Offenbar Überreste des Indianerdorfes Werowocomoco entdeckt

8. Mai 2003, 10:11
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Archäologe: Erste Ausgrabungen haben "überzeugende Beweise" geliefert - Pocahontas als Zeichentrickfigur Walt Disneys

Washington - An der Ostküste der USA sind Archäologen offenbar auf Überreste des Indianerdorfes Werowocomoco gestoßen, in dem vor 400 Jahren der mächtige Häuptling Powhatan geherrscht haben soll. Erste Ausgrabungen im US-Bundesstaat Virginia hätten "überzeugende Beweise" dafür geliefert, dass der Vater der berühmten Pocahontas dort gelebt habe, sagte der US-Chefarchäologe Randolph Turner am Mittwoch. Auf die Spur des Dorfes hatte die Forscher eine Anwohnerin gebracht, die auf ihrem Acker Gegenstände aus indianischer Zeit gefunden hatte.

Als Zeichentrickfigur bescherten Pocahontas und ihre Erlebnisse mit englischen Siedlern dem US-Unterhaltungskonzern Walt Disney einen Riesenerfolg. Der Stamm der Powhatans reichte zu Beginn des 17. Jahrhunderts von der Küste Virginias bis zum Fluss Potomac, der heutigen Grenze zu Maryland. Er gilt als eine der interessantesten politischen Gruppen dieser Zeit in den USA. Eine historische Landkarte des Offiziers John Smith, dem Pocahontas einst das Leben gerettet haben soll, habe wichtige Informationen über Werowocomoco geliefert, sagte Turner.

Das Dorf, dessen Name "Haus des Königs" bedeutet, erscheine in den Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit als "Zentrum der Macht", sagte der örtliche Anthropologie-Professor Martin Gallivan. Von weiteren Ausgrabungen erhofft er sich Aufschluss über die Rolle der Siedlung für die damaligen Indianerstämme. (APA)

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    Als Zeichentrickfigur war Pocahontas ein Riesenerfolg. Historisch sind die Ereignisse umstritten.

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