Filesharing an Österreichs Universitäten

11. Mai 2003, 11:58
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Kein "Datenklau" an der Technischen Universität Wien

In den USA wurden schon mehrmals StudentInnen wegen dem Betreiben so genannter Online-Tauschbörsen von der Musikindustrie zur Rechenschaft gezogen (Der Webstandard berichtete), auch in Deutschland hat nun ein Student mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen (Der Webstandard berichtete).

Der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft hat bereits Richtlinien für Universitäten und Hochschulen herausgegeben und eigenen Angaben zu Folge auch Universitäten kontaktiert (Der Webstandard berichtete).

Filesharing in .at

Sonst ist allerdings wenig über den Zustand an Österreichs Universitäten bekannt. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Kleinert, Leiter des Zentraler Informatikdienst (ZID) der technischen Universität Wien hat dem Webstandard die Situation an seiner Universität erklärt.

Kein Filesharing an der TU Wien

Auf den rund 300 Rechnern der TU Wien sind keine File-Sharing Programm installiert. Diese Rechner werden von ungefähr 5000 StudentInnen benützt. Allerdings sind die Rechner „technisch abgesichert“ gegen Tauschbörsen, da sie nämlich alle über ein „diskless“ Linux-Betriebssystem betrieben werden.

Zudem stehen den StudentInnen auch keine CD-Brenner zur Verfügung, auch im eigenen Intranet werden keinen Tauschbörsen betrieben.

Nicht alles kann kontrolliert werden

Etwa 10.000 StudentInnen nützen allerdings ihren Account von zu hause aus. Hier ist natürlich keine Kontrolle möglich, so wäre es auch theoretisch auch möglich, dass urheberechtlich geschützte Dateien von StudentInnen gehandelt werden. Kleinert weist aber daraufhin, dass es schon seit den 90iger Jahren entsprechende Richtlinien gibt, die Security Policy der TU Wien aus dem Jahre 2000 verbietet ebenso jede illegale Nutzung. Zudem müssen StudentInnen die TUNET-Benutzungsregelung aktzeptieren.

Nicht per se illegal

Der Leiter des Zentraler Informatikdienst weist allerdings auch daraufhin, dass Peer-to-Peer Dienst nicht an sich illegal sind. Die Technologie könne natürlich auch für legale Zwecke, die in keiner Weise Urheberrechstverletzungen beinhalten, genützt werden.

Nur legale Software

Überhaupt ist Reiter zufolge die TU Wien eine der wenigen Universitäten, die von sich behaupten kann, ausschließlich legale Software zu benützen. Dank einem eigenen Vertrag mit Microsoft haben die StudentInnen die Möglichkeit, zu sehr günstigen Lizenzgebühren MS Programme zu erhalten und müssen daher nicht auf Raubkopien zurückgreifen.

Verband der Österreichischen Musikwirtschaft hält sich zurück

Die bereits genannten "Aufklärungsbroschüren" der IFPI sind dem Leiter des Zentralen Informatikdienst (ZID) der TU Wien bekannt, die IFPI selbst ist allerdings noch nicht an die TU Wien herangetreten. (kk)

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    montage: derstandard.at
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