Erste-Fondsexperten zuversichtlich für 2011

21. Jänner 2011, 15:50
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Wirtschaftsentwicklung normalisiert sich zusehends - Osteuropa-Anleihen als erste Wahl

Wien - "Mit dem Sparbuch wird man nicht wirklich reich", meint Franz Gschiegl, Geschäftsführer der Erste Sparinvest. Wer derzeit 40.000 Euro auf einem Sparbuch anlegt, dem würden bei der derzeitigen Zins- und Renditedifferenz von 2,5 Prozentpunkten jährlich rund 1.000 Euro an Ertrag entgehen. Gschiegl wünscht sich, dass die Österreicher von den derzeit 160 Mrd. Euro, die auf täglich fälligen Sparbüchern liegen, ein Viertel, also 40 Mrd. Euro, in Wertpapiere umschichten.
Die Fondsexperten der Erste Group sind für das Veranlagungsjahr 2011 durchwegs positiv gestimmt. Aufgrund des tiefen Zinsniveaus, der voranschreitenden volkswirtschaftlichen Normalisierung und günstigen Bewertung von Aktien und Unternehmensanleihen bleiben Fonds ein attraktives Investment, erklärte Gschiegls Co-Geschäftsführer Heinz Bednar am Freitag bei einem gemeinsamen Pressegespräch in Wien.

Inflationsrisiko "Hauptthema"

Spar-Invest-Chefvolkswirt Gerhard Winzer prognostiziert für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 3,4 Prozent. Während sich die volkswirtschaftliche Entwicklung in den Industrieländern zunehmend normalisiere, sei die Konjunktur in den Emerging Markets bereits selbsttragend. Allerdings seien als Vermächtnis der Finanzkrise noch hohe Arbeitslosenraten und hohe Staatsverschuldungsquoten vorhanden. Das Hauptthema werde aber das durch steigende Nahrungsmittel- und Energiepreise hervorgerufene Inflationsrisiko sein, meinte Winzer.

Restrukturierungen von Staatsschulden kämen jetzt nicht mehr unerwartet, "heute könnte man damit leben", sagte Bednar. Seiner Meinung nach sind die Renditen derzeit viel zu niedrig, die Staatsanleihen relativ teuer geworden. Dagegen sei es bei Staatsanleihen der Emerging Markets in den letzten Jahren zu einer Verbesserung der Bonität und Qualität gekommen.

Bednars Empfehlung: Euro-Staatsanleihen und internationale Staatsanleihen leicht untergewichten, Unternehmensanleihen neutral halten, Konvergenz-Anleihen der CEE-Länder, Anleihen der Emerging Markets und Hochzinsanleihen übergewichten.

Emerging Markets im Fokus

Auch bei den Aktienmärkten sieht Bednar einen Trend zu den Emerging Markets - nicht nur, weil die Börse der Mongolei 2010 mit 192,8 Prozent die beste Performance weltweit hingelegt hatte. Auch die Eigenkapitalrenditen der börsenotierten Unternehmen erholten sich wieder, ihre Bewertungen auf Basis des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KGV) sei günstig bis fair. Das größte Potenzial sieht Bednar für Osteuropa-Aktien und Emerging Markets-Titel. Nordamerikanische und japanische Aktien werden gegenüber westeuropäischen bevorzugt. (APA/red)

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