Diversity Management

"Am Anfang steht die Blindheit"

20. Jänner 2011, 17:31
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    Norbert Pauser trug zum Thema Diversity Management vor

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    Das HR Circle Breakfast in der neuen Location Novomatic Forum war sehr gut besucht

Diversity Management und der Blick darauf war Thema des aktuellen HR Circle - Norbert Pauser klärte auf

Von Vielfalt ist neuerdings gerne die Rede: Werbekampagnen von Markenfirmen weichen von der erwarteten Form ab um neue Märkte anzusprechen, Unternehmer setzen auf Diversity als Marketinginstrument und erzählen dann auch gerne davon. Darüber, was Diversity Management tatsächlich ist, referierte Diversity-Experte Norbert Pauser von der Unternehmensberatung Pauser & Wondrak beim ersten HR Circle Breakfast in diesem Jahr und das in den Räumlichkeiten des neuen Location-Partners, dem Novomatic Forum.

Ist Diversity Management eine Personalstrategie, ein Marketingtool, ein PR-Gag? In seinem Vortrag " Diversity and Inclusion - Diversity Management zwischen betriebswirtschaftlicher Relevanz und sozialer Verantwortung" beschrieb Pauser Diversity Management als Wandel in Organisationen - als zentrale Herausforderung mit Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten umzugehen.

Dimensionen von Diversity

Diversity hat mit Differenzen verschiedenster Art zu tun: ethnische Zugehörigkeit, Alter, Geschlecht, Behinderung, Religion, sexuelle Orientierung. "Das sind die inneren Dimensionen von Diversity, die im Laufe des Lebens schwer zu ändern sind", so Pauser. Eher veränderbar und besonders relevant in Unternehmen sind die äußeren Dimensionen wie Sprache, Gewohnheiten, Auftreten, Ausbildung, Berufserfahrung ect.. Die dritte Dimension ist organisationaler Art, sie ist spätestens beim Austritt aus einem Unternehmen nicht mehr relevant: Arbeitsinhalte, Dauer der Zugehörigkeit, die Abteilung.

"Den meisten Unternehmen, die sich mit Diversity auseinandersetzen, brennen Gender, Alter und ethnische Zugehörigkeit mehr unter den Nägeln als nicht sichtbare Unterschiede wie sexuelle oder religiöse Zugehörigkeit", weiß Pauser. Häufig werde Diversity als reines HR-Thema angesehen, es mache anfangs auch Sinn sich dessen dort anzunehmen, aber es solle schließlich die gesamte Organisation betreffen.

Vom "Müssen" zum "Wollen"

Diversity Management durchläuft mehrere Entwicklungsphasen: "Am Anfang steht häufig die Diversity-Blindheit", so Pauser und meint damit, dass er vielfach den Spruch höre: "Bei uns wird niemand diskriminiert". In diesem Stadium fehlt das Bewusstsein. In der Fairness- und Antidiskriminierungsphase gibt es eine gewisse Öffnung gegenüber Vielfalt, aber noch immer unter dem Label "Müssen": das Andersseins wird dem Betroffenen als Problem zugeschrieben. In der Phase der Marktorientierung stellen Organisationen Menschen gerade deswegen ein, weil sie anders sind. In dieser Phase findet schon ein Umdenken Richtung "Sollen" statt: Vielfalt bringt Prestige, neue Kunden. Der Wermutstropfen: in der Realität arbeiten Firmen in dieser Phase oft mit einem "Quoten-Migranten", der dann nach außen hin präsentiert wird. Erst in der letzten Phase, der Lern- und Effektivitätsphase dreht sich alles ums "Wollen", erst dann sei ein Unternehmen wirklich offen für gelebte Diversity.

"Diversity Management ist damit weit mehr als eine neue Management-Mode", so der Unternehmensberater. Diversity und Inclusion seien idealerweise miteinander verwoben, Ökonomie und soziale Verantwortung können im Idealfall Hand in Hand gehen. (mat, derStandard.at, 21.1.2011)

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Links

www.hrcircle.at

Pauser & Wondrak

Nächster HR Circle Termin:

17. März 2011 um 17.30 Uhr: HR Circle Breakfast mit Damian Izdebski (geschäftsführender Gesellschafter DiTech): Einsatz von Social Media in Unternehmen - am Beispiel von DiTech

Veranstaltungsort: ab sofort immer in der neuen Location Novomatic Forum

Kommentar posten
11 Postings
Hans Diegruber
00
10.2.2011, 21:45
Praxisbeispiele zu Diversity Management

Unter http://www.personalmanagement.info/de/infopo... ichten.php finden Sie einen Praxisbericht mit dem Titel

Diversity Management: Einige Erfolgsgeschichten der Synergiewerkstätten II + III

Hier geht es um:
* Deutsche BP: Kundenbedürfnisse erkennen
* IBM: Innovation durch multikulturelle Teams
* E.ON: Homosexualität als Normalität4
* Ernst & Young: Diversity Management ist Führungsaufgabe
* Ford: Die Diversity Scorecard zeigt Fortschritt beim Umgang mit Vielfalt
* Henkel: Die Investition in Betriebskindergarten rentiert sich

HR-Marktüberblick:
http://www.personalmanagement.info
Kostenlose HR-Jobbörse:
http://jobs.personalmanagement.info

evolution hunter
00
21.1.2011, 16:37

Diversität kann enormes Innovationspotenzial in sich bergen. Darauf sollte der Fokus gerichtet sein! Leider kommt dies nur selten zur Entfaltung, da die meisten Firmen unkonventionelle Ideen und Eigenverantwortung unterdrücken und stattdessen auf Gehorsam der Untergebenen setzen. Diversitätsmanagement beschränkt sich in den meisten Fällen leider nur auf das Reduzieren von Konflikten: das Gros der Bemühungen intendiert lediglich ein "reibungsloses Miteinander". Schade um die vielen vertanen Chancen!

Volker Langhof
10
21.1.2011, 16:19
Toller Vortrag!

...ich war noch bei keinem Diversity-Vortrag, wo seitens des Referenten fundierter über das Thema gesprochen worden wäre. Großer Dank!

-
21
21.1.2011, 16:15
"Diversity Management zwischen betriebswirtschaftlicher Relevanz und sozialer Verantwortung"

interessante verwendung des wortes "zwischen". entsprechend dürfte die analyse sein.

Volker Langhof
00
21.1.2011, 16:26
...was ist interessant an dieser Verwendung von "zwischen"?

-
00
24.1.2011, 10:24

die phrasenhaftigkeit. oder können sie darin etwas analytisches erkennen? eben.

Helicopterman
00
21.1.2011, 13:58
Bei dieser Aufzählung

fehlt mir wieder einmal Talente, Neigungen und Interesse, alles meiner Meinung nach wichtige Komponenten des Diversity Managements die leider häufig vernachlässigt werden.

opti
12
21.1.2011, 12:29
change blindheit

meine erste begegnung mit bwl, war ein vergleichbare erlebnis

ich habe versucht, einige "ganz wichtige wissenschaftliche zusammenhänge" wie "input - output analyse", und ähnliches zu verstehen. bin zum ergebnis gekommen, dass ausser den 4 grundrechenarten und einen blick für einfache logische zusammenhänge nichts, rein gar nichts dahinter steckt, ausser begriffsdefinitionen, die als selbsterhaltungsstrategie der "experten" einfache zusammenhänge so kompiziert wie möglich beschreiben. wer "blind" ist belibt auch als bwl experte "blind".

LinksSchreiber
31
21.1.2011, 01:12
Qua, Qua, Qua, Bla, Bla, Bla! Und die Ärmsten der Armen krepieren weiter Hunger, die bloß Armen dürfen wie Sklaven vegetieren. Es fehlt an: UNIVERSALITÄT oder realer Chancen-GLEICHHEIT!

Die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Problem, das in einem globalen Mangel an Universalität=Egalität liegt, auf ein Schein-Problem zu lenken, ist das urälteste Manöver der Ideologie.

Typischer Marketing-Idiotismus eben: Typen die nicht denken wollen, sollen und dürfen, dafür in der Präsentation in den Augen jener wie lackierte Halb-Affen glänzen, die sind wie sie selbst.

Ja, Ja: Ökonomismus kritisieren verboten. Die heilige Dreifaltigkeit aus Marktwirtschaft, Privateigentum und Dertotalengier. Zensur Bitte!

Andreas Sch.
11
21.1.2011, 11:39
Fragwürdige Arbeitsbeschaffung:

Zuerst werden krampfhaft Unterschiede gesucht, damit man sie nachher wieder vereinen kann :-) Somit wurde erreicht, dass jeder die Unterschiede kennt, die ihm vorher vielleicht gar nicht bewußt waren. Je öfter die Unterschiede zum Thema gemacht werden, desto mehr werden sie Teil der eigenen Gedanken.

Lilith Boessse
 
23
20.1.2011, 19:33
Beratet die Berater!

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