Sohn eines Oppositionellen muss nicht ins Kinderheim

22. Jänner 2011, 09:39
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Großmutter mit Vormundschaft betraut - Präsidentschaftskandidat Sannikow im Gefängnis

Minsk´ - Der Sohn des inhaftierten Präsidentschaftskandidaten Andrej Sannikow darf bei seiner Familie bleiben. Die weißrussische Regierung hatte damit gedroht, den Dreijährigen in ein Kinderheim zu stecken und unter staatlicher Aufsicht erziehen zu lassen. Bis Ende des Monats gaben die Behörden der Großmutter mütterlicherseits des Jungen Zeit nachzuweisen, dass sie für ihren Enkel sorgen kann. Weißrussische Medien berichteten am Freitag, die Großmutter sei mit der gesetzlichen Vormundschaft betraut worden. Ihre Tochter, die bekannte Journalistin Irina Chalip, sitzt auch im Gefängnis. Dem früheren Vize-Außenminister und seiner Frau wird die Organisation der Proteste nach der Präsidentenwahl zur Last gelegt.

Nach der Wahl am 19. Dezember, zu deren Sieger Lukaschenko erklärt wurde, waren rund 700 Menschen festgenommen worden, darunter einige Herausforderer Lukaschenkos. Tausende Demonstranten warfen dem autoritär regierenden Präsidenten Wahlbetrug vor. Die Sicherheitskräfte lösten die Proteste gewaltsam auf. Sannikow erreichte nach Angaben der staatlichen Wahlkommission bei der Präsidentschaftswahl mit 2,4 Prozent der Stimmen das zweitbeste Ergebnis hinter Lukaschenko. Unter Stalin war es gängige Praxis, Kinder von Regimekritikern der Familie wegzunehmen. (APA)

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