USB-Sticks können Systemen schaden indem sie sich als Maus oder Keyboard ausgeben
USB-Sticks können Computer durch infizierte Dateien anstecken, wie hinlänglich bekannt ist. Weniger bekannt ist Nutzern hingegen, dass sich USB-Datenträger via USB-Anschluss auch als Tastatur ausgeben und so Tastenbefehle an den jeweiligen PC senden können. Auch kann dadurch eine Maus emuliert und die Kontrolle übernommen werden.
Funktionsweise
Mit nur wenigen Tastendrücken, abhängig vom Betriebssystem, lassen sich Computer so mit Viren oder Trojanern infizieren. Nutzer von Windows bemerken höchstens durch ein kurz aufspringendes Pop-Up-Fenster, dass sich ein sogenanntes "Human Interface Device" (HID) angemeldet hat, Linux-Benutzer können dies nur anhand der Logs erkennen. Bei HID handelt es sich um Geräte mit welchen Nutzern direkt interagieren, darunter etwa Tastaturen, Mäuse oder Joysticks.
Mögliche Hacks
Bislang nutzten Hacker für solche Attacken Mikrocontroller-Boards mit USB-Unterstützung, darunter etwa das Teensy-USB-Development-Board. Die Hardware ist bereits aus dem erfolgreichen Hack von Sonys Playstation 3 bekannt. Dass es keiner speziellen Hardware, etwa für die Emulation einer Tastatur, bedarf bewiesen die beiden Sicherheitsspezialisten Angelos Stavrou und Zhaohui Wang auf der Black-Hat-Konferenz. Für ihren Hack wurde der USB-Stack eines Android-Smartphones manipuliert und aufgespielt. Der USB-Stick gab sich dann gegenüber dem PC als Tastatur zu erkennen.
Die gezeigte Software wurde von den beiden Sicherheitsspezialisten bislang nicht veröffentlicht. Dafür gibt es für die Teensy-Boards seit geraumer Zeit ein spezielles Toolkit zum Aufspielen und Programmieren spezieller Payloads.
Scherz
Noch vor einigen Jahren präsentierte ThinkGeek den sogenannten "Keystroker V2". Das Gerät war als Scherz gedacht um etwa Arbeitskollegen durch unbeabsichtigte, automatisierte Tastendrücke zu ärgern. Dabei wurde allerdings niemals die linke Maus- oder Enter-Taste gedrückt, wie der Hersteller versichert. Folglich könne ein System durch den Keystroker keinen Schaden nehmen. (pd)
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