Post legt Filial- und Briefgeschäft zusammen

20. Jänner 2011, 15:26
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Immer weniger werdenden Filialen und verstärkte Kooperation mit der Bawag P.S.K: Auch der Vorstand wird verkleinert, Personal nicht abgebaut

Wien - Die börsenotierte Post AG legt die Divisionen Filialen und Briefgeschäft bis Anfang 2012 zusammen. Begründet wird dies mit den immer weniger werdenden Postfilialen und der verstärkten Kooperation mit der Bawag P.S.K. "Dies ist ein klares Signal, das Unternehmen noch effizienter aufzustellen und gleichzeitig stärker auf Kundennähe und Marktbedürfnisse auszurichten", teilte die teilstaatliche Post  mit.

Für Aufsichtsrats- und ÖIAG-Chef Peter Michaelis ist die Zusammenführung eine Reaktion "auf die laufenden Veränderungen im Postmarkt". Durch die Zusammenlegung fällt dann ein Vorstandposten weg, dem Vernehmen nach soll Filialvorstand Herbert Götz unter Druck sein. Brief-Chef Walter Hitziger hingegen werden bessere Chancen eingeräumt. Götz hatte es sich durch die Schließungswelle bei den Ämtern unter anderem mit der Postgewerkschaft verscherzt.

Gesucht wird auch - wie geplant - der Nachfolger von Finanzvorstand Rudolf Jettmar. Mit Peter Umundum steht der Nachfolger für den scheidenden Paketvorstand Carl-Gerold Mende mit 1. April 2011 bereits fest. Chef der Post AG, die seit Jahresbeginn kein Monopolist mehr ist, bleibt weiterhin der Ex-T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl. An der Post AG hält der Staat noch 52,9 Prozent. Einen Regierungsauftrag für eine weitere Privatisierung gibt es nicht.

Fusion bis Ende 2011 abgeschlossen

Die Zusammenlegung soll laut Post bis zum Jahresende 2011 abgeschlossen sein. Ein Personalabbau ist damit nicht verbunden, so Post-Sprecher Michael Homola. Entsprechend zufrieden zeigt sich auch die Postgewerkschaft. "In Zeiten, wo an der Basis gespart wird, ist es ein gutes Zeichen, den Vorstand zu verkleinern", erklärte Gewerkschaftsboss Helmut Köstlinger.

Die Post hat somit ab Jahresbeginn 2012 nur noch zwei Divisionen: Paket und Brief/Filialen. Wie letztere dann heißen wird, ist noch offen. Die Post hat zu Jahresbeginn ihr letztes Monopol verloren - das auf die Cashcow "Briefe bis 50 Gramm". Allerdings ist bis heute kein Konkurrent in Sicht. Die Zahl der Postämter wurde unter Pölzl noch einmal erheblich reduziert. Zuletzt hatte die Post insgesamt 1.866 Geschäftsstellen, davon wurden 866 noch von dem teilstaatlichen, börsenotierten Unternehmen betrieben. Ende 2011 soll es 2.000 Geschäftsstellen geben, die Zahl der Ämter könnte dann bis auf 520 gesunken sein. (APA)

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    Die Post hat zu Jahresbeginn ihr letztes Monopol verloren - das auf die Cashcow "Briefe bis 50 Gramm". Ein Konkurrent ist derzeit nicht in Sicht.

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