Jahr der Freiwilligenarbeit

Hundstorfer: Freiwilligen-Gesetz soll 2011 kommen

21. Jänner 2011, 13:10
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    foto: apa/roland schlager

    Während im EU-Durchschnitt rund 23 Prozent der Europäer ab 15 Jahren ehrenamtlich tätig sind, sind es in Österreich 43,8 Prozent.

Rechtliche Mindestabsicherung notwendig - Benefits als Anreiz für Engagement denkbar

Drei Millionen Österreicher leisten jede Woche insgesamt 14.692.679 Stunden Freiwilligenarbeit und stehen damit im Zentrum des diesjährigen Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit. Um ihnen auch eine rechtliche Mindestabsicherung zu bieten, soll noch in diesem Jahr ein neues Gesetz verabschiedet werden, kündigte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Freitag bei einer Pressekonferenz an. Um die Leute weiterhin zum Engagement zu motivieren, kann sich Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer Anreize wie etwa den Erlass von Schwimmbad-Eintritten vorstellen.

Während im EU-Durchschnitt rund 23 Prozent der Europäer ab 15 Jahren ehrenamtlich tätig sind, sind es in Österreich 43,8 Prozent. "In den kleinen und mittleren Gemeinden ist jeder zweite Gemeindebürger freiwillig aktiv. Das Leben wird dadurch stark geprägt", erklärte Mödlhammer. Er spricht von einem Gegenwert von 16 Milliarden Euro und einem "unwahrscheinlichen Schatz für die Lebensqualität". Die meisten betätigen sich im Bereich der Kultur - etwa im Blasmusikverein oder bei der Volkstanzgruppe - bei Sportvereinen, im Pfarrleben, bei Hilfsdiensten oder politisch. Gerade bei letzterem habe man jedoch Mobilisierungsprobleme, so der Gemeindebund-Präsident.

"Benefits" geplant

Mödlhammer plädiert generell für "Benefits", um junge Bürger oder auch Pensionisten zu animieren. Vorstellbar wären für ihn etwa der Erlass von Schwimmbad-Eintritten, die Aufnahme in den öffentlichen Dienst oder ein Vorteil bei der Wohnungsvergabe. Der Gemeindebund wird die Freiwilligentätigkeit auch bei den diesjährigen Kommunalen Sommergesprächen thematisieren und plant ein Symposium für den Herbst.

Freiwilliges Engagement brauche jedoch "verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen" und hierzu seien noch eine Reihe von Punkten wie etwa die Lohnfortzahlung oder Urlaub und Haftpflicht zu klären. "Es gibt ein Bündel von Fragen, die wir in einen gewissen Rechtsrahmen bringen wollen", so Hundstorfer. Das Spektrum an Anliegen sei vielfältig, er als "Optimist" gehe aber davon aus, dies noch im heurigen Jahr zu bewältigen.

Häupl dankt

"Den freiwilligen Helfern in unserer Gesellschaft kann man gar nicht genug danken. Ohne der freiwilligen Leistung würde sehr vieles zusammenbrechen", erklärte der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, der darüber hinaus mit der "Mär" aufräumen wollte, dass Freiwilligentätigkeit in der Stadt keine Relevanz hätte. Ihnen allen richtete er deshalb ein "Dankeschön" aus. Im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit ist eine Reihe von Veranstaltungen geplant. (APA)

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25 Postings
Janus Doppelkopf
02
Politiker lassen sich bezahlen und bestimmen selbst über ihre Gehalts- und Pensionsanpassungen

aber diejenigen die an der Arbeit die Basis machen sollen brav "ehrenamtlich" bleiben und dürfen dafür dann gratis ins Schwimmbad...

rofl

und überhaupt: mehr Freiwilligkeit und Zivilcourage her, der Staat will sparen

und da fängt man bekanntlich beim Pöbel an...

wenn diese Plebs das nicht täten müsste man ja jemanden dafür bezahlen... aber das kostet Geld...

Chocoholic
01
Richtig.

Dass so viele Tätigkeiten gerade im sozialen Bereich unbezahlt ausgeführt werden müssen, ist eine Frechheit.

Janus Doppelkopf
01
d.h. Ermässigungen für alle Mütter?

oder nur für jene, die bei den "richtigen Vereinen" sind?

also SJ, Rote Falken, FF und Rotes Kreuz?

und was ist mit den Freiwilligen die nicht ins Freibad gehen?
-----
aber mal im Ernst:

Ehrenamt heisst nicht entlohnt

Lohn dafür wäre ok, aber dann nicht abspeisen mit Peanuts sondern diese Tätigkeiten ausschreiben (Hr. Hundstorfer kann ja aus den Mitteln seines Ministeriums schöpfen) und als reguläre Jobs betrachten

wenn wir weniger Jobs als BürgerInnen haben ist Freiwilligkeit und Ehrenamt eine Aufforderung auf Kosten der BürgerInnen zu sparen

wie man an der Abhängigkeit der Rettungsdienste von Zivildienern sehr gut sehen konnte

also einfach ganz normal ausschreiben und bezahlen

wäre mMn sinnvoller

der wok
00
25.1.2011, 13:37

vl kann man das einmal dem oö. Rechnungshof mitteilen. Diese haben letztes Jahr kritisiert, dass die Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich zu teuer sind...

02515151541
00
21.1.2011, 23:23
"Benefits" geplant

zwar sind die benefits irgendwie lächerlich aber
gemeindewohnung, gratis Versicherung, Anstellung im öffentlichen Dienst, ist doch was!

nur was zählt SEINER Meinung nach als ehrenamtliche Tätigkeit?

--> Bereich der Kultur - etwa im Blasmusikverein oder bei der Volkstanzgruppe - bei Sportvereinen, im Pfarrleben, bei Hilfsdiensten oder politisch. Gerade bei letzterem habe man jedoch Mobilisierungsprobleme <---

aha also die Gesellschafterhaltenden Vereine!

hab ich mir eh gedacht...., da wird wohl eine neue Garde von rechtlich korrekten Günstlingen herangezogen!

aber supa das jetzt ein JOVPler oder SJler keinen Eintritt im Freibad mehr zahlen muss!

BRAVO

xilu-carim
00
21.1.2011, 17:46
Auch für Frauen?

Wie wird es mit der Gleichberechtigung aussehen?

santa fe
 
10
21.1.2011, 14:00

der freiwlligen arbeit gehört die zukunft. selbstverwirklichung und berufung werden wichtiger als beruf im sinne von reiner lohnarbeit. zudem ist die eskalierende vernichtung von herkömmlichen arbeitsplätzen durch die elektronische revolution nicht mehr rückgängig zu machen. das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN

trägt dem neuen gesellschaftlichen phänomen der wirtschaftlich unvermeidlichen freiwilligen arbeitslosigkeit rechnung und sichert dieselbe materiell ab. das BGE ermöglicht gleichzeitig mehr freiwillige arbeit ohne entlohnungs-bedingung.

ohne das BGE droht die allgemeine kaufkraft zusammenzubrechen, und damit die wirtschaft. das BGE fliesst in die wirtschaft zurück und verursacht daher keine zusätzliche belastung.

Mag.a Draude Resom
00
21.1.2011, 17:27
Träumer, bitte aufwachen.

santa fe
 
10
21.1.2011, 17:43

glauben sie, dass der milliardär götz werner, gründer und besitzer der DM-kette und wirtschaftsprofessor an der universität karlsruhe und der österreichische grossunternehmer h.p. haselsteiner (STRABAG) träumer sind? beide setzen sich für das BGE ein und sponsern es.

befürworter des BGE sind u.a. die wirtschafts-nobel-preisträger august v. hayek und milton friedman, die schweizer sozialistische partei, die schweizer hauptgewerkschaft SYNA, die grünparteien von canada, aller britischer teilstaaten, belgiens, hollands,...etc. informieren sie sich durch eine rede über das BGE des deutschen europaparlaments-abgeordneten gerald häfner.

http://vimeo.com/11800921

http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/index.php?lang=de

Chocoholic
00
Ja, natürlich setzen Sie sich dafür ein, damit ihre Angestellten nur einen nasemrammel verdienen brauchen, sprich:

Der Staat ist für Überlebensgehalt zuständig, sie zahlen dann nur mehr das Taschengeld. Dm, wissen Sie, wie das oft abgelaufen ist mit Stundenarbeit und co?

Janus Doppelkopf
00
die beiden SIND Träumer per definitionem

die Idee ist zwar gut

aber sie vergessen daß es politische Einflussgrößen gibt, die nicht daran interessiert sind die Menschen mit einem BGE versorgt zu sehen

allen voran sind das die EU-Kommission und unsere Nationalregierungen

oder glauben sie daß wir einen "Wettbewerbsfähigkeitspakt" der EU einhalten könnten, der vorschreibt daß die Arbeitskraft aller Mitgliedsländer durch höhere Frauenerwerbsquoten zu stärken sei?

glauben sie daß ihr Modell realistisch ist, wenn die Gesetze dazu von Konzernen und Lobbyisten diktiert werden, die nichts sehnlicher wollen als Steuerbefreiungen und niedrige Löhne?

Arbeit würde nur dann gemacht wenn die Rahmenbedingungen akzeptabel wären... also für ISS oder Dhimmi putzt dann keiner mehr...

santa fe
 
00

die brutalkapitalistische finanzindustrie braucht ihr demokratisches alibi, besonders da sie jetzt in den krieg marschiert und die heimtfront stabilisieren muss. die demokratischen verfassungen sehen plebiszite vor. das BGE kann durch volksbefragungen, volksbegehren, volksabstimmungen durchgesetzt und die fianzindustrie mit ihren marionettenregierungen zum kompromiss BGE veranlasst werden.

dies ist die einzige gewaltfreie und effiziente widerstandsform gegen die weitere eskalation ihrer hybris.

Janus Doppelkopf
00

volksbefragungen, volksbegehren, volksabstimmungen durchgesetzt und die fianzindustrie mit ihren marionettenregierungen zum kompromiss BGE veranlasst werden

setzen, 5

sie können FORDERN

aber DURCHSETZEN wird keine Volksabstimmung, Volksbefragung oder Volksbegehren irgend etwas

ohne einen Gesetzesentwurf geht garnix, der wird eingebracht und von unseren BerufspolitikerInnen gekippt werden

und selbst wenn der bei uns irgendwie durchsetzbar wäre wird ihn die EU-Kommission aushebeln

die MarionettenpolitikerInnen und BankerInnen werden sich gepflegt ins Fäustchen lachen über so viel naives Vertrauen in ein 100%ig korrumpiertes System

versuchen sie es, ich unterstütze sie gerne.

allerdings seh ich sie jetzt schon scheitern

santa fe
 
00

alle grossen gesellschaftlichen veraenderungen sind gegen hartnaeckigen widerstand durchgesetzt worden. die BGE-bewegung waechst international immer schneller. nach zahlreichen gruenparteien von canada ueber alle britischen teilstaaten bis nach holland und belgien haben kuerzlich auch die schweizer sozialisten das BGE in ihr programm aufgenommen.

in oesterreich setzen sich LIF und die kommunisten korporativ fuer das BGE ein, bei den gruenen, den (jung-)sozialisten und im BZOE gibt es partei-intern starke BGE-befuerworter. ausserdem hat eine ueberparteiliche unterschriftenaktion im internet begonnen:

http://www.pro-grundeinkommen.at/

Janus Doppelkopf
00
welche "grossen Gesellschaftlichen Veräderungen" meinen sie?

die französische Revolution?

die brauchte einen bewaffneten Mob...

sie dreschen hier nur Phrasen, ist ihnen das eigentlich klar?

es waren bisher auch alle Grünparteien dieser Welt für einen Ausstieg aus der Atomindustrie und -politik

ist dieser bis dato erfolgt? nein

das Anliegen einer "atomfreien" Zukunft ist schon bedeutend älter und ebensowenig durchgesetzt

tun sie sich also einen Gefallen und setzen sie nicht auf BZÖ-Politiker und SJ-Träumer

ihre Unterschriftenaktion ist allerdings kein VOLKSBEGEHREN, keine VOLKSBEFRAGUNG oder gar eine VOLKSABSTIMMUNG

ist das nun das "böse erwachen" aus ihrem Traum? von den von ihnen angekündigten Maßnahmen ist ja nix zu sehen/hören/lesen...

santa fe
 
00

das BGE bedeutet eine gewaltlose gesellschaftsveraenderung.

projekte wie "atomfreie zukunft" wirken gerade nach den juengsten ereignissen wieder weniger utopisch als jemals zuvor.

zuviel (zynischer) zweifel an der weiterentwicklung der menschheit verzoegert dieselbe tatsaechlich. es ist schade, dass sie sich selbst derartig entmutigen und andere in diese negativspirale hineinziehen wollen.

ich werde auf derartiges nicht mehr antworten.

Erimet
00
14.4.2011, 06:56
Es gab, gibt und wird nie eine gewaltlose Gesellschaftsveränderung geben.

santa fe
 
00
14.4.2011, 14:34

es gab, gibt und wird nie eine atlantiküberquerung geben.

Erimet
00
15.4.2011, 02:08
Sie IdealistIn, Sie.

randolf
02
21.1.2011, 13:55
Ja ja

"Erlass von Schwimmbad-Eintritten vorstellen"

Oho, na das ist mal ein "Anreizsystem"...

Bitte, minderts net die Motivation, indem ihr die Leute auch noch veratscht, denn verarschen können sie sich selber...

Na her Mayer, wir haben uns da ein neues Anreizsystem für sie einfallen lassen. Sie arbeiten jetzt täglich zwei Stunden länger, dafür ist ein Tunfischbrötchen am Tag gratis. Ich weiß Herr Mayer, aber danken sie uns nicht, das war doch schon längst an der Zeit. Auf wieder sehen Herr Mayer...

Aba, aba ich bin doch gegen Tunfisch alergisch...

Johannes99
00
21.1.2011, 18:50
Jetzt wird das ganze echt kindisch

Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung für gewisse Tätigkeiten (Feuerwehr, Rettung) öffentlich übernehmen find ich in Ordnung und gut. Aber wenn einer deswegen freiwillige Dienste liefert, weil er gratis ins grindige Bezirkshallenbad gehen darf, find ich abartig (nicht von den Freiwilligen, sondern von diesen seltsamen Funktionären, die sich mit Dingen beschäftigen, die von ihrer wahren Verantwortung ablenken). Das ist Verarsche pur.

Janus Doppelkopf
00
ehrenamtliche Helfer SIND bereits Unfallversichert

dafür brauchts keine Änderungen, das ist bereits so (und Unfallversicherung heisst nicht nur "ausreichende" Wiederherstellung, sondern BESTMÖGLICHE)

wenn diese Leistungen entlohnt werden sollen (und ich finde das sollen sie) dann allerdings net mit ein paar Peanuts, sondern mit einem anständigen Gehalt

es spricht nämlich ausser dem Sparwunsch der Regierung nix dagegen solche Dinge zu bezahlen, oder?

und ein paar Arbeitslose oder Teilzeitjobberinnen würde man sicherlich unterbringen

also win-win, oder?

Gerhard Müller
00
21.1.2011, 13:47
Unter Freiwilligenarbeit

sollte ja auch die aktive Teilnahme an Wikipedia fallen.

Immerhin, wo wären heute die österreichischen Pisa-Ergebnisse, wenn es Wikpedia nicht gäbe?

Oder ist es vielleicht umgekehrt? Bewirkt nicht gerade die Möglichkeit des allzu schnellen Zugangs zu "Wissen", dass gerade dieses dann irgendwo am Bildschirm stehenbleibt, aber nicht in die Hirne der Leser eindringt?

So wie man früher viele Telefonnummern auswendig kannte (was selbstverständlich war, aber sie waren ja auch kürzer), heute kennt niemand mehr eine, außer er hat noch ein Festnetztelefon.

randolf
00
21.1.2011, 15:52
Ja ja

Zwei Dinge. Erstens behaupte ich, wissen 90% aller Handybesitzer mindestens eine Nummer auswendig.

Zweitens. Zugang zu wissen zu erleichtern ist eine tolle Sache, auch wenn der Inhalt niemals von allen gelesen werden wird.

Ich war insgesamt 20 Jahre in der Schule. Mit Wikipedia und Co, oder zumindest überhaupt Internet, wäre das auch in 18 Jahren zu bewerkstelligen gewesen, wenn ich den ganzen "unnötigen" Mist gleich von vornherein wegfiltern hätte können.

Und sind ma sie erhrlich. Wenn die Info am Schirm ungelesen vergeht, wurde sie wenigstens geöffnet. Das Buch wäre vermutlich nicht einmal gefunden worden...

Simplicius Simplicissimus
00
21.1.2011, 15:31
Heutzutage ...

... merkt man sich eben www- und e-Mail Adressen. Und wenn man etwas wissen will, erspart man sich den Weg zur Bibliothek oder Buchhandlung und die Wartezeit auf die Lieferung. Wer tiefer gehen will, kann sich über Links und Vorschläge zu weiterführender Literatur informieren. Scheller geht ja nur das Informieren. Das Lernen und die Auseinandersetzung dauert sicher ebenso lange wie vor dem digitalen Zeitalter. Im Grunde ist es mit dem Computer wie mit dem Bleistift. Jeder hat einen, aber nur wenige können zeichnen.

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