Tablette lässt Tumor schrumpfen

21. Jänner 2011, 15:41
  • Mittlerweile allgeimein bekannt: Stundenlanges Sonnenbaden begünstigt die Entwicklung von Hautkrebs.
Foto: Manfred Walker/www.pixelio.at
    foto: manfred walker/www.pixelio.de

    Mittlerweile allgeimein bekannt: Stundenlanges Sonnenbaden begünstigt die Entwicklung von Hautkrebs.

    Foto: Manfred Walker/www.pixelio.at

Medikament zielt auf ein fehlerhaftes Gen ab und blockiert es - 70 Prozent der Tumore schrumpfen

London - Ein neues Medikament gegen Hautkrebs kann die Ausbreitung der Krankheit bei der Hälfte der Patienten verlangsamen und damit ihre Lebenserwartung erhöhen. Das hat eine Studie mit 680 Patienten am Royal Marsden Hospital ergeben. Die Tablette wirkte bei Patienten mit fortgeschrittenen malignen Melanomen.

Tumore schrumpfen

Das neue Medikament zielt mit dem mutierten BRAF Protein auf ein spezifisches fehlerhaftes Gen ab, das bei rund der Hälfte aller Melanom-Erkrankungen vorkommt. RG7204 erkennt dieses mutierte Gen und blockiert es. In der Folge schrumpfen die Tumore in 70 Prozent der Fälle. Das Team um James Larkin hat bis jetzt nicht bekannt gegeben, um wie viele Jahre sich die Lebenserwartung der an der Studie teilnehmenden Patienten erhöht hat. Die Forscher gaben nur an, dass sie deutlich besser ist als bei einer herkömmlichen Chemotherapie.

Die Ergebnisse der Studie werden auf rund 1.000 britische Patienten pro Jahr anwendbar sein. Das Medikament ist bis jetzt nicht zugelassen und nur für Patienten zugänglich, die an einem klinischen Test teilnehmen. Die Diskussionen über die Zulassung werden beginnen, nachdem die Ergebnisse des Tests im Laufe des Jahres vorgestellt werden.

Frühe Diagnose bringt gute Heilungschancen

Maligne Melanome gelten heute in Großbritannien als die zweithäufigste Krebsform bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 34 Jahren. Die Anzahl der Erkrankungen steigt schneller als bei jeder anderen verbreiteten Form dieser Krankheit. Wird die Diagnose frühzeitig gestellt, bestehen Heilungschancen. Hat sich der Krebs jedoch einmal ausgebreitet, ist die Sterblichkeit hoch. (pte)

Kommentar posten
18 Postings

Die Wundertablette? Also ich glaube nicht, dass es so etwas je geben kann. Man mag vielleicht eine Krankheit dadurch minimieren oder beseitigen, aber im Nu steht eine neue vor der Tür. Diese Art von Hide & Seek spielen wir seit es uns gibt.

die daten basieren offenbar auf eine interims analyse der brim3 studie, es ist an sich nicht üblich diese auszuposaunen, aber roche wird schon den segen gegeben haben.

Meinen Sie die hier? http://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/... IM3&rank=1

Ich bin kein Studiendesigner, aber sind Internimsanalysen nach 12 Monaten Laufzeit sinnvoll?

Bei der durchschnittlichen Lebenszeit der Patienten mit dieser Erkrankung ist das leider sehr wahrscheinlich ausreichend.
In der Interimsanalyse geht's ja auch nicht um die endgültigen Ergebnisse, sondern darum, ggfs die Studie abzubrechen, wenn einer der beiden Arme sehr viel schlechter ist, um die Patienten nicht zu gefährden.

erkennt nicht das mutierte Gen,

sondern "erkennt" das Protein BRAF; RG7204 ist ja ein Kinase-inhibitor.
Und solche BRAF V600E Inhibitoren gibts mehrere in der Klinik; welcher da mittelfristig besser wirkt, wird sich erst noch herausstellen. Aber acquired resistance ist ja auch bei BRAF inhibitoren kein Fremdwort...

Für alle medizinisch und biologisch interessierten:

Mit BRAF ist natürich B-RAF gemeint, ein Protein upstream der MAP-Kinase Kaskade.

Problem Resistenz

Oft reagieren Tumore zunäüchst (zB. durch schrumpfen) auf eine Therapie, werden aber über kurz oderv lang gegen das Medikament resistent.

Das ist auf die hohe Mutationsrate von Krebszellen im fortgeschrittenen Stadium zurückzuführen. Bei jeder Zellteilung gibt es viele Mutationen. Da ist irgendeinmal eine Mutation dabei, welche das blockierte Gen bzw. Protein nicht mehr fürs überleben bzw. Vermehren benötigt.

"welche das blockierte Gen nicht mehr fürs Überleben benötigt"

.
Das kommt darauf an.
Wenn das fehlerhafte Gen die Krebsentwicklung verursacht, so kann eine Zelle ohne dieses Gen keinen Schaden anrichten.

Es führen 1.000 Wege nach Rom

Wenn durch eine Mutation ein anderes Gen bzw. Protein die Rolle des durch das Medikament blockierten Gens/Proteins übernehmnen kann, dann schon.

1001 Wege führen nicht nach Rom

.
Versuchen Sie einmal den Wagenheber von einer Automarke an einer anderen einzusetzen.

Eine Frage der Details.

Die Wahrscheinlichkeiten kann man nur abschätzen, wenn man über den Mechanismus genau Bescheid weiß.

Richtig

deshalb kann das nur funktionieren wenn die Mutationsrate extrem hoch (millionen mal höher, als bei einer gesunden Zelle) und wenn sehr viele Zellteilungen stattfinden.Dieseedingungen sind in einen Tumor gegeben.

Das durch die Mutation neu entstehende Krebsgen muß nicht genau dieselbe Funktion wie das blockierte Gen haben. Es muß nur dieselbe Wirkung haben. Sein Protein kann zB. in einer Signalkaskade an einer anderen Stelle wie das blockierte Protein ansetzen, die Kskade aber in dieselbe Richtung aus dem Gleichgewicht bringen.

gibts irgendwelche studien zu pestizidrückständen in baumwolle und der verbindung zu hautkrankheiten, allergien und krebserkrankungen...ach wirklich, die gibts? na dann ist das problem doch gelöst. biobaumwolle, hanffaser und leinen.

wie die baumwollindustrie, die pestizidindustrie (agrobusiness), die hersteller und die handelsketten sind an einer veröffentlichung dieser studien nicht interessiert.

aber wieso denn, das schaut ja aus als wolle man der bevölkerung verheimlichen welche spätfolgen dieser pestizideinsatz nach sich ziehen kann.

nicht zu sprechen von den baumwollbauern und deren verkrüppelten kindern, aber naja sind eh nur billige arbeitssklaven der westlichen gesellschaft die man mit einer schüssel reis abspeisen kann.

http://video.google.com/videoplay... =en&emb=1#

ökotex100, wers glaubt, wird selig...

Woher kennen Sie denn die Studien, wenn die nicht veröffentlicht werden?

gut das deine aufmerksamkeitsspanne dafür reicht die halbstündige doku anzusehen die ich gepostet habe...

ich würde mir das ja ansehen, wenn sie mir zuvor eine frage beantworten:

da gibt es studien die unter verschluss gehalten werden und dann gibt es eine doku über diese unveröffentlichten studien, die zeigt, dass diese unbekannten studien irgendwas gefährliches belegen. habe ich das richtig verstanden? und wenn ja: wie geht das?

Ach Sie verstehen das schon wieder nicht.

GERADE die Abwesenheit der Studien beweist, dass es ganz, ganz sicher so ist.

Waschen ?

Ich als naiver Konsument würde das Textil einmal in die Kochwäsche tun, bevor ich es verwende.

Nicht für Patienten in der Steiermark!

Dort will Herr Buchmann ja keine Produkte von Roche mehr kaufen lassen, oder? Die sind jetzt schliesslich böse...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.