Australien: Flut-Steuer für Wiederaufbau

21. Jänner 2011, 18:21
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Der australische Albtraum ist noch nicht vorbei: In Queensland ist das Hochwasser zurückgekehrt

Brisbane - In Australien ist das Hochwasser nach Queensland zurückgekehrt: Die Wasserpegel in dem nordöstlichen Bundesstaat kletterten am Freitag auf Rekordhöhen. Bis Sonntag ist keine Entspannung in Sicht. Die Einwohner der Stadt Brisbane versuchen erneut, ihre Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Die Stadt war bereits vergangene Woche von einer Flutwelle heimgesucht worden, 30.000 Gebäude wurden mit einer Schlammschicht überzogen. Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe sind bereits 33 Menschen in den Fluten ums Leben gekommen.

Experten zufolge könnten bisher Schäden in Höhe von umgerechnet rund 15 Milliarden Euro entstanden sein. Die Regierung geht davon aus, dass allein die Verluste aus entgangenen Einnahmen bei Agrar- und Kohleexporten 2,2 Milliarden Euro betragen. Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton vermeldete bereits einen Rückgang der Produktion um 30 Prozent.

Sondersteuer

Premierministerin Julia Gillard erwägt deshalb, eine Sondersteuer einzuheben, um die in mehreren Bundesstaaten entstandenen Schäden zu beseitigen. Angesichts der Verwüstungen in Queensland stünden schwierige Entscheidungen an, sagte Gillard in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC. Sie warnte zudem, dass die Flutschäden zu einer Erhöhung der Lebensmittelpreise führen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) senken könnten. Gleichwohl wolle die Regierung im Haushalt 2012/2013 einen Überschuss erwirtschaften.

Die Überschwemmungen haben vor allem den Bundesstaat Queensland in ein Katastrophengebiet verwandelt. Allein hier handelt es sich um eine betroffene Fläche, die so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen. Aber auch vier weitere Bundesstaaten waren überschwemmt, in Victoria standen 72 Städte und Ortschaften unter Wasser. (AFP, APA, red, DER STANDARD Printausgaber, 22./23.1.2011)

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