Hilfsorganisationen drängen auf Bekämpfung

20. Jänner 2011, 13:15
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Caritas mit Unverständnis für Budgetkürzungen - Grüne attackieren Pröll - ÖGB-Oberhauser will 1.300 Euro Mindesteinkommen

Wien - Keinen Grund zur Entwarnung haben Caritas und Volkshilfe angesichts der am Donnerstag veröffentlichen Armutsdaten geortet. Caritasdirektor Michael Landau forderte in einer Aussendung mehr Mut und Entschiedenheit der Bundesregierung bei Armutsbekämpfung und -vermeidung. Einen erschütternden Befund der Statistik Austria orteten die Grünen, und ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser (SPÖ) verlangte existenzsichernde Einkommen.

Landau sah keinen Grund zur Entwarnung. Umso unverständlicher sei es, dass es beim vor Weihnachten beschlossenen Sparpaket gerade bei kinderreichen Familien, Alleinerzieherinnen, pflegebedürftigen Menschen oder Menschen mit Behinderung erhebliche Kürzungen gegeben habe. Der Caritasdirektor fordert daher eine Sozialverträglichkeitsprüfung für jede einzelne Sparmaßnahme.

Grüne Kritik an Finanzminister Pröll

Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer verwies darauf, dass die nun präsentierten Zahlen auf den Ergebnissen der Löhne von 2008 basierten, die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise also noch gar nicht abgebildet seien. Deshalb müsse man umso alarmierter sein, warnte er. Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung verlangte das Ende der Einkommensdiskriminierung von Frauen, die Armutskonferenz Investitionen in die Kinder und ihre Bildung.

Die Grünen attackierten Finanzminister Josef Pröll (ÖVP). Die Million armutsbetroffener Menschen in Österreich dürfe sich bei ihm dafür bedanken, dass ihnen heute mehr Geld im Börsel fehle als 2008, so Sozialsprecher Karl Öllinger, der die ÖVP als Armutsförderungspartei Österreichs bezeichnete.

"Vom Arbeitseinkommen muss man auch leben können", so ÖGB-Vizepräsidentin Oberhauser. Sie forderte daher die Anhebung der Mindesteinkommen auf 1.300 Euro. In einer Reihe von Kollektivverträgen sei dies in den vergangen Monaten bereits erreicht worden. Den Vorschlag der Grünen, ein Mindestlohngesetz zu schaffen, lehnte sie. (APA)

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