:53
heutzutage wirds das nich mehr spielen, egal für wen.

Mal sehen, ob nicht Apple diesen Weg einschlagen wird... die Zukunft in ständiger Bewegung ist ...

Runkelrübe
00
23.1.2011, 23:49

Apple? Kaum. Google ist mit dem Androiden bereits gut unterwegs dazu.

derunbestechliche
01
23.1.2011, 08:54
Ja.

3 Jahrzehnte sich an der Spitze zu halten, in dieser schnelllebigen Branche, ist erstklassig. Das Problem ist, dass die Vergangenheit in dieser Branche wenig bis nichts bedeutet, außer Legendenbildung. Microsoft hat gute Segmente bzw. SGEen, aber in essentiellen (internetnahen und mobilen) Geschäftsbereichen sind weit entfernt in führender Position tätig zu sein.

Matthias1
00
22.1.2011, 23:02

Microsoft ist kurz vorm Untergang, weißt du das noch nicht ^^

Runkelrübe
01
23.1.2011, 23:50

Kurz davor nicht, auf mittlere Sicht schon. Nur Geduld.

werwolfi
00
22.1.2011, 20:25

ganz versteh ich's nicht - der CEO ist für das tagesgeschäft zuständig, das kann beim ausbrüten visionärer strategien und produkte eher hinderlich sein.

wenn dem CEO bewusst ist, dass er unbedingt auf seine strategen und visionäre hören muss (und genau das tut Ballmer relativ sicher nicht), muss er selbst kein visionär sein.

LSDBlue
00
23.1.2011, 08:05

Die werdens scho richtig machen bei einem Vermögen von 15 Mrd. Dollar pro Kopf

werwolfi
00
23.1.2011, 12:57

kann sein - er hat aber nicht unrecht.

TanteMitzi
32
22.1.2011, 19:23
"gesettelten Platzhirschen" Vsuch.2

.
Gesettelter Hirsch,

diesen Titel haben sich spu/ DER ST... redlich verdient.

Lievber Standrt, sprekn eure schikken Laite noch Daitsch ? ja ?
Ich auch sprechgen Daitsch sehhrr gern.
Ich auch würde gern schraibgen für das Standgard.
Mich ruf an!

Jollis
00
23.1.2011, 09:00

ich weiß nicht ob es daran liegt das ich vom die-ganze-nacht-durchlernen etwas wach in der birne bin oder ob das posting einfach wirklich witzig ist.. jedenfalls lach ich mich gerdade kaputt ^^

The Human Cannonball
15
22.1.2011, 20:23

sorry, aber dein beitrag ist einfach nur unlustig und unsympathisch.

TanteMitzi
00
23.1.2011, 15:25

Warum genau ?
Unlustig, das ist fast noch schlimmer als etwa in einer Genussregion eingesperrt sein.

Jon Tomes
02
22.1.2011, 17:50
Wenn google eingeht

Werden alle gesammelten Daten an den meistbietender verhökert

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