Es ist zu viel geworden

20. Jänner 2011, 18:04
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Die Diskussion über die Sicherheit im alpinen Skisport ist allgegenwärtig

Abfahrer sind sich des Risikos, das sie in jedem Rennen, in jedem Training eingehen, naturgemäß völlig bewusst. Sie sprechen aber auch davon, dass man am Start, selbst in Kitzbühel, jeden Gedanken an die Gefahr ausblenden muss, um die Chancen auf Sieg, Ruhm und Reichtum nicht schon oben am Berg zu vergeben.

Drunten im Tal ist die Diskussion über die Sicherheit allgegenwärtig, es gibt ja auch reichlich Anlässe, sie zu führen. Veranstalter investieren Millionen in die Sicherheit. Jedes Jahr werden die Fangnetze länger, höher und dichter gestaffelt, um Unfallfolgen zu mindern. Seit Jahren sind die Rennläufer mit Protektoren unterwegs. Verbände arbeiten mit Unfallforschern zusammen.

Man könne das Risiko auch nahezu ausschalten, sagte einmal Gian-Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes Fis. Man müsse nur das Tempo auf null reduzieren, denn wenn sich keiner bewege, dann sei die Sicherheit relativ hoch. Gestandene Abfahrer freilich haben sich auch schon beschwert, wenn die Strecken zu leicht sind, die Sprünge zu kurz ausfallen. Spektakuläre TV-Bilder erhöhen die Einschaltquoten.

Unfälle gehören zum Leistungssport, zum Autofahren, zum Leben. Aber was die Streif zuletzt lieferte, ist zu viel, sogar fürs Geschäft. In den vergangenen vier Jahren gab es drei folgenschwere Unfälle. Jener von Hans Grugger wird, wenn nichts passiert, nicht der letzte gewesen sein. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 21. Jänner 2011)

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