Schwache Euro-Länder sollen Rettungsfonds stärken

21. Jänner 2011, 09:41
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Die sechs größten Geldgeber, darunter auch Österreich, wollen Länder ohne Top-Rating zur Kasse bitten

Berlin - Die sechs größten Geldgeber des Euro-Rettungsfonds EFSF, darunter Österreich, verlangen einem Medienbericht zufolge ein stärkeres finanzielles Engagement der Mitgliedsländer, die nicht über das Top-Rating bei ihren Staatsschulden verfügen. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtete im voraus unter Berufung auf Kreise der Euro-Finanzminister, dass Staaten wie Italien, Spanien und Belgien eine Bareinlage an den Fonds zahlen sollten.

Hintergrund sei das Vorhaben der Finanzminister der Eurozone, den Spielraum des Fonds zu erhöhen. Eine größere Barreserve würde dessen Ausleihekapazität stärken. Eine Bareinlage von schwächeren Ländern könnte allerdings deren Finanznöte vergrößern.

Bei der Gründung des Fonds im Mai 2010 war ein Volumen von 440 Milliarden Euro vereinbart worden. Tatsächlich kann der Fonds aber nur rund 250 Milliarden Euro Kredite an in Schwierigkeiten geratene Staaten geben, um sein Spitzenrating "AAA" zu sichern. Der einfachste Weg, auf 440 Mrd. Euro zu kommen, wäre die Erhöhung der von den Euro-Staaten gegebenen Garantien. "Für die Märkte zählen aber nur die Garantien aus den 'AAA'-Staaten. Die anderen Garantien sind praktisch wertlos", hieß es in Kreisen der Euro-Finanzminister. Eine Bareinlage dagegen könne dem Fonds helfen.

Die sechs "AAA" eingestuften Staaten Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Finnland und Luxemburg hatten sich am Montag zu einer getrennten Sitzung getroffen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte danach erklärt, die sechs Länder könnten die Euro-Probleme nicht allein lösen. Die finnische Ministerpräsidentin Mari Kiviniemi sagte am Donnerstag bei Bloomberg-TV: "Finnland ist zusammen mit Deutschland eines der Länder, das nicht bereit ist, die Last der 'AAA'-Staaten zu erhöhen." Sie erwähnte in dem Interview auch einen Bargeldpuffer. (APA/Reuters)

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