Unmut bei West Brom wegen Scharner-Kritik

21. Jänner 2011, 13:17
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Villa hofft gegen City auf Neuzugang Bent - Städteduell Manchester vs. Birmingham

London - In der englischen Fußball-Premier-League steigt am Samstag ein doppeltes Städteduell zwischen Manchester und Birmingham. Zunächst trifft Spitzenreiter Manchester United im Old Trafford auf Birmingham City, kurz danach empfängt Aston Villa den Tabellenzweiten Manchester City und hofft dabei auf ein erfolgreiches Debüt von Darren Bent.

Der Goalgetter wurde vor wenigen Tagen um die Club-Rekordablöse von 18 Millionen Pfund (21,3 Mio. Euro) von Sunderland geholt und will gleich gegen die "Citizens" beweisen, dass er sein Geld wert ist. "Villa hat großes Vertrauen in mich. Darauf bin ich stolz. Nun möchte ich helfen, den Verein von den unteren Rängen wegzubringen", erklärte der englische Internationale, dessen neuer Arbeitgeber als 17. nur dank der höheren Anzahl von geschossenen Toren vor einem Abstiegsplatz liegt.

ManCity hingegen trennt nur die schlechtere Tordifferenz von der Spitze. Allerdings hat die Mannschaft von Roberto Mancini auch zwei Spiele mehr ausgetragen als Tabellenführer Manchester United, der trotz oft durchwachsener Leistungen in der Liga noch immer ungeschlagen ist. "Wenn man während einer Saison nicht immer gut war, ist es auch egal, so lange man am Ende vorne ist", analysierte Mittelfeldspieler Michael Carrick.

Neben den Clubs aus Manchester haben aber auch drei Vereine aus London noch ein Wörtchen um den Titel mitzureden. Arsenal, nach Verlustpunkten gerechnet fünf Zähler hinter ManUnited, steht daheim gegen Wigan vor einem Pflichtsieg. Um für die anstehenden Aufgaben in Premier League und Champions League gerüstet zu sein, suchen die "Gunners" nach einem Innenverteidiger und dürften in Bolton fündig geworden sein - die Verpflichtung von Gary Cahill scheint nur noch Formsache zu sein.

Der Tabellenvierte Chelsea auswärts gegen Bolton und der Fünfte Tottenham in Newcastle benötigen dringen drei Punkte, um ihre kleine Titelchance am Leben zu erhalten. Liverpools Meisterträume sind längst vorbei, für die auf Rang 13 liegenden "Reds" geht es in Wolverhampton um den ersten Sieg unter Neo-Coach Kenny Dalglish nach drei erfolglosen Versuchen.

Paul Scharner hofft mit West Bromwich auswärts gegen die Blackburn Rovers auf wichtige Punkte im Abstiegskampf. Für die öffentliche Kritik an seinen Kollegen unmittelbar vor dem 3:2 gegen Blackpool vor einer Woche hat der Österreicher keine Konsequenzen zu erwarten. "Es wird keine Sanktionen geben", betonte Trainer Roberto di Matteo, der über die Scharner-Aktion jedoch alles andere als erfreut war. "Ich mag Spieler, die ihre Meinung vertreten. Aber man muss wissen, ob man es öffentlich oder intern tut."

Mr. Moanivator

Bei seinen Mitspielern hat Scharner durch seine Aussagen offensichtlich keine neuen Freunde gewonnen. "Es ist enttäuschend, dass er diese Kommentare in der Presse abgegeben hat und nicht zu uns gesagt hat. Wahrscheinlich glaubte er, damit eine Reaktion zu erreichen. Wenn er damit glücklich ist, ist es gut", meinte Mittelfeldspieler Chris Brunt.

Scharner, der unter Kollegen als "Mr. Moanivator" (frei übersetzt: der Suderant) tituliert wird, hatte die Einstellung der Mannschaft kritisiert, die zuletzt einen Negativlauf hingelegt hatte. "Wir sind zu nachlässig geworden. Das sieht man auf dem Feld", erklärte der 30-Jährige der "Birmingham Mail". Ein Mitgrund sei der Wegfall teaminterner Strafzahlungen, die allesamt für die Weihnachtsfeier verwendet worden waren. "Ich bin einer der ältesten Spieler im Kader und spüre die Verantwortung", betonte Scharner. Er habe bewusst den Weg der Öffentlichkeit gewählt.

"Ich bin 30 Jahre alt, seit elf Jahren Profi und denke, dass das notwendig war", erklärte der Defensiv-Allrounder, der nach viereinhalb Jahren in Wigan über reichlich Erfahrung im Abstiegskampf verfügt und sich auch selbst nicht von der Kritik ausnahm. "Für mein Level war das nicht gut genug." Den Klassenerhalt hat Scharner bisher aber immer geschafft. Das soll auch so bleiben. "Ich bin so leidenschaftlich, weil ich am Ende der Saison keinen Abstieg in meinem Lebenslauf stehen haben will." (APA/Reuters/red)

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