Frizberg, Kapsch sammeln Geld

20. Jänner 2011, 17:24
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Bis zu 100 Millionen Euro für Wasserkraft-Investments

Wien - Ein Investorenteam um die Familien Frizberg (Steiermark) und Kapsch (Wien) will mit anderen Geldgebern Strom aus Wasserkraft in klingende Münze umwandeln. Bis zu 100 Mio. Euro will man von interessierten Personen, Stiftungen und institutionellen Anlegern einsammeln. Damit soll bis 2015 ein Portfolio von 25 Kleinwasserkraftwerken und einer Leistung von gut 400 Megawatt (MW) aufgebaut werden.

"Wir konzentrieren uns auf Kraftwerke, die bereits genehmigt sind und sämtliche Lizenzen haben," sagte Gilbert Frizberg, Chef der Hereschwerke und Aufsichtsratschef des Verbund, bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstag. In Südosteuropa und in der Türkei, zwei von vier Kernregionen für die geplanten Investments, strebe man in der Regel Mehrheitsbeteiligungen an; in Österreich und Norwegen seien auch Minderheitsbeteiligungen denkbar. Frizberg: "Bei jedem Projekt wollen wir uns aber ein klares Mitspracherecht sichern."

Die Mindestbeteiligung beträgt fünf Mio. Euro, als Beteiligungsvehikel dienet die Enso (Energy Solution) Hydro GmbH.

Die Investoren werden mit einem durchschnittlichen Renditeversprechen von elf Prozent gelockt, was bei einem Ausstieg nach sieben bis zehn Jahren getoppt werden könnte. Das Risiko sei durch die regionale Streuung und Kleinheit der Projekte überschaubar, sagte Frizberg.

Das Investitionsvolumen für die 25 Kraftwerke liegt bei 400 Mio. Euro. Anders als Meinl International Power sei Enso klar auf Wasserkraft fokussiert, gewähre Mitentscheidungs- und Kontrollrechte. Außerdem könne man auf erste Abschlüsse verweisen.

Im Beirat der Enso Hydro GmbH, dem Frizberg vorsitzt, findet sich u. a. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Unvereinbarkeiten mit seiner Tätigkeit als Verbund-Aufsichtsratschef sieht Frizberg nicht: "Das sind Größenordnungen, die den Verbund nicht interessieren." (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.01.2011)

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