Umfrage unter Personalern

Fast ein Drittel entsorgt miese Bewerbungen

21. Jänner 2011, 18:51

Fehlerhafte Anschreiben regen Personaler ziemlich auf

Austauschbare, unmotivierte Anschreiben in mangelnder Qualität, dem Anlass nicht entsprechende Privatfotos, Unstimmigkeiten im Lebenslauf und umfangreiche Konvolute im Ausmaß von 20 MB - solcherart Bewerbung für einen neuen Job gehört offenbar noch immer nicht in die Vergangenheit, ächzen Personalberater immer wieder - wie jüngst die Grazer top-jobs-europe, die solche Fehler zum Anlass für eine Umfrage unter 900 Unternehmen in Österreich genommen hat und wissen wollte, wie man sich Bewerbungen wünscht. Zwei Drittel wollen per E-Mail kontaktiert werden, ein Fünftel will, dass das firmeneigene Online-System verwendet wird.

Europass muss nicht sein

Genormte Europass-Bewerbungen sind umstritten - 45 Prozent der weiblichen Personalentscheider sind neutral, 25 Prozent finden die genormte Form schlecht, aber nur knapp 18 Prozent der männlichen Personalentscheider lehnen Europass ab. Fotos werden überwiegend als wichtig erachtet, 75 Prozent finden klaren Bezug zur ausgeschriebenen Position und individuelles Anschreiben sehr wichtig.

Mehr als 30 Prozent geben an, fehlerhafte Bewerbungen (falsche Anrede, Grammatikfehler, Tippfehler, falsche Position) sofort zu verwerfen, 41 Prozent ignorieren Fehler, und 28 Prozent sagen, dass sie die Fehler in ihrer Antwort rückmelden. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 22./23.1.2011)

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Posting 1 bis 25 von 60
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natoll
03
24.1.2011, 11:29

grundproblem ist die bewerbungsflut. keine ahnung wer die menschen nötigt sich auf alles und jedes (egal wie gut das eigene profil passt) zu bewerben. vermutlich das AMS. eine absolute fehlentwicklung.

die meisten die ich kenne sind dazu übergegangen nurmehr nach persönlichen empfehlungen zu besetzen.

violavioletta
 
01
sie ...

können mich gerne empfehlen :-)

Pom-Bär
03
24.1.2011, 12:12

Und wenn es dann auch keine Fake-Ausschreibungen mehr geben würde, dann wären wir alle glücklich.

Ich lach noch immer über die Rückmeldung, dass der Job schon vergeben ist (drei Tage nach Schaltung des Inserats).

Aber insgesamt macht es natürlich Sinn, sich auf Formalismen zu konzentrieren. Da es ja im Beruf Standard ist formvollendete E-Mails zu schreiben und sich jeder, der sich Flüchtigkeitsfehler erlaubt, lächerlich macht.

dieDritteGeneration
07
24.1.2011, 10:17

"Fehlende oder mangelnde Deutschkenntnisse sind heute eine unbedingte Notwendigkeit, um eine Arbeitsstelle in jedem Bereich zu erhalten."
Zitat aus einem Brief vom AMS.

notanaddict
09
24.1.2011, 08:47
Schlimmer: Keine Rückmeldung auf eine fehlerfreie Bewerbung

Ich finde es im Gegensatz dazu viel schlimmer, auf eine stilistisch einwandfreie Bewerbung nur eine automatisierte Antwort zu bekommen, nach dem Motto "Danke, erhalten, wir melden uns" und dann hört man NIE wieder etwas.
Interessierts keinen? Bewerbung verschwunden? Ab wann soll man dort anrufen, wenn die "sich melden"?

Und so schlecht sind mein Lebenslauf und meine Unterlagen nicht (mE natürlich).

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
00
24.1.2011, 12:02
Äääh...vielleicht etwa 50+??

violavioletta
 
02
ich...

bin U40 aber ich finde auch wenn man 50+ ist sollte man eine antwort erhalten. das wäre höflich. das unternehmen erwartet ja auch höfliche anschreiben, also....

notanaddict
00
24.1.2011, 12:39

Nein.

Prof. h.c. Doleg Stinida
01
24.1.2011, 10:24
*LOL*

Bevor jemand glaubt, dass sich da wirklich jemals irgendwer meldet, könnte er eher an das Christkind und den Osterhasen glauben.
Selbst erlebt: Auf Bewerbung Antwort erhalten ("...erlauben wir uns, Ihre Bewerbung in Evienz zu halten und Sie zum gegebenen Zeitpunkt..."). Ein halbes Jahr später nochmals auf die gleiche Anzeige beworben, und es erfolgte eine Einladung. Ergo: Nix ist's mit der "Evidenz"!

natoll
10
24.1.2011, 11:21

"evidenz" gibts nur für absolute schlüsselpositionen.

notanaddict
01
24.1.2011, 10:30

An Evidenz glaub ich auch nicht. Welcher Personalist tut es sich an, in alten Bewerbungen herumzukramen? Das ginge ja maximal mit guten Onlinesystemen oder wenn bestimmte Fähigkeiten sehr rar sind.

AlBundyFan
 
06
24.1.2011, 08:57
wenn du eine absage bekommst

dann ist das eh schon super.

die meisten menschen berichten davon, daß sie auf die meisten bewerbungen überhaupt keine rückmeldung bekommen.

natoll
00
24.1.2011, 11:22

naja, dich würd ich gern sehen wennst 200 personen (soviel melden sich z.b. auf sekretariats-stellen) anschreiben musst.

im technischen bereich ist das leichter, da sinds maximal 2-10.

okami
00
18.9.2011, 21:20
Zu faul für Höflichkeit?

Aber Ansprüche ans Gegenüber!

notanaddict
00
24.1.2011, 10:29

Korrekt.
Wobei eine Automatikantwort mit Versprechen, dass sie sich melden (und das nie passiert) ja irgendwie gleich keiner Antwort ist.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
06
24.1.2011, 07:52
Miese Bewerbung(?)

Gebt's das blödeste Foto hinein, Schreibt's den grössten Stuss und den lückenhaftesten Lebenslauf - alles kein Problem!

Aber macht's bloss den einen Fehler nich: Seid's um Gottes willen ja nicht alt, auf keinen Fall über 50! Denn da seid's schneller entsorgt, als Ihr die Zahl "50" aussprechen könnt's...

natoll
21
24.1.2011, 11:24

das stimmt. aber da darfst dich leider bei einem großteil deiner 50-jährigen kollegen bedanken die absolut änderungsresistent und mit einer unenedlichen gemütlichkeit jedes noch so gute team demotivieren können.

du magst eine ausnahme sein. aber das risiko gehen viele die ich kenne nicht mehr ein.

Angelika70
02

Wenn sie unter Gemütlichkeit die Fähigkeit der langjährig Berufserfahrenen verstehen, nicht auf jeden selbstgemachten Stress- und Panikanfall des aktuellen Führungskasperls wunschgemäß zu springen, dann bin ich gerne gemütlich.

Frau Eisbär
20
24.1.2011, 15:02

Ja, so jemanden haben wir auch. Alles ist "eine Katastrophe", jede noch so kleine Neuerung wird mit verzweifeltem Blick zuerst angezweifelt und dann abgelehnt. Jüngere Mitarbeiterinnen werden ignoriert, weil "unter der Würde" der älteren Kollegin. Ich weiß auch nicht, ob das mit dem Alter zu tun hat - aber ich habe schon den Eindruck dass manche dann schrecklich unflexibel und mühsam werden.

Duck of Death
03
24.1.2011, 11:08

Tuns ihnen nicht ärgern- das geht schon mit 40 los. Ein Hoch auf die "Experten", die uns erklären, daß wir bis 70 arbeiten müssen.

Management Quatscher
00
24.1.2011, 02:36
Schiache Photos - pfui deixl

Geh Kinder, ihr sollts doch die Personaler nicht immer ärgern.

Die habens auch ohne schiache Photos schon nicht leicht im Leben.

Schickts ihnen halt schöne Photos.

Damit eine Ruh ist und die nicht immer verzeifelt komische Artikeln im Karriere-Standard schreiben lassen müssen.

graf wachibald
02
24.1.2011, 00:25

Mein erster Gedanke war: "Was, und 2/3 akzeptieren solche Fehler einfach?"

Aber natürlich muss man genauer hinschauen. Wenn mal irgendein Fehler drin ist, dann darf das nicht automatisch zum Ausschluss führen. So ignoriert man womöglich gute Leute, denen halt auch mal ein Irrtum passieren kann.

Wenn jemand natürlich konsequent Tipp- und sonstige Fehler macht, dann zeugt es von schlechter Vorbereitung und es mangelt wohl an wirklichem Interesse für den Job.

Susanne_B
30
24.1.2011, 10:11

Ned bös sein, aber wenn ich nicht einmal die Bewerbung, bevor ich sie wegschicke, auf Fehler kontrollieren kann, dann disqualifiziere ich mich selbst. Ein Fehler in der Bewerbung zeigt, dass man schlampig ist. Und tschüss. Zu Recht wird dergleichen aussortiert - es ist ja nicht zu viel verlangt, einen letzten Kontrollblick auf das Dokument zu werfen.

Angelika70
01

Was sie hier beschreiben, zeichnet miese Führungskasperl aus, die Form vor Inhalt stellen.

marsmanderl
01
27.8.2011, 00:46
perfektionisten...

sind in den allermeisten fällen ein schmerz im a**** ... in beziehungen, als chefs, als mitarbeiter/kollege.
ich spreche aus erfahrung.

als einzelkämpfer mag es aber durchaus sinn machen. nur solche sind sie dann ja meistens auch nicht freiwillig.

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