Für ein Jahr

Deutschland stoppt Abschiebungen nach Griechenland

20. Jänner 2011, 12:37

Man wolle "Griechenland helfen" und wickle die Asylverfahren künftig selbst ab, sagt der Innenminister - Österreich bleibt hart

Berlin/Wien - Deutschland wird ab sofort und für zunächst ein Jahr über Griechenland in die EU eingereiste Asylbewerber nicht mehr in das EU-Land zurückschicken. "Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurde gebeten, entsprechend zu verfahren", sagte der Sprecher des Innenministeriums, Stefan Paris, am Mittwoch in Berlin.

Hintergrund seien Probleme Griechenlands, die hohe Anzahl von Asylverfahren in geordneter Weise durchzuführen. Deutschland wolle dem EU-Partner helfen, die Defizite zu beseitigen, indem es nun selbst Verfahren für diejenigen Asylbewerber aufnehme, die über Griechenland in die EU gekommen und dann nach Deutschland weiter gereist seien. Im Jahr 2009 hatte Deutschland noch 200 Asylbewerber nach Griechenland zurückgeschickt, im vergangenen Jahr waren es 55.

Umgang entspricht nicht europäischen Standards

EU-Beobachter und Flüchtlingsorganisationen beklagen seit langem, dass der Umgang mit Flüchtlingen in Griechenland nicht europäischen Standards entspreche. Während Deutschland das südosteuropäische Land bislang dennoch als sicheres Land einstufte, in das Asylbewerber zurückgeschickt werden können, haben etwa Großbritannien, Schweden, Norwegen und Island diese Praxis mit dem Hinweis auf Menschenrechtsverletzungen bereits gestoppt. Österreich hingegen schiebt weiterhin nach Griechenland ab.

Daran werde sich auch in Zukunft und trotz herber Kritik nichts ändern, heißt es im österreichischen Innenministerium. In Österreich würden "tiefgehende Einzelfallprüfungen" vorgenommen.

Österreich helfe überdies mit, die Situation in Griechenland zu verbessern - auf EU-Ebene und auch bilateral. So habe man Experten nach Griechenland geschickt, um die dortigen Asylbehörden zu unterstützen. (Reuters, APA, red, derStandard.at)

suboptimal
 
02
21.1.2011, 18:55
unsere Mitzi

will halt unbedingt auch ein Einzelfall werden

Vierter Mann
00
21.1.2011, 23:30

Derzeit ist sie bei der Mehrheit, und Innenministerin eines der am stärksten mit Asylwerbern belasteten Ländern Europas.

Alter Kumane
00
20.1.2011, 14:40
österreichische Experten für die dortigen Asylbehörden

da wird sich ja die Menschenrechtssituation bestimmt verbessern ...

belgma
 
00
20.1.2011, 15:29

wir haben experten für asylangelegenheiten???? merkt man gar nicht!

belgma
 
01
20.1.2011, 13:27
Österreich bleibt hart

ach, würd ich das doch nur einmal in einem vernünftigen zusammenhang lesen!

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