Der Tempelberg gibt einige Rätsel auf

    21. Jänner 2011, 16:46
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    Die kleine Gipfelkuppe bei ´trug sicherlich bereits in der Bronzezeit eine befestigte Anlage, deren Spuren noch heute unverkennbar sind

    Selbst in den besonders leicht zugänglichen Bereichen weist der Wienerwald eine Reihe mystischer und geheimnisvoller Plätze auf, die noch der wissenschaftlichen Erforschung harren.

    Dazu gehört auch der Tempelberg bei Greifenstein, auf dem eine im Jahre 1908 errichtete Aussichtswarte steht. Die kleine Gipfelkuppe trug sicherlich bereits in der Bronzezeit eine befestigte Anlage, deren Spuren noch heute unverkennbar sind.

    Es dürfte sich aber auch um einen Kultplatz gehandelt haben, worauf der Name hindeutet. Ebenso das am Fuße der Erhebung liegende Altenberg - Heimat des berühmten österreichischen Nobelpreisträgers Konrad Lorenz -, in dessen Namen das keltische "alto" oder lateinische "altus" versteckt ist, das "hoch" oder "heilig" bedeutet.

    Hervorragende Rundsicht

    Man fand auf dem Tempelberg Keramikscherben und eine Speerspitze, eine exakte wissenschaftliche Erforschung steht noch aus, was der archäologischen Spekulation Tür und Tor öffnet.

    Der Tempelberg bietet auch eine hervorragende Rundsicht, wovon man sich leicht durch eine Besteigung der Warte überzeugen kann. Der Blick reicht bis zu Schneeberg, Rax, Schneealpe, Gippel und Göller, bis zu Muckenkogel und Ötscher sowie in das Tullnerfeld. Zu sehen sind weiters Wasch- und Michelberg, Jauerling, Buschberg.

    Nahe Hadersfeld markiert ein Obelisk die Stelle, wo einst ein römischer Wachturm und während der Türkenkriege eine Warnfeueranlage stand. Das markante Bauwerk ist letzter Rest eines von Fürst Liechtenstein um 1800 errichteten Naturparks. Von freien Flächen in der Umgebung des Obelisken genießt man eine besonders schöne Sicht auf das "Kahlengebirge" , wie der Höhenzug vom Leopoldsberg bis zum Exelberg früher genannt wurde.

    Leider gibt es das Wirtshaus in Hadersfeld nicht mehr. Da auf der Franz-Josefs-Bahn gute Verbindungen bestehen, bietet sich eine Überschreitung von Greifenstein nach Kritzendorf an. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/21.01.2011)

    -> derStandard.at/Reisen auf Facebook.

    Die Route:

    Vom Bahnhof Greifenstein-Altenberg ein Stück talabwärts bis zur Strauchgasse und dann auf dem rot markierten Klotzbergsteig in einem engen Tal aufwärts. Später über Serpentinen zur gelben Markierung und - dieser folgend - zur Aussichtswarte auf dem Tempelberg. Ab Bahnhof eine Stunde.

    Zurück auf der gelben Markierung und weiter nach Hadersfeld zum Obelisken. Ab Tempelberg eine halbe Stunde. Zurück nach Hadersfeld und ein kurzes Stück auf der Straße Richtung Klosterneuburg. Bald zweigt nach rechts - leicht zu übersehen - eine rote Markierung ab, die in einen Graben und zu einem Kreuz an der Straße führt. Weiter auf der roten Markierung bis zum tiefsten Punkt der Straße, bald darauf nach links, im Wald wieder gleich links und auf der roten Markierung nach Kritzendorf zum Bahnhof. Gehzeit ab Obelisk in Hadersfeld 1¾ Stunden.

    Gesamtgehzeit 3¼ Stunden, Höhendifferenz unter 300 m.

    Kein Stützpunkt auf der Strecke, Gaststätten in Kritzendorf.

    ÖK25V Blatt 5319-Ost (Klosterneuburg), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Wienerwald Atlas, Maßstab 1:50.000.

    Eine Wienerwald-Überschreitung von Greifenstein nach Kritzendorf.

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      foto: derstandard/matthias cremer
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      foto: derstandard
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