Goldmedaille geht an Kanada

21. April 2004, 14:17
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Die Ahornblätter setzten sich in der Verlängerung mit 3:2 gegen Schweden durch - Goldtor von Carter, Entscheidung erst nach Videostudium

Helsinki - Kanadas Eishockey-Cracks haben den Rekord der früheren UdSSR geknackt. Die Ahornblätter entschieden am Sonntag in Helsinki das Finale der 67. Weltmeisterschaft gegen Schweden nach Verlängerung mit 3:2 für sich und sind mit dem 22. Titel nun ebenfalls Rekord-Champion. Die Entscheidung in diesem Final-Krimi fiel nach exakt 73:49 Minuten, als Anson Carter von den New York Rangers das Goldtor gelang. Titelverteidiger Slowakei hatte sich bereits am Vortag mit einem 4:2 gegen Tschechien Bronze gesichert.

Carter brachte den "sudden death"

Mit dem "goldenen Schuss" nach 13:49 Minuten der Nachspielzeit schoss der dunkelhäutige Anson Carter, dessen Vorfahren aus Barbados kommen, die Kanadier gut 15 Monate nach dem Olympia-Sieg in Salt Lake City zum Titel. Allerdings mussten die Kanadier bange Minuten überstehen, ehe der tschechische Referee Vladimir Sindler nach Ansicht der Videobilder den Treffer tatsächlich gab.

Kraftvolles Power-Hockey

Mit kraftvollem Power-Hockey stoppten die hartgesottenen Profis aus der nordamerikanischen Liga NHL die schwedischen Stürmer-Stars Peter Forsberg und Mats Sundin und schlossen das Turnier als einzige Mannschaft ohne Niederlage ab. Gleichzeitig wiederholten sie damit ihren Erfolg von 1997, als sie an gleicher Stelle gegen Schweden ihren 21. Titel geholt hatten.

0:2-Rückstand wettgemacht

Vor 13.387 Zuschauern in der ausverkauften Hartwall-Arena machten Shawn Horcoff (20.) und Shane Doan (50.) einen 0:2-Rückstand wett, nachdem Mathias Tjärnqvist (11. Minute) und Per-Johan Axelsson (19.) die Schweden in Führung geschossen hatten. Die Kanadier durften sich neben der Goldmedaille noch 600.000 Euro Prämie einstecken. Schweden kassierte immerhin 565.000 Euro.

Ovationen für beide Mannschaften

Als Präsident Rene Fasel vom Weltverband (IIHF) dem kanadischen Spielführer Ryan Smyth den WM-Pokal überreichte, jubelten die finnischen Zuschauer dem neuen Weltmeister begeistert zu. Aber auch dem Erzrivalen aus Schweden gehörten die Sympathien. Mit einem bravourösen Auftritt gegen die hartgesottenen Kanadier hatten sie das Publikum nach dem "unverzeihlichen" Viertelfinalsieg gegen den WM-Gastgeber versöhnlich gestimmt.

Schlussoffensive belohnt

Mit zwei Pfostenschüssen von Per-Johan Axelsson (6.) und Peter Nordström (9.) verschaffte sich das Drei-Kronen-Team von Beginn an Respekt und in der 11. Minute bezwang Mathias Tjärnqvist den kanadischen Ersatzkeeper Roberto Luongo, der den an der Leiste verletzten Sean Burke vertrat. Nach dem 2:0 durch Axelsson kamen die Kanadier langsam in Fahrt und durch Horcoff zum Anschlusstreffer. Coach Andy Murray befahl im Schlussdrittel die totale Offensive. Als Schweden sich immer mehr einigelte, gelang Doan nach einem Fehler von Torhüter Mikael Tellqvist der Ausgleich. (APA/dpa)

Finale der 67. Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland:

  • Kanada - Schweden 3:2
    (2:1,0:0,,1:0-1:0) nach Verlängerung
    Helsinki, 13.387 Zuschauer, SR M. Sindler (CZE).

    Tore: Horcoff (20.), Doan (50.), Carter (73:49) bzw. Tjarnqvist (11.), Axelsson (19.)
    Strafminuten: 10 bzw. 14

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      Das kanadische Team feiert den WM-Titel.

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      Goldtorschütze Carter mit Medaille und Pokal.

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