Deutsche Rektorenchefin: Studentenandrang nach Österreich wird größer

20. Jänner 2011, 15:14
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Österreich muss "Probleme des offenen Zugangs lösen"

Wien - Die Präsidentin der deutschen Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, glaubt, dass der Andrang deutscher Studenten nach Österreich in den kommenden Jahren stärker werden wird. Schon jetzt gebe es in Deutschland mit über zwei Mio. ein Allzeithoch an Studierenden, dazu kämen noch doppelte Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht, sagte Wintermantel. "Ich denke schon, dass Österreich wirklich die Probleme des offenen Zugangs zum Studium lösen muss."

"Wir haben zu wenige Studienplätze in Deutschland", so Wintermantel. Zusätzliche Plätze würden über den Hochschulpakt zwischen Bund und Ländern bis 2015 auch teilweise finanziert. Der Andrang nach Österreich werde aber trotzdem weiter stärker werden: "Es gibt - und das ist gut - eine steigende Zahl an Studierwilligen und Studierfähigen." Die jungen Leute hätten verstanden, dass sie eine hochwertige Ausbildung bräuchten. Das sei für Europa eine große Chance, um die Innovationskraft zu erhalten und die gesellschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

Zahl der Studierenden muss geregelt sein

Wie Österreich mit diesem Andrang umgehe, sei Sache der hiesigen Wissenschaftspolitik, betonte Wintermantel, die auch Mitglied des österreichischen Wissenschaftsrats ist. "Wir wollen, dass diejenigen, die für ein Hochschulstudium geeignet sind, auch qualitätsvoll studieren können." Das bedeute auch, dass man herausfinden muss, wer für welchen Studiengang geeignet ist. "Die Studierenden sollten auch die ganze Breite des Studienangebots nutzen, anstatt sich nur auf die jetzt schon überlaufenen Fächer zu konzentrieren." Daher müsse man einerseits bei der Zulassung und andererseits bei der Information und Beratung ansetzen.

Klar sei, dass man im Studium für den Kompetenzaufbau der Studierenden kleinere Lerngruppen, eine bessere Infrastruktur und mehr Dialog zwischen Lehrenden und Studierenden brauche. Allein schon dafür sei es wichtig, sich über die Zahl der Studierenden klar zu sein "und das nicht vollkommen ungesteuert zu lassen".

Eine auch in Österreich diskutierte Studienplatzfinanzierung hält Wintermantel für grundsätzlich erstrebenswert. In Deutschland gebe es zwar auch Erfahrungswerte, was ein Studienplatz koste. Allerdings seien die Details unklar. Die Unis müssten Transparenz über die Kostenströme innerhalb der Hochschulen herstellen. (APA

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