Geschlechterpolitik in der Kunst

22. Jänner 2011, 08:00
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Aufruf an WissenschafterInnen und KünstlerInnen aller Disziplinen: Einreichungen für Vortragsreihe der Angewandten "Kunst - Forschung - Geschlecht" möglich

Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Kategorie "Geschlecht" währt seit den 1960er Jahren und hat in ihrer Geschichte verschiedene Stadien und Transformationen durchlaufen. Waren die frühen spektakulären Arbeiten der 1960er und 1970er Jahre zwar mit heterogenen Strategien und Zielsetzungen, doch einem dezidiert feministischem Selbstverständnis verbunden, so setzte in den 1980er Jahren eine Wende zur psychoanalytisch inspirierten Dekonstruktion ein. In den 1990er Jahren wurden aufgrund des digitalen Raumes neue Hoffnungen auf die konstruktiven Potenziale der Kategorie "Gender" gerichtet.

Heute sind die Anfänge der feministischen Kunst bereits historisch geworden, was sich auch in ihrer produktiven Rezeption durch die jüngere Generation von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen manifestiert. Doch die in den letzten 50 Jahren aufgeworfenen Fragen bleiben virulent: Was ist (geschlechtliche) Identität? Welche Rolle spielt der Körper? Wie können sexistische Zuschreibungen, Gewalt und Diskriminierung überwunden werden? Die Vortragsreihe richtet den Blick auf die Gegenwartskunst in ihren unterschiedlichen Medien und geht der Frage nach, welche geschlechterpolitischen Strategien Künstlerinnen und Künstler heute entwickeln.

Feminism revisited

Auch im Studienjahr 2011/12 widmet sich die Koordinationsstelle für Genderfragen und der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität für angewandte Kunst Wien wieder diesem Thema im Rahmen der Vortragsreihe "Kunst - Forschung - Geschlecht" unter dem Aspekt "Geschlechterpolitik in der Kunst - Feminism revisited". Die Reihe ist die Weiterführung und Neuausrichtung der Reihe gender studies@project space der Angewandten und wird als Teil einer Lehrveranstaltung im Rahmen verschiedener Studienrichtungen stattfinden.

WissenschafterInnen und KünstlerInnen aller Disziplinen sind eingeladen, ihre Perspektive zu obigen Fragestellungen vorzustellen. Insbesondere werden NachwuchswissenschafterInnen aufgefordert, Abstracts einzureichen - zum Beispiel aus dem Bereich ihrer Dissertation. Vortragende erhalten ein Honorar von € 300, Reisekosten werden übernommen. Die Publikation der Beiträge ist geplant. Die Vorträge finden während des Semesters jeden 3. Mittwoch im Monat an der Angewandten statt. Die Dauer des Vortrages ist mit 45 bis maximal 60 Minuten angesetzt. Daran schließt die Diskussion an. (red)


Einreichungen per E-Mail bitte bis 1. März 2011 an die Koordinationsstelle für Genderfragen mit
• Arbeitstitel
• Abstract (300 Wörter)
• Kurzbiografie
• Sprachen: Deutsch oder Englisch
• Vollständige Kontaktdaten

Link

Koordinationsstelle für Genderfragen, Universität für angewandte Kunst Wien, Oskar Kokoschka - Platz 2, 1010 Wien; Tel.: +43 1 71133 2156

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