Roland Koch zieht sich aus ZDF-Verwaltungsrat zurück

21. Jänner 2011, 18:54
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Wegen "künftiger Aufgabe in der Privatwirtschaft"

Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zieht sich aus dem ZDF-Verwaltungsrat zurück. Bei einer Sitzung habe er sein Ausscheiden zum 31. März angekündigt, teilte das ZDF in Mainz am Freitag mit. Als Grund nannte Koch seine künftige Aufgabe in der Privatwirtschaft. Der CDU-Politiker gehörte dem Gremium seit 2002 an, seit 2007 war er Stellvertretender Vorsitzender.

Kochs Name ist eng verbunden mit dem heftig umstrittenen Aus für den ehemaligen ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender und der Diskussion um die Staatsferne des Senders. Die Unionskräfte im Verwaltungsrat hatten 2009 trotz Warnungen vor parteipolitischer Einflussnahme das Ende von Brenders Amtszeit erzwungen. Sie verweigerten ZDF-Intendant Markus Schächter den Wunsch, Brenders Vertrag um fünf Jahre zu verlängern. Koch hatte dies unter anderem mit den sinkenden Quoten des Bereichs Information unter Brender begründet.

In der Folge hat Rheinland-Pfalz vor dem Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen den ZDF-Staatsvertrag eingebracht. Das Land will von dem Gericht feststellen lassen, dass in den ZDF-Gremien zu viele Politiker sitzen. Eine Entscheidung steht noch aus. (APA)

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