Lindsey Vonn schlägt wieder zu

21. Jänner 2011, 10:43
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US-Amerikanerin gewinnt wie im Vorjahr den Super G von Cortina - Erfreulich: Anna Fenninger auf Platz drei

Cortina d'Ampezzo - Lindsey Vonns Generalangriff auf die Weltcupführung hat in Cortina d'Ampezzo perfekt begonnen. Die Speed-Gigantin aus den USA gewann am Freitag auf der Tofana den ersten Super-G überlegen vor Anja Pärson (+0,43) und der Österreicherin Anna Fenninger (+0,47) und verkürzte den Rückstand auf Maria Riesch, die nach einem Fahrfehler nur Neunte wurde, auf 125 Punkte. Vonn ist nun auch für die Abfahrt am Samstag (10.00 Uhr) und den zweiten Super-G am Sonntag (11.30) Favoritin.

"Zuletzt hatte ich immer viel riskiert und fast immer Fehler gemacht. Heute hat eine solide Fahrt gereicht, freute sich Vonn nach dem auf verkürzter Piste gefahrenen Ersatzrennen für St. Moritz über ihren bereits 38. Weltcupsieg, den 12. im Super-G. Nach dem völlig verpatzten Trainingsauftakt genügte der Amerikanerin damit eine "Durchschnittsleistung", um dennoch in einer eigenen Liga zu fahren und am Ende ein Trio von Head-Fahrerinnen anzuführen.

Schon vier Siege auf der Tofana

Damit tickte Vonns Siegesuhr auch im 70. Damenrennen in Cortina weiter, denn nun hat die Vorjahres-Doppelsiegerin auch auf der Tofana schon vier Siege zu Buche stehen. Auf die Bestmarke der zweitplatzierten Pärson (41 Weltcup-Siege) fehlen der 26-jährigen Abfahrts-Olympiasiegerin nur noch drei Erfolge. Die nächste, die es zu packen gilt, wäre dann die in der ewigen Bestenliste auf Platz drei liegende Steirerin Renate Götschl (46).

"Ich will so viele Rennen wie möglich gewinnen, dann kommen die Rekorde eh von selbst", wollte sich Vonn mit dem Thema aber auch vor der Samstag-Abfahrt nicht großartig beschäftigen. Viel mehr taugte ihr, dass sie auf der anspruchsvollen Cortina-Piste eine fehlerfreie Leistung gezeigt hatte.

Ganz im Gegenteil zu Riesch. Die Deutsche machte auf der deutlich härter gewordenen Piste bei windigen Verhältnissen einen kapitalen Fahrfehler vor einem Flachstück und damit an der falschesten Stelle. "Das hat viel Zeit und Tempo gekostet. Schade, denn es wäre ein gutes Rennen für mich gewesen", bedauerte Riesch. "Ich ärgere mich, dass ich nicht mehr daraus gemacht habe."

Viele solcher Fehler dürften nicht passieren, betonte Riesch. "Aber es kann nicht immer optimal laufen. Ich hoffe, ich kann's am Samstag in der Abfahrt besser machen. Die Piste ist fast schon eisig, das taugt mir." In den jüngsten 13 Weltcup-Abfahrten hieß die Siegerin stets Vonn oder Riesch.

Seriensiegerin Vonn zu schlagen, das wäre am Freitag eher für Fenninger denn für Pärson ("Ich konzentriere mich auf die WM, fahre im Weltcup nicht auf Sieg") möglich gewesen. Bei der oberen Zwischenzeit lag die Salzburgerin noch vor der Topfavoritin, ehe sie im Finish mit einem Fehler alles kaputt machte. In Cortina hatte sie schon vor zwei Jahren als Super-G-Zweite ihren ersten Sieg nur knapp verpasst, zwei Wochen nach Platz drei in Zauchensee fuhr sie nun ihren dritten Podestplatz ein.

"Weg war das Tempo", sagt Fenninger

"Das war geil. Ich bin sehr schnell auf Zug gekommen, leider war dann dieser Fehler beim Schwungansatz und weg war das Tempo", trauerte Fenninger der Riesenchance nach. "Natürlich hab' ich mich im Ziel geärgert", gestand die 22-Jährige. "Aber insgesamt taugt mir, wenn ich bestätigen kann, was ich drauf habe." Es sei gut zu sehen, dass selbst eine Vonn zu schlagen sei. "Wenn man schnell ist, macht man eben Fehler. Wenn ich das mal ändern kann, schaut's anders aus", sagte Fenninger.

Während die als Mitfavoritin eingestufte Elisabeth Görgl als 30. enttäuschte ("Ich bin mir unterwegs viel besser vorgekommen. Vielleicht bin zu rund und zu hart gefahren"), gefielen Andrea Fischbacher als 6., Nicole Hosp als 10. und Margret Altacher als 13. "Im Mittelteil hat mir kurz die Überzeugung gefehlt, ob es mehr oder weniger Richtung braucht. Ich hab' den Mittelweg gewählt, eine depperte Entscheidung von mir", lautete die Erklärung von Olympiasiegerin Fischbacher zu ihren 0,82 Sekunden Rückstand.

Hosp war ebenfalls nicht ganz zufrieden. "Da wäre mehr gegangen!" Die Tirolerin wird am Samstag auf ihr Abfahrts-Comeback fix verzichten und stattdessen Riesentorlauf trainieren. "Ich trau' mir noch nicht ganz zu, Vollgas zu geben. Es macht noch keinen Sinn", erklärte Hosp. Österreichs letzter Damen-Abfahrtssieg durch Fischbacher ist fast zwei Jahre her, das wird sich vermutlich auch am Samstag kaum ändern. (APA)

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