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Gorch Fock vor Ushuaia, Argentinien.
Berlin - Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mehr als zwei Monate nach dem Tod einer Kadettin auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" erste Konsequenzen gezogen und den Kommandanten abgesetzt. "Der Kommandant ist von seiner Führungsaufgabe entbunden, ich habe das angewiesen", sagte der CSU-Politiker am Samstag bei einer verteidigungspolitischen Veranstaltung in Koblenz. Grund sei die Häufung von "erschütternden Berichten". Der Minister beorderte auch die im südargentinischen Hafen Ushuaia ankernde Bark nach Deutschland zurück. Zudem wird bis auf weiteres die Ausbildung auf dem Dreimaster eingestellt. Die Vorgänge müssten jetzt untersucht werden, sagte Guttenberg.
Oppositionspolitiker hatten dem Minister vorgeworfen, er habe sie nicht über den gravierenden Vorfall unterrichtet. Auch im Fall des in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten bekräftigten SPD und Grüne den Vorwurf, habe Guttenberg den Bundestag nicht korrekt informiert.
Zu den Gründen für die Absetzung des "Gorch-Fock"-Kommandanten sagte der Ministeriumssprecher zunächst nichts. Nach Medienberichten wurden Offiziersanwärter schikaniert. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf einen ungenannten angehenden Offizier, die 25 Jahre alte Kadettin sei am 7. November dazu genötigt worden, in die Takelage zu klettern. "S. hatte vorher einem Offizier gesagt, dass sie nicht mehr kann. Er antwortete, die solle sich nicht so anstellen", zitierte das Blatt den Mann. Die junge Frau sei kurz danach aus 27 Metern Höhe auf das Deck des Schiffes gestürzt. Mehrere Medien berichteten, die Mutter der Soldatin habe bei der Staatsanwaltschaft Kiel Strafanzeige erstattet.
Dem "Bild"-Bericht zufolge weigerten sich vier Offiziersanwärter nach dem Tod der Kameradin, wieder in die Takelage zu klettern. Ihnen sei daraufhin die Offizierseignung aberkannt worden. Nur vier Tage nach dem tödlichen Sturz sei zudem auf dem Schiff Karneval gefeiert worden, ohne Rücksicht auf die Trauer um die umgekommene Soldatin. Der "Spiegel" berichtete, ehemalige Offiziersanwärter schilderten, dass die Stammbesatzung der "Gorch Fock" die Offiziersanwärter drangsaliere. Auf Beschwerden hin soll ein Offizier einem Unteroffizier gesagt haben, er solle lieber nachgeben, "sonst haben Sie kein gutes Leben an Bord".
Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold erklärte, er habe schon Anfang Dezember vom Verteidigungsministerium Informationen über den tödlichen Zwischenfall und den Widerstand der Offiziersanwärter verlangt. Vom Ministerium sei erklärt worden, es gebe keine Probleme, nur "emotionale Spannungen" unter der Besatzung, sagte Arnold der "Süddeutschen Zeitung".
Guttenberg gibt Pannen zu
Der "Spiegel" berichtete, im Fall des in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten habe Guttenberg gegenüber Koalitionspolitikern erstmals Pannen eingeräumt. Demnach soll der CSU-Politiker Probleme bei der Information des Bundestages eingeräumt haben. Nach dem Bericht gab der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossenday, vergangenen Mittwoch im Verteidigungsausschuss an, der 21 Jahre alte Soldat sei bei einem Schussunfall ums Leben gekommen. Zu diesem Zeitpunkt war aber nach bundeswehrinternen Untersuchungen klar, dass der Mann durch den Schuss aus der Waffe eines Kameraden getötet worden war.
Das Magazin zitierte aus einem Feldjägerbericht, nach dem ein Soldat ein Magazin in seine Pistole einführte. Dieses habe aber geklemmt. Der Mann habe dann auf das Magazin geschlagen, dabei habe sich ein Schuss gelöst, der den 21-Jährigen in den Kopf traf. Dies habe sich aus den Befragungen des Schützen und anderer Soldaten ergeben. Nach Aussagen eines Soldaten allerdings soll der Schütze spielerisch die Waffe vor den 21-Jährigen gehalten haben.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Frank-Walter Steinmeier, warnte Guttenberg davor, die Verantwortung für die Informationspanne auf andere abzuwälzen. "Ich erwarte, dass der Minister jetzt nicht wieder Sündenböcke sucht", sagte er dem "Spiegel". Steinmeier bezog sich damit auf den Luftangriff bei Kundus vor rund einem Jahr mit vielen zivilen Toten. In der Folge wurden Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert entlassen. (Reuters)
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vielleicht wird sie ja bei der nächsten Auktion günstig versteigert, im Westhafen am größten Steppensee Europas wird sicher noch ein kleines Stellplatzerl frei sein und ich weiß jetzt schon wen ich dann in die Takelage raufschicken werd', ohne Karabiner, versteht sich ;-) <i>
Anders als Österreich hat Deutschland eine funktionsfähige Marine.
Diese Marine schützt auch zivile Schiffe, etwa in den Piratengegenden Afrikas.
Bitte zu erklären, wie man Führungsaufgaben auf einem Schiff wahrnehmen soll, wenn man noch nie auf einem Großsegelschiff gearbeitet hat.
Warum Segel- und nicht Motorschiff?
Von den Naturgewalten auf hoher See, speziell bei Stürmen und Unwettern macht sich jemand, der dort nicht gearbeitet hat, keine Vorstellung.
Dementsprechend ist es auch richtig, unter Druck und bei zu wenig Schlaf immer noch fehlerarm arbeitet zu können, weil man sonst, z.B. nach 20 h Dienst im Sturm, vergessen kann die Sicherheitsleine an einem geeigneten Ort zu befestigen.
Ich bleibe dabei: Segelschiffe sind ein Fall für´s Museum und die Ausbildung von SCHÜLERN auf den alten gefährlichen Kästen ist unzeitgemäss. Alles das was angeführt wird kann an Land und mit weniger Kosten zum Teil sogar auf Mototrschiffen erreicht werden.
Freilich ist so ein Segler ein Imagebotschafter. Wenn das Image aber "schwimmende Puff" lautet, dann ins Museum damit.
...denn auch dort wird fachwissen benoetigt um in einer extremumgebung erfolgreich zu sein. die gorch fock ist ein schulschiff, die mit einer fachschule gleichzusetzen ist. die angehenden kapitaene lernen dort die naturkraefte weit besser kennen als in den klimatisierten bruecken der modernen dieselschiffe. dies ist auch fuer die zivile schifffahrt bedeutend, da ja nicht wenige kraefte von der marine abwandern... wichtig waere hier die gorch fock auch fuer die zivile nutzung zu oeffnen. die gorch fock ist uebrigens kein 'oldtimer', sie wurde 1958 gebaut und hat relativ moderne sicherheitsstandards. sie dient dem erhalt des wissens um die segelkunst auf grossschiffen und ist ein wichtiger botschafter und sympathetraeger deutschlands.
Bitte widersprechen zu dürfen.
Allein die unterschiedlichen Wellenformen von Atlantik und Pazifik kann man an Land nicht erleben.
Das gilt ebenso für alle Wasserströmungen und Windkräfte, die auf ein Schiff einwirken.
Anders als auf einem Motorschiff vermittelt ein Segelschiff einen viel direkteren Kontakt zu derartigen Kräften.
Daß der Kapitän des Schulschiffes eines kleineren didaktischen Seminares würdig wäre steht allerdings nicht außerhalb jeder Diskussion.
...die militaerakademien bilden die panzerfahrer durchaus nicht nur im panzer aus... da gehts auch ins gelaende, manchmal auch zu pferde... die beschaffenheit des bodens und die kenntniss der natuerlichen gegebenheiten vermittelt sich nicht durch die panzerkette (und wenn das ding dann steckt ist es zu spaet).
Und daß unsere Panzerwaffe Kavallerieeinheiten zugeteilt hätte ist eine Fabel. Selbst als ich vor 35 Jahre bei BH war, waren Pferde gerademal bei den Gebirgsjägern zu sehen oder im Sport als der Major Lichner Hojer für Ö. seine Medaillen holte.
Aber der hatte mit Militär gerade mal seinen Dienstgrad gemein.
...die gorch fock ist mit keiner panzerfahrerschule zu vergleichen; nur mit einer militaerakademie. dementsprechend werden die offiziere der panzertruppe, die in militaerakademien ausgebildet werden, mit dem gelaende durchaus vertraut gemacht. panzerfahrer sind nicht mehr als unteroffiziere, diese werden auch bei der bundesmarine nicht auf die gorch fock geschickt.
Die könnte als Schulhulk im Hafen bleiben. Ähnlich dem Gymnasiumschiff in Wien.
Es bleibt dabei. Segeln ist allerhöchstens Freizeit oder Geldsport und hat in einer modernen Marine, speziell mit solchen Pötten nichts zu suchen.
Beispiel : die stärkste Marine der Welt ! (Coast Guard gehört NICHT zur USN)
...dass die grundkenntnisse der elemente teil einer hoeheren akademischen bildung sind (auch beim militaer). beim ueberleben auf see (schiffswracks, rettungsboote) und dem ausfall von systemen (navigation etc.) kommt dann diesen kenntnissen ueberragende bedeutung zu. dass die us navy kein altes segelschulschiff hat, ist weil man dort sehr viel mehr geld zur verfuegung hat. das competitive segelprogramm der usna erfuellt alle anderen navies mit neid: http://usna.edu/sailing/n... index.html
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