Ein Drittel der registrierten Wähler ist längst verstorben

21. Jänner 2011, 21:37

Unabhängige Kommission warnt vor Fälschung und Betrug

Harare - Bei Wahlen in Simbabwe spielen Geister offenbar eine entscheidende Rolle. Wie eine unabhängige Kommission am Freitag mitteilte, sind fast ein Drittel der in dem afrikanischen Land registrierten Wähler längst verstorben. Fälschung und Betrug sei damit Tür und Tor geöffnet, erklärten die Wahlforscher des Simbabwe Election Support Network und forderten Präsident Robert Mugabe zu einer gründlichen Überarbeitung der Listen auf.

"Sorgfältig und glaubwürdig geführte Wählerlisten sind eine Grundvoraussetzung für freie und faire Wahlen", hieß es in dem Bericht der Kommission. Bei der Prüfung der Daten in 102 von 1.900 Wahlbezirken seien die Forscher allein auf 2.344 angebliche Wähler im Alter von 101 bis 110 Jahren gestoßen - in einem Land, in dem die durchschnittliche Lebenserwartung bei 44 liegt. In mehr als 185.000 Fällen seien zudem Wähler in mehreren Bezirken gleichzeitig registriert gewesen.

Nach einer umstrittenen und von Gewalt überschatteten Präsidentenwahl im Jahr 2008 hatten sich Mugabe und sein Rivale Morgan Tsvangirai auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt. Wegen weiterhin bestehender Unstimmigkeiten hat der seit 30 Jahren regierende Präsident für dieses Jahr Neuwahlen angekündigt. Der Leiter der nationalen Wahlbehörde gilt als enger Vertrauter von Mugabe. (APA/dapd)

kurt haenel
 
00
22.11.2011, 12:46

der Mugabe wird der nächste Publikumsliebling (der nächste FReiheitsheld..) der Jungeweltheisepropagandisten werden....

Der ist ja mindestens so lieb wie der Gaddaffe oder der Saddam

Horst Holzinger
03
22.1.2011, 07:14
Ist ein generelles Problem in Entwicklungsländern,

das ich aus Lateinamerika kenne.

Dass in Westeuropa das Wahlregister aktuell ist hat mit zwei Gründen zu tun:
1. Kindergeld bzw. finanzielle Vorteile bei Kindern
2. Rentenzahlungen.

Diese beiden Punkte sorgen dafür, dass das Personenregister aktuell ist (weil Eltern ihre Kinder bei der Geburt anmelden bzw. Rentenversicherungsträger diese beim Versterben abmelden).

Wenn 1. und 2. nicht existieren sondern eine Anmeldung sogar mit Aufwand (u. U. Reise in Nachbarprovinz) oder Kosten verbunden sind, wird das Wahlregister nie aktuell sein.

In Paraguay vermutet man, dass 30% der bevölkerung offiziell nicht existieren, weil nie gemeldet. Dafür sind die Toten existent, weil nie abgemeldet.

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